Allgemeine Berichte | 05.12.2023

Theatergruppe thematisiert Traumatisierung

„Stell Dir vor es ist Krieg und Du gehst hin“

Offen: Ein heimgekehrter Soldat berichtet von seinen traumatischen Erlebnissen.  Fotos: Bundeswehr/Belz

Koblenz. Kürzlich war das Axensprung-Theater aus Hamburg nach den erfolgreichen Auftritten 2019 und 2022 wieder zu Gast am Zentrum Innere Führung. Nach den historischen Schauspielen der vergangenen Jahre ging es mit dem Stück „Kampfeinsatz“ dieses Mal um das Thema von Belastungsstörungen als Folge von traumatischen Erlebnissen bei Auslandseinsätzen. Obwohl das Stück bereits 2015 Premiere feierte, behandelt es gerade vor dem Hintergrund der Zeitenwende ein aktuelles Themengebiet. „Insbesondere die Invictus Games in Düsseldorf haben gezeigt, wie wichtig dieses Thema ist, heute mehr denn je“, sagte Oberst Dieter Börgers in Vertretung des Kommandeurs des Zentrums Innere Führung zur Einleitung.

Das Axensprung-Ensemble stellte eindrucksvoll Probleme von Einsatz-Veteranen insbesondere nach Auslandseinsätzen dar; waren die früheren Theaterstücke noch mehr militär-historische Weiterbildungen, so ging das Stück „Kampfeinsatz“ vielen der gut 150 Zuschauer sichtlich unter die Haut; der Applaus zeigte deutlich, wie beeindruckt das Publikum war. Daher bedankte sich Oberst Börgers im Anschluss bei der Theatertruppe, die gerade Anfang November 2023 von Verteidigungsminister Boris Pistorius in der Kategorie „Bildung und Kultur“ mit dem Preis für „Bundeswehr und Gesellschaft“ ausgezeichnet wurde, ebenso bewegt: „Der Umgang mit und die Bewältigung von Trauma, Verwundung und Tod ist ein wichtiger Bestandteil der Inneren Führung; und Kultur ebenso wichtig, diese Problematik in der Gesellschaft bewusst zu machen.“

Immer wieder kehren Soldaten und Soldatinnen körperlich oder seelisch geschädigt aus einem Auslandseinsatz zurück. Zusätzlich zu den sich daraus ergebenden Belastungen für die Betroffenen und ihre Angehörigen, kommen dann oftmals noch zahlreiche administrative und organisatorische Schwierigkeiten hinzu. Um diesen adäquat zu begegnen, bildet das Zentrum Innere Führung sogenannte „Lotsinnen und Lotsen für Einsatzgeschädigte“ aus. Die Aufgabe von Lotsinnen und Lotsen ist es, ihre einsatzgeschädigten Kameradinnen und Kameraden bei der Suche nach geeigneten Hilfs- und Unterstützungsangeboten aktiv zu unterstützen. Auf unbürokratische Weise erhalten die betroffenen Soldaten und ihre Angehörigen Beistand „auf Augenhöhe“. Um die Lotsenorganisation bundeswehrweit zu koordinieren, wurde die Leitstelle Lotsen der Bundeswehr am Zentrum Innere Führung eingerichtet. Sie führt ein zentrales Verzeichnis aller Lotsen in der Bundeswehr, sorgt für deren Aus- und Weiterbildung und führt in jedem zweiten Jahr eine Tagung für alle Lotsinnen und Lotsen der Bundeswehr durch.

Pressemitteilung des

ZInFü

„Stell Dir vor es ist Krieg und Du gehst hin“

Offen: Ein heimgekehrter Soldat berichtet von seinen traumatischen Erlebnissen. Fotos: Bundeswehr/Belz

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