Drei Vereine ließen eine einst beliebte Veranstaltung in Dierdorf wieder aufleben
Steaks, Wein und Musik lockten zum romantischen Schlossweiherfest
Besucher waren begeistert und kamen in Scharen
Dierdorf. Die Kommentare gingen alle in die gleiche Richtung: „Das ist einfach klasse, dass das Schlossweiherfest wieder stattfindet. Vagen Schätzungen von Besuchern zufolge hatte das letzte Schlossweiherfest vor mehr als zehn Jahren stattgefunden. Der Wettergott meinte es gut mit dem Schlossweiherfest und bescherte Besuchern wie Veranstaltern einen lauschigen Sommerabend und eine ebenso angenehme Nacht. „Das Fest gehörte eigentlich zu Dierdorf, es ist schön, dass es wieder auflebt“, sagte Liesel Hartstang, die mit ihrem Mann zum Schlossweiherfest gekommen war. Gefeiert wurde auf der Schlossweiherinsel und vor dem Weiher bis in den frühen Morgen. Für eine besonders außergewöhnliche Atmosphäre sorgte die Kulisse des einstigen Schlosses, das auf der Insel stand und dem Areal seinen Namen gab. Der Verkehrs- und Verschönerungsverein ist im Besitz einer riesigen Leinwand, auf die die Kulisse des Dierdorfer Schlosses aufgemalt ist. Das Schloss befand sich auf der Schlossinsel im Schlosspark.
1701 begann man mit dem Bau, nach 25 Jahren war es immer noch nicht fertig. Das Gebäude hatte eine Front von 45 Meter Breite, eine Höhe von 14 Meter und die beiden Ecktürme waren 21 Meter hoch.
Im Schloss wohnte die Familie des Fürstenhauses Wied-Runkel. Als der Fürst zu Wied seinen Wohnsitz nach Neuwied verlegte, verfiel das Schloss immer mehr. Da das nötige Geld fehlte, um alles wieder in Ordnung zu bringen, wurde das Schloss 1902 gesprengt. Einen Teil der Steine verwendete man für den Bau der evangelischen Kirche in Dierdorf.
Romantische Beleuchtung sorgte für gute Stimmung
Die Kirmesgesellschaft, die Feuerwehr und der Verkehrs- und Verschönerungsverein hatten ihre Mitglieder aktiviert, um das Fest wieder auszurichten. So konnten der Bierbrunnen, der große Schwenkgrill und die Weinlaube auf der Insel ausreichend mit Personal besetzt werden, um die vielen Gäste zu bedienen. Manch einer war überrascht von dem großen Ansturm von Besuchern.
Alt und Jung versammelten sich unter den alten Parkbäumen am Wasser. Der Verkehrs- und Verschönerungs-
verein hatte für eine romantische Beleuchtung auf der Insel gesorgt und auch jede Menge Kerzen aufgestellt, was dem Park eine schöne Atmosphäre verlieh. Ausgeschenkt wurde in dem vom VVV gebauten offenen Holzpavillon Weine des Weinguts Finkenauer aus Bubenheim im Selztal. Dazu wurden Käse und Trauben gereicht.
Unten am Weiher bedienten die Mitglieder der Kirmesgesellschaft den großen Schwenkgrill, auf dem die Steaks und Würstchen bruzzelten, die im Brötchen gereicht wurden.
Die Feuerwehrleute hatten im Bierbrunnen alle Hände voll zu tun, die Nachfrage nach kühlen Getränken zu stillen. Durst statt Feuer löschen hieß die Devise. Mit zwei Gitarren und einer tollen Gesangsstimme sorgte das Duo „Random“ für eine ansprechende akustische Kulisse. Was eigentlich gar nicht vorgesehen war, das Tanzen, fand dann später doch statt. Angeregt von den vielen bekannten Pop- und Rocktiteln, die Random spielte, tanzten die Gäste auf der Parkplatzfläche vor der Schlossweiherinsel.
Natürlich wurden bereits die ersten Anfragen gestellt, ob das Schlossweiherfest jetzt wieder regelmäßig oder vielleicht sogar jährlich stattfindet. Darauf konnte zwar noch niemand eine konkrete Antwort geben. Klar ist aber, dass nach diesem großen Erfolg der Veranstaltung der Wunsch nach Wiederholung da ist. Die Verantwortlichen der drei Vereine werden sich in den kommenden Wochen darüber Gedanken machen müssen.
Die Musik des Gitarrenduos Random kam gut an. Die beiden Musiker hatten viele rockige Titel aus den siebziger Jahren in ihrem Repertoire.
