Allgemeine Berichte | 23.09.2022, 14:03 Uhr

Löwengeburtstag

Spannung, Spiel und was zum Futtern

Spannung, Spiel und was zum Futtern
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Am Vormittag des 21. Septembers herrscht so gar kein Festtagswetter im Zoo Neuwied: Die Löwenanlage liegt in trübem Dunst, und es ist herbstlich kühl. „Das hält uns aber nicht davon ab, trotzdem alles für die Party vorzubereiten – schließlich wird man nur einmal Eins!“ Katharina Meise, stellvertretende Revierleiterin des Raubtierreviers, ist hoch motiviert, und ergänzt: „Und da das aller Voraussicht nach der einzige Geburtstag ist, den sie hier bei uns verbringen, wollen wir den zu einem ganz besonderen Erlebnis machen.“

Die Löwen-Drillinge Malik, Thabo und Alore warten im Löwenhaus zusammen mit ihren Eltern mehr oder weniger geduldig darauf, dass die Tierpfleger ihre Arbeit im Gehege beenden und sie herauslassen. Doch die lassen sich Zeit: Mit tatkräftiger Hilfe von mehreren Auszubildenden werden besondere Leckerbissen liebevoll in Kartons und Pappröhren verpackt, in Säcke gestopft oder in Spielbällen versteckt. Diese werden dann überall in der Anlage verteilt – nicht nur auf dem Boden. „Wir geben uns richtig Mühe beim Platzieren der Geschenke“, ächzt die Tierpflegerin, die auf einem Kletterbaum balanciert und einen schweren Pappkarton über Kopfhöhe zwischen den Ästen einklemmt. „So müssen die Tiere sich ihr Futter erarbeiten, und sind durch diese Herausforderung körperlich und auch geistig gut beschäftigt.“

Ein paar Minuten später sind alle Geschenke verteilt, und die Mitarbeiter verlassen das Löwengehege. Meise prüft als Verantwortliche sorgfältig, dass alle draußen sind, und schließt dann zweimal ab. „Jetzt kommt der große Moment“, sagt sie und verschwindet im Löwenhaus, von wo aus sich die schweren Metallschieber bedienen lassen, die die Innenräume vom Außengehege trennen. Sekunden später öffnen sie sich, und Kater Schröder drängt heraus, dicht gefolgt von Löwin Zari. Erst dann folgen Alore und ihre Brüder Malik und Thabo. Aber dann gibt es kein Halten mehr: Zu verlockend duftet es aus den zahlreichen Päckchen. Mutter Zari ist mit mindestens ebenso großem Appetit dabei wie ihre Sprösslinge.

„Das ist ein bisschen, wie wenn man einem Kind ein Überraschungsei schenkt“, vergleicht die Tierpflegerin. „Die Spannung und Vorfreude beim Auspacken sind mindestens genauso schön wie der leckere Inhalt. Und -da sind auch Löwen einfach typisch Katze- mit den Kartons spielen die drei Halbstarken auch gerne.“

Spannung, Spiel und was zum Futtern
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