Einwohnerversammlung der Stadt Bad Breisig:
Sicherer Schulweg, neue Buslinie und innovative Bauprojekte
Bad Breisig. Der Bürgermeister hatte zur Einwohnerversammlung am 28. Mai in die Jahnhalle eingeladen, und trotz hochsommerlicher Temperaturen waren ca. 30 Bürger der Quellenstadt dieser Einladung gefolgt. Zur Unterstützung hatte Marcel Caspers sechs Fachleute aus der Verwaltung an seiner Seite, und so entspannte sich über zwei Stunden ein informationsreicher und diskussionsfreudiger Austausch.
Zunächst listete der Verwaltungschef die Themen des Abends auf: Bauprojekte, Zwiebelsmarkt, Verkehrsangelegenheiten sowie Fragen und Anregungen der Bürger.
Andreas Schmitz, stellv. Leiter des FB Bauen, Wohnen und Infrastruktur, stellte die verschiedenen Bauprojekte vor, angefangen mit der Errichtung eines Waldkindergartens am ehemaligen Sportplatz Hasenberg. Die Machbarkeitsstudie dazu wurde abgeschlossen, der Bauantrag befindet sich in der finalen Phase, und eine europaweite Ausschreibung für die Objektplanung wird vorbereitet.
Das zweite große Bauprojekt ist die laufende Sanierung der Lindenschule. Die Außenfassade des Gebäudes B ist bereits saniert einschl. PCB- und Asbestsanierung, aktuell erfolgen noch Dämmmaßnahmen sowie die Produktion neuer Brandschutztüren. Die Fassade des Gebäudes A wird im Sommer 2026 rückgebaut werden, und ab Frühjahr 2027 folgen Fenstersanierung und Wärmedämmung.
Auch das weitere Lindenschule-Projekt „Sicherer Schulweg“ nimmt Formen an. Seit Dezember 2025 werden die Gehwege in drei Bauabschnitten ausgebaut sowie die Haltestelle an der Lindenschule barrierefrei gestaltet. Außerdem wird eine „Kiss & Ride“-Zone erstellt, in der bringende Eltern ihre Kinder verabschieden können. Hierzu gab es einige Wortmeldungen von Eltern und Anwohnern der Schule, die sich über wild parkende „Helikoptereltern“ beklagten. Diese würden ihre Kinder am liebsten direkt ins Klassenzimmer fahren und verursachen damit immer wieder gefährliche Verkehrssituationen. Durch die neue Ausladezone („Kiss&Ride“) werden solche Situationen demnächst der Vergangenheit angehören. Die Verwaltung rechnet mit Ende der Baumaßnahmen bis Dezember 2026. Eine weitere Anregung von Bürgern nahm die Verwaltung sofort auf, nämlich die Verlängerung der Grünphase an der nahen Ampelanlage B9/Aldi. Denn bislang ist die Grünphase für Kinder, ältere Menschen und Behinderte viel zu kurz zur Überquerung der gefährlichen Kreuzung.
Die Verwaltung informierte über den Stand weiterer Straßenbau- und Baumaßnahmen. Der Straßenausbau der Miebachstraße (seit 11/2024) ist im April diesen Jahres erfolgreich beendet worden, während sich der Neubau des Miebachkanals in der finalen Phase befindet. Beim Straßenausbau „Am Schönblick“ (seit 09/2025) werden die Wasser-und Gasleitungserneuerungen in Kürze beendet werden, und der Kanalneubau wird beginnen. In der Eichendorff-Straße wird eine neue Stauanlage errichtet werden, die Ausführungsplanung ist fertiggestellt. Bezüglich der Straßenbauprojekte „Augustenweg“ und „Amselweg“ sind die Planungsleistungen ausgeschrieben worden.
Bürgermeister Caspers berichtete über die Verkleinerung des Zwiebelmarktgeländes mit Konzentration auf den Kurpark, und informierte über den Beschluss des Stadtrates, an der Tempo-30-Zone auf der B9 festzuhalten und damit einer Petition zur Wiedereinrichtung einer Tempo-50-Zone nicht zu folgen.
Für den Tourismus wichtig ist sicherlich die geplante Mobilitätsstation am Bahnhof Bad Breisig. Diese Station soll einen Parkplatz für Carsharing, eine Info-Stele, Fahrradboxen, Fahrrad-Sammelschließanlagen und Schließfächer sowie Fahrrad-Reparatursäulen, ein Wetterschutzhaus sowie eine neue WC-Anlage enthalten. Die finale Ausführungsplanung ist fast fertig.
Die Vereine freuen sich über Umbau, Renovierung und energetische Sanierung der Sängerhalle in Oberbreisig. U.a. erfolgt eine Dachsanierung, ein Fenstertausch, eine Fassadendämmung, die Erneuerung der Heizungsanlage, der Photovoltaik-Anlage und des Toilettentraktes. Hier ist der Baubeginn bereits erfolgt.
Neben der Buslinie 800 ist die Einrichtung der neuen Linie 808 ab 08/2028 geplant. Dadurch können zusätzliche Haltestellen Waldstraße, Waldfriedhof, Sebastian-Kneipp-Straße und RheinRuhe errichtet werden.
Durch das neue Landesförderprogramm „Regionales Zukunftprogramm“ (R.Z.N.) erhält die VG Bad Breisig fast 2,2 Mio Euro, davon entfallen auf die Stadt Bad Breisig 734.300 Euro. Das R.Z.N. soll Kommunen gezielt bei der nachhaltigen Weiterentwicklung unterstützen, und dies bei einem schlanken Antragsverfahren, das den Kommunen große Entscheidungsspielräume läßt.
Das sind die Planungen
Die Stadt Bad Breisig wird das Budget für folgende Maßnahmen verwenden:
Bereitstellung von neuem Mobiliar für die Sängerhalle; Beschaffung von Licht- und Beschallungstechnik sowie neuem Mobiliar für die Jahnhalle; Festplatzanschluss Kurpark (Wasser- und Stromanschluss); Attraktivierung von Biergasse und Rheinufer (Blumenkübel, Bänke); E-Bike-Lade- und Reparaturstation am Rhein; barrierefreier Ausbau von zwei OPNV-Haltestellen; schönere Gestaltung der Ortseingänge.
Zwei weitere große Bau- bzw. Sanierungsmaßnahmen werden leider mit erheblichen Einschränkungen für Einwohner und Touristen einhergehen:
Zum einen wird der Radweg am Rhein Richtung Sinzig auf einer Länge von 3650 m saniert, ausgebaut und asphaltiert werden. So notwendig diese Maßnahme ist, wird die Bauzeit von ca. 1,5 Jahren für die Fahrradfahrer bitter sein, da der Fahrradweg in dieser Zeit ersatzlos wegfallen wird.
Zum anderen steht die Generalsanierung Teil II der Römerthermen an. Wie Esther Zimmermann, Geschäftsführerin der Thermen erläuterte, wird ab April 2027 die gesamte Räumlichkeit für 10 Monate geschlossen werden, da während der Bauarbeiten ein laufender Betrieb nicht verantwortet werden kann. Warum die Generalsanierung nicht an einem Stück erfolgen konnte, wurde auch beantwortet: während der abgeschlossene erste Teil der Generalsanierung (insbs. Technikerneuerung) durch EU-Mittel finanziert werden konnte, wird der zweite Teil der Generalsanierung durch Bundesmittel bezuschusst. Schwerpunkte der energetischen Sanierung umfassen Fassade/Gebäudehülle, das Dach, das Innenbecken und weitere technische Ausrüstungen, Ziel ist die völlige Barrierefreiheit 2028. MitarbeiterInnen mit unbefristeten Verträgen werden ihre Arbeitsplätze erhalten können.
So schmerzhaft diese Einschränkungen sein werden, so schön wird das Jahr 2028 werden, wenn sich Bad Breisig mit neuem Radweg und moderner Wellness-Landschaft zu einem touristischen Kleinod entwickeln kann und die Lebensqualität der Quellenstadt wachsen wird.
Die nächste Einwohnerversammlung soll im Herbst stattfinden.
Marcel Caspers und Esther Zimmermann informierten über aktuelle Entwicklungen. Foto: AKS Foto: Picasa
