Diskussion um Strafgebühr für Kassenpatienten
Strafe für verpasste Termine: Ärzte wollen Patienten zur Kasse bitten
Überregional. Die Forderung nach einer Strafgebühr für Kassenpatienten, die gebuchte Arzttermine unentschuldigt verstreichen lassen, sorgt für hitzige Diskussionen. Dr. Andreas Gassen, Vorstandsvorsitzender der Kassenärztlichen Bundesvereinigung (KBV), hält eine solche Regelung für dringend notwendig. Nach seiner Auffassung seien leere Praxisstühle nicht nur ärgerlich, sondern auch eine unnötige Belastung für das ohnehin angespannte Gesundheitssystem.
Gassen: „Jede Forderung nach mehr Terminen ist lächerlich“
Gassen argumentiert, dass Praxen Termine nicht doppelt vergeben können und durch ungenutzte Zeitfenster anderen Patienten der Zugang zur medizinischen Versorgung erschwert werde. Zudem sei die Vergütung vieler Leistungen unzureichend, sodass ein Teil der Termine bereits jetzt ohne Honorar für die Ärzte bleibe. Seine Lösung: Eine Ausfallgebühr zwischen 25 und 35 Euro, die von den Krankenkassen übernommen werden soll, wenn Versicherte ihre Termine ohne Absage verpassen. Diese Gebühr solle den tatsächlichen Kosten des Termins entsprechen.
Gewerkschaften lehnen Strafgebühr ab
Kritik gibt es u.a. von Anja Piel vom Deutschen Gewerkschaftsbund (DGB), die den Vorschlag entschieden ablehnt. Ihrer Meinung nach brauche es keine neuen Maßnahmen, die Versicherte zusätzlich belasten, sondern vielmehr eine funktionierende ambulante Versorgung, damit lange Wartezeiten gar nicht erst entstehen. Sie sieht in der Forderung nach Strafzahlungen eine pauschale Unterstellung gegenüber den Patienten und fordert stattdessen eine bessere Erreichbarkeit der Praxen für kurzfristige Terminabsagen.
BA
Symbolfoto: Pixabay