Allgemeine Berichte | 12.07.2025

Schwere Vorwürfe gegen Innenminister Ebling und ehemaligen Innenminister Lewentz

Landrat a. D. Dr. Jürgen Pföhler

Kreis Ahrweiler. Der rheinland-pfälzische Innenminister Michael Ebling hat sich am vergangenen Freitag öffentlich zum Disziplinarverfahren gegen Landrat a.D. Dr. Jürgen Pföhler geäußert.

Laut Ebling gehe aus dem nunmehr vorliegenden Ermittlungsbericht hervor, dass Pföhler durch Unterlassungen und Verhaltensweisen im Zusammenhang mit der Naturkatastrophe im Ahrtal gravierend gegen beamtenrechtliche Pflichten verstoßen habe. Daher seien die vorläufige Einbehaltung eines Drittels des Ruhegehalts von Pföhler, sowie die Erhebung einer Disziplinarklage mit dem Ziel der Aberkennung der Ruhegehaltsansprüche beabsichtigt.

Pföhlers Rechtsanwalt, der Mainzer Strafverteidiger Olaf Langhanki, erhebt schwere Vorwürfe gegen Innenminister Ebling und den ehemaligen Innenminister Lewentz:

„Im Zuge gezielter Täuschung der Öffentlichkeit soll die Verantwortung für den Umgang mit der Flutkatastrophe und ihren Folgen auf Herrn Dr. Pföhler als vermeintlich Schuldigen abgewälzt werden.

Der Innenminister wirft Herrn Dr. Pföhler in dem auf Aberkennung des Ruhegehalts gerichteten Verfahren als gravierende Pflichtverletzung vor, dass es im Juli 2021 im Kreis Ahrweiler keinen Alarm- und Einsatzplan Hochwasser gab. Dabei verschweigt er, dass im Kreis Ahrweiler auch nach der Flutkatastrophe über Jahre hinweg kein solcher Plan erstellt wurde und lässt im Dunkeln, ob dies auch heute noch so ist und kein Katastrophenschutzkonzept für den Kreis Ahrweiler vorliegt.

Der Innenminister äußert sich auch nicht dazu, wie die ADD als seinem Ministerium nachgeordnete Aufsichtsbehörde damit umgeht, obwohl die Existenz eines solchen Planes für den Katastrophenschutz angeblich derart bedeutsam ist.“

Das Vorgehen des Innenministers, der gerne vom Schutz der Bevölkerung spreche, sei somit heuchlerisch und ziele im Vorfeld des Jahrestages der Flutkatastrophe und der Landtagswahl darauf ab, vom Versagen der damaligen Landesregierung abzulenken.

Der Bericht des Innenministeriums unterschlage ferner, dass es aufgrund vielfältigen Versagens auf Landesebene unter anderem an der für die Bewältigung einer Flutkatastrophe elementaren Ausrüstung, beispielsweise Hubschraubern der Polizei mit Rettungswinden, fehlte, obwohl Pföhler dies bereits unmittelbar nach dem Ahrhochwasser des Jahres 2016, mithin fünf Jahre vor der Flutkatastrophe, gegenüber dem damaligen Innenminister Lewentz schriftlich reklamiert hatte.

„Als Konsequenz aus den während des Hochwassers im Juni 2016 gemachten Erfahrungen hat Herr Dr. Pföhler den damaligen Innenminister Lewentz bereits im Juli 2016 in einem Schreiben ausdrücklich darauf hingewiesen, dass sich im Rahmen des Hochwassers des Jahres 2016 gezeigt hat, dass in Rheinland-Pfalz keine Polizeihubschrauber mit Rettungswinden vorhanden sind.

Gleichwohl hat Herr Lewentz nichts bewirkt, so dass es auch bei der Flutkatastrophe im Juli 2021 bei der rheinland-pfälzischen Polizei keinen einzigen Hubschrauber mit Rettungswinde gab und zahlreiche Menschen nicht gerettet werden konnten.

Dies ist umso gravierender, als die damaligen Hubschrauber der rheinland-pfälzischen Polizei ausweislich der staatsanwaltschaftlichen Ermittlungen bereits werkseitig mit der Option zur Anbringung von Rettungswinden versehen waren. Dass der Ermittlungsbericht diese Tatsachen verschweigt, ist ein weiterer Beleg für seine fehlende Objektivität und unterstreicht die politische Instrumentalisierung des Disziplinarverfahrens.“

Schließlich seien der Ermittlungsbericht und die Forderung nach einer Aberkennung des Ruhegehalts auch deshalb substanzlos, weil nirgendwo dargelegt werde, durch welche konkreten von Herrn Dr.Pföhler durchzuführenden und tatsächlich durchführbaren Handlungen welcher konkrete im Rahmen der Flutkatastrophe nachweislich eingetreten wäre.

Pressemitteilung Rechtsanwalt Olaf Langhanki

Landrat a. D. Dr. Jürgen Pföhler Foto: Foto: privat

Artikel melden

? Vielen Dank! Ihre Meldung wurde erfolgreich versendet.
? Es gab einen Fehler beim Versenden. Bitte versuchen Sie es später erneut.
Kommentare
13.07.202500:13 Uhr
Rolf Stern

Die Verteidigung von Dr. Pföhler durch seinen Anwalt verkennt Wesentliches. Ja, fehlende Rettungswinden an Polizeihubschraubern sind ein strukturelles Problem – aber sie entbinden nicht von der Verantwortung vor Ort. Als Landrat war Dr. Pföhler Einsatzleiter der Katastrophenschutzbehörde und somit verpflichtet, die Lage aktiv zu führen und Hilfe rechtzeitig anzufordern. Der Verweis auf ein Schreiben von 2016 ersetzt kein entschlossenes Handeln im Juli 2021. Die bloße Möglichkeit einer besseren Ausstattung macht Versäumnisse in der Einsatzleitung nicht ungeschehen. Dass der Ermittlungsbericht keine hypothetischen Rettungserfolge aufführt, ist kein Mangel, sondern Ausdruck rechtsstaatlicher Zurückhaltung. Persönliche Verantwortung kann nicht mit Verweisen auf andere Institutionen relativiert werden.

S. Bastian antwortete am 14.07.202514:03 Uhr

Herr Stern, volle Zustimmung. Hier werden durch den Rechtsanwalt Nebelkerzen gezündet, um von der eigentlichen Verantwortung des überforderten und unfähigen ehemaligen Landrates, der auf ganzer Linie versagt hat, abzulenken. Man könnte auch sagen, dass hierdurch die Öffentlichkeit getäuscht werden soll.

Bildergalerien
Neueste Artikel-Kommentare
  • Anne: Ein Faustschlag mitten ins Gesicht und ein Dolchstoß mitten ins Herz aller Flutopfer…nicht nur der Toten und deren Angehörigen und Freunden, sondern insbesondere der unzählig vielen traumatisierten Menschen...
  • Betroffener: Wiedermal ein Totalversagen der Justiz und es werden Täter geschützt ! Inzwischen darf man sich wirklich fragen ob diese Justiz überhaupt noch der Gerechtigkeit und dem Volk dient oder einfach nur noch die Politiker zu schützen versucht !
  • Anne: Es ist das kalte Grauen. Wahrscheinlich denkt sich der Täter in Anlehnung an den Mordprozeß im Fall Anna K. aus Gimmigen mit einem ähnlich milden Urteil davon zu kommen. In was für einer Zeit leben wir...
  • Graf: Ja, sehr GUT Ukraine, ist doch bekannt , dass koruptestes Land in Europa ist. Mit den Politiker, sind unsere bezahlt worden? Wunderbar !
Monatliche Anzeige
Vorabrechnung, Nr. AF2025.000354.0, Mai 2026
Imageanzeige
Anzeige lange Samstage
Azubispots Koblenz
Richtgest Jahn Eleven
Kirmes in Königsfeld
Sonfderseite Jahn Eleven
Anzeigensponsoring Sommerbunt - o.B.
Empfohlene Artikel
Julian Konrad mit Pokal.  Foto: privat
23

Nürburg. Beim zweiten Rennwochenende des Polo Cup Germany auf dem Nürburgring hat Julian Konrad seine Führung in der Gesamtwertung erfolgreich verteidigt und weiter ausgebaut. Wechselnde Wetterbedingungen, hohe Temperaturen und anspruchsvolle Strategieentscheidungen prägten dabei das Wochenende für den Fahrer von Konrad Motorsport.

Weiterlesen

Weiß immer, was Sache ist: Der Ausscheller von Mülheim-Kärlich. Foto: privat
54

Wer den Kapellenplatz vor dem Rathaus in Mülheim-Kärlich besucht, begegnet einem Mann aus Metall. Er steht dort geduldig, schweigt seit Jahrzehnten und wirkt dennoch, als wolle er jeden Moment lautstark etwas verkünden. Es handelt sich um den Ausscheller Peter Linden, besser bekannt als „Lindemann“.

Weiterlesen

Symbolbild.Foto: frolicsomepl/Pixabay
188

Remagen. Am Morgen des 2. Juni 2026 erhielt die Polizei in Remagen die erste Meldung über drei herrenlose Pfauen, die sich in einem Garten im Bereich der „Blankertshohl“ aufhielten. Die Tiere erwiesen sich als extrem scheu, weshalb die Einfangversuche des örtlichen Tierheims nicht erfolgreich waren. Hinweise auf einen möglichen Besitzer der Pfauen konnten ebenfalls nicht gefunden werden. An Fronleichnam...

Weiterlesen

Weitere Artikel
Rock am Ring 2026: Riesen-Überraschung für die Fans!
736

Mit diesem Star-Gast hätte wohl niemand gerechnet:

Rock am Ring 2026: Riesen-Überraschung für die Fans!

Nürburgring. Mit dieser Begegnung hatten wohl die wenigsten Festivalbesucher gerechnet: Mitten im Trubel von Rock am Ring 2026 tauchten plötzlich Robert Geiss und Carmen Geiss auf. Das prominente TV-Ehepaar sorgte damit für eine echte Überraschung auf dem Gelände am Nürburgring.

Weiterlesen

Rock am Ring 2026: Mehnersmoos rockt den Ring!
979

Am Ring geht es weiter im Programm:

Rock am Ring 2026: Mehnersmoos rockt den Ring!

Nürburgring. Mehnersmoos ist ein deutsches Rap-Duo aus Frankfurt am Main. Die Gruppe besteht aus den Rappern Frederik Moos und Tobias Mehner. Der Bandname setzt sich aus ihren Nachnamen „Mehner“ und „Moos“ zusammen.

Weiterlesen

Orignale Linkin Park-Klampfe - die gibt es nur in der besonderen Ausstellung! Foto: Axel Live Pictures
328

Ringrocker sollten sich diese Ausstellung nicht entgehen lassen:

Rock am Ring 2026: Heißer Tipp abseits der Bühnen!

Nürburgring. Pünktlich zu Rock am Ring 2026 erwartet die Festivalbesucher eine besondere Überraschung: Die US-Rockband Linkin Park bringt eine zeitlich begrenzte Sonderausstellung exklusiv an den Nürburgring. Die Ausstellung gewährt seltene Einblicke in die Geschichte einer der erfolgreichsten Rockbands der vergangenen Jahrzehnte und präsentiert zahlreiche Originalstücke aus verschiedenen Schaffensphasen der Gruppe.

Weiterlesen

Dauerauftrag
Anzeige Haushaltsauflösungen und Ankauf
Rund ums Haus
Imageanzeige
Image Anzeige
Wir helfen im Trauerfall
Dauerauftrag 2026
Stellenanzeige "Forstwirt"
Schulsozialarbeiter/in (w/m/d)
Stellenanzeige Elektroniker für Betriebstechnik
Auftrag, Nr. AF2025.000354.0, Juni 2026
sprudelndes Sinzig
sprudelndes Sinzig
Sprudelndes Sinzig
Feuerwehrfest in Heimersheim
Sonderseite Jahn Eleven
Servicekräfte
Sonderseite Jahn Eleven