Allgemeine Berichte | 30.09.2025

Ehrenamt erleichtert Übergang vom Erwerbsleben in den Ruhestand

Senioren entdeckten für sich sinnstiftende neue Tätigkeiten

Bei der Eröffnung erläuterten die Veranstalter, warum dies für sie ein Herzensthema ist: (v.l.n.r.) Bianca Westphal, Seniorenleitstelle, und Angela Hartmann, Koordinierungsstelle für Gemeindepsychiatrie, beide Kreisverwaltung des Westerwaldkreises, Claudia Franke, Kreis-Volkshochschule Westerwald, und Judith Gläser, Generationenbüro der Verbandsgemeinde Montabaur. Fotos: Kreisverwaltung / Nicole Chemnitz

Westerwaldkreis. Etwas Gutes für andere und etwas Sinnvolles für sich selbst tun – mit diesem Ziel kamen rund 30 angehende Ruheständler oder bereits Rentner in die Kreisverwaltung Montabaur. Bei der Veranstaltung „Vielfalt des Ehrenamts entdecken & erleben“ suchten sie nach einem passenden Angebot, um sich zu engagieren.

„Stellen Sie sich vor, Sie unterschreiben heute Verträge in Millionenhöhe und schauen ab morgen ihrem Partner beim Kartoffelschälen zu“, verdeutlichten die Veranstalter bei der Begrüßung das Gefühl mancher Ruheständler, in ein tiefes Loch zu fallen. Nicht umsonst ist die Zahl von (versuchten) Suiziden in der Altersgruppe 55 bis 65 besonders hoch. Genau hier können ehrenamtliche Tätigkeiten Orientierung, tieferen Sinn und sozialen Anschluss bieten.

Lena Petersen vom Malteser Hilfsdienst erläuterte zunächst in einem Vortrag die große Bandbreite der ehrenamtlichen Betätigungen, Daten und Fakten. Bei ihrer Frage, was die Anwesenden mit Ehrenamt verbinden, herrschte weithin Staunen, denn alle Assoziationen waren positiv: Helfen, Verantwortung, Erfüllung, strukturierter Tagesablauf und Spaß wurden unter anderem genannt. Aber auch Erlerntes weiterzugeben und den eigenen Horizont zu erweitern, war ihnen wichtig. Beim Wunsch, aktiv zu bleiben, half dann direkt die Bewegungsbegleiterin Schwester Barbara Spiegelhoff, deren Auflockerungsübungen für den Alltag zum begeisterten Mitmachen animierten.

Anschließend hatten dann die Besucherinnen und Besucher bei der Mini-Messe „Markt der Möglichkeiten“ die Gelegenheit, sich über regionale Ehrenamtsangebote zu informieren. In persönlichen Gesprächen mit den Ausstellern konnten sie neue Aufgaben entdecken und erste Kontakte knüpfen, um sich einzubringen. Vom Digitalbotschafter über Sicherheitsberater und Nachbarschaftshelfer bis hin zum Lesepaten und Ausbildungsbegleiter – vor Ort gab es so Einiges im vielseitigen Ehrenamtsspektrum zu erkunden. Die Vereine und Organisationen zeigten sich begeistert, weil ernsthaftes Interesse bestand und ein intensiver Austausch erfolgte.

Inforeihe „Hinterm Ruhestand geht es weiter“

Die Veranstaltung bildete den gelungenen Abschluss der Inforeihe „Hinterm Ruhestand geht es weiter“, die gemeinschaftlich von der Seniorenleitstelle und der Koordinierungsstelle für Gemeindepsychiatrie der Kreisverwaltung des Westerwaldkreises, der Kreis-Volkshochschule Westerwald, dem Generationenbüro der Verbandsgemeinde Montabaur und der Landeszentrale für Gesundheitsförderung in Rheinland-Pfalz organisiert wurde.

Im ersten Modul erhielten die Teilnehmenden in der Hybridveranstaltung „Fit für Online-Seminare“ eine Einführung in ZOOM für Videokonferenzen. Mit dem neu erlernten Wissen können sie künftig an Online-Veranstaltungen teilnehmen und sie starteten dadurch auch entspannt in das zweite Modul der Reihe: In einem digitalen Vortrag berichteten Annika Kersting von der Landeszentrale für Gesundheitsförderung und Dipl.-Sozialpädagogin/Dipl.-Pädagogin Elisabeth Portz-Schmitt über das Thema „Ruhestand ahoi – jetzt schon die Segel neu setzen und Klippen umschiffen“. Im Mittelpunkt standen dabei die psychosoziale Bedeutung der Veränderung und die Risiken depressiver Erkrankungen. Entscheidend war für viele die Erkenntnis, dass es wichtig ist, sich auf den Ruhestand vorzubereiten.

Die Veranstalter der Inforeihe waren überrascht, wie offen die Menschen ansprachen, dass der Übergang ins Rentenalter für sie schwierig ist beziehungsweise war, denn oft werde das tabuisiert. Allen Beteiligten lag sehr am Herzen, sich gegenseitig zu unterstützen und dabei zu helfen, gemeinsam diesen Schritt gut zu meistern. So herrschte auch der Wunsch, die Veranstaltungen in irgendeiner Form fortzuführen, zumal bei der großen Breite ehrenamtlicher Tätigkeiten noch mehr Vereine und Organisationen mit Interessierten zusammengeführt werden sollten. Welche Möglichkeiten die Aussteller diesmal für Ehrenamtler bereithielten, kann in der Übersicht unter www.westerwaldkreis.de/pressemitteilungen-detailansicht/ehrenamt.html nachgelesen werden. Hier gibt es auch Kontaktdaten für Interessierte.

Hilfe bei Depressionen

Bei psychischen Problemen gibt es zahlreiche Anlaufstellen, die Hilfe bieten. Betroffene finden diese unter anderem im „Kompass für psychische Gesundheit im Westerwaldkreis“ unter www.westerwaldkreis.de/hilfen-fuer-psychisch-erkrankte-menschen.html mit Ansprechpartnern beispielsweise für ambulante und akute Versorgung, Rehabilitation, Selbsthilfe und tägliche Bedarfe. Dieser kann auch als Print-Broschüre unter psychiatriekoordination@westerwaldkreis.de angefordert werden.

Pressemitteilung des Westerwaldkreises

Lena Petersen vom Malteser Hilfsdienst erläuterte in ihrem Vortrag die große Bandbreite der ehrenamtlichen Betätigungen.

Lena Petersen vom Malteser Hilfsdienst erläuterte in ihrem Vortrag die große Bandbreite der ehrenamtlichen Betätigungen.

Mit großem Interesse verfolgten die Anwesenden das Programm und beteiligten sich rege am anschließenden Austausch mit den Ausstellern.

Mit großem Interesse verfolgten die Anwesenden das Programm und beteiligten sich rege am anschließenden Austausch mit den Ausstellern.

Weitere Themen

Bei der Eröffnung erläuterten die Veranstalter, warum dies für sie ein Herzensthema ist: (v.l.n.r.) Bianca Westphal, Seniorenleitstelle, und Angela Hartmann, Koordinierungsstelle für Gemeindepsychiatrie, beide Kreisverwaltung des Westerwaldkreises, Claudia Franke, Kreis-Volkshochschule Westerwald, und Judith Gläser, Generationenbüro der Verbandsgemeinde Montabaur. Fotos: Kreisverwaltung / Nicole Chemnitz

Artikel melden

? Vielen Dank! Ihre Meldung wurde erfolgreich versendet.
? Es gab einen Fehler beim Versenden. Bitte versuchen Sie es später erneut.
Kommentare
Bildergalerien
Neueste Artikel-Kommentare
  • Boomerang : Wenn man sich so intensiv um verarmte Kinder oder alte Menschen kümmern würde....
  • Tanja Busch : Ich kaufe am liebsten nachhaltig und finde es mehr als schade, dass Inpetto schließen musste. Es war immer ein Erlebnis dort einzukaufen und ich würde mir wünschen, dass sich ein neuer Platz in Bendorf anbietet für Second Hand Ware.

Illegale Müllentsorgung sorgt erneut für Ärger

  • Heuschrecke: Das ist leider nicht nur in Kesselheim es sieht leider überall an den Container so aus
  • Boomerang : Schlimme Zustände. Allerdings wird da anscheinend auch nicht oft genug geleert. Und der Wertstoffhof war zwischen den Jahren komplett zu.
Malermeister in Rheinbach: Sauber, schnell & zuverlässig, Tapezier- und Lackierarbeiten sauber und
Anzeigenauftrag #PR106350-2026-0020#
Anzeigenauftrag #PR106350-2026-0020#
Image Anzeige
Närrisches Wochenende Linz
Unternehmen erfolgreich regional
Anzeige KW 3
Empfohlene Artikel

Kreis Westerwald. Die Weidetierhalter stehen auf: Mit einer länderübergreifenden Mahnfeuer am Freitag, 23. Januar 2026 um 18 Uhr bei der Grillhütte in Rehe (Westerwaldkreis) machen Weidetierhalter, Verbände des ländlichen Raums und weitere Unterstützer auf die dramatische Lage der Weidetierhaltung aufmerksam, in die eine Politik der ungebremsten Ausbreitung des Wolfes sie bringt.

Weiterlesen

Weitere Artikel

Kein Lebewesen polarisiert so stark wie die Taube

Tierschutzgerechtes Stadttaubenmanagement in Andernach?

Andernach. In den letzten Monaten erhielt die Stadttaubenhilfe Koblenz/Neuwied e.V. einen Hinweis auf den geplanten Abriss des sogenannten „Nikoläuschen“ in Andernach, in dem nachweislich der Großteil der in Andernach-Stadt lebenden Stadttauben über die Jahre angesiedelt hatte.

Weiterlesen

Allgemeine Berichte

Traditioneller Kinderkarneval

Miesenheim. Am Freitag, 13.02.26 findet traditionsgemäß der Kinderkarneval des MKK statt. Getreu dem Motto „von und für Kinds“ steht hierbei alles im Zeichen der kleinen Jecken. Mit Tanzauftritten, Spiel und Spaß gelingt auch in diesem Jahr sicherlich wieder ein toller Nachtmittag! Hierzu sind alle herzlich eingeladen. Einlass ist um 13:30 Uhr, Beginn ist um 14:11 Uhr im Bürgerhaus Miesenheim, der Eintritt ist frei.

Weiterlesen

Einstimmiges Votum: Dr. Daniel Phiesel übernimmt Vorsitz im Aufsichtsrat der WFEG

Klares Signal für eine zukunftsgerichtete Ausrichtung der Wirtschaftsförderung

Rheinbach. Der Aufsichtsrat der WFEG Rheinbach hat Bürgermeister Dr. Daniel Phiesel einstimmig zu seinem Vorsitzenden gewählt. Mit dem geschlossenen Votum setzt die WFEG ein klares Signal für eine zukunftsgerichtete Ausrichtung der Wirtschaftsförderung in Rheinbach. „Wirtschaft ist für mich das zentrale Thema“, erklärt Bürgermeister Dr. Daniel Phiesel. „Entscheidend ist nicht, wo wir herkommen, sondern wo wir hinwollen.

Weiterlesen

Sonderseite Gesundheitsexperten Bad Neuenahr-Ahrweiler
Image
Betriebselektriker
Anzeigenauftrag #PR111825-2026-0002#
Pellets
Innovatives aus der VG Weißenthurm
Titelanzeige KW 3 Tagespflege
Unternehmen erfolgreich regional
Titelanzeige
Gesundheitsexperten in Bad Neuenahr-Ahrweiler
Anzeigenauftrag #PR106350-2026-0020#
Anzeigenauftrag #PR106350-2026-0020#
Sozialarbeiter/innen, Sozialpädagogen/innen
Stellenanzeige ZFA