Allgemeine Berichte | 24.11.2025

Kurzweiliges Bühnenspektakel mit versierten Akteuren

Theaterensemble Treis erfreut mit amüsantem Dreiakter

Das Theaterensemble Treis erfreut sein Publikum in diesem Jahr mit dem Dreiakter „Auch Superhelden sind nur Menschen“! Fotos: TE

Treis-Karden. Exakt eine Woche bevor am Adventskranz die erste Kerze angezündet wird, spielt das Theaterensemble Treis bereits mit dem Feuer.

Dabei entzündet es auf der Kleinkunstbühne der örtlichen Knabenschule zwar keine Kerzen, aber ein Feuerwerk an Gags in dem Dreiakter „Auch Superhelden sind nur Menschen“ (Hans Schimmel).

In diesem übernimmt innerhalb nachbarschaftlicher Beziehungen das Chaos die Regie und zeigt höchst amüsant und ungehemmt auf, wie liebevoll Gutmenschen sein können und wie unmenschlich sie ausgenutzt werden.

Auch der schüchterne Manni Bühl (Jürgen Pellio) gehört zu den Kandidaten, die noch ihr letztes Hemd hergeben würden, bevor denn ein „Nein“ über ihre Lippen käme. Sehr zum Leidwesen von Kumpel Rudi Radler (Dirk Mandernach), der als neurotischer Verschwörungstheoretiker mit Folienhut allerdings schon sein eigenes Päckchen zu tragen hat. Sein Engagement, Manni zu einem Kurswechsel bezüglich seiner Gutmütigkeit zu bewegen, stößt zunächst auf taube Ohren. Dagegen hat die modetechnisch in den 70er Jahren zurückgebliebene Nachbarin und Batic-Tussi Gundula Hornung (Steffi Rehn) mit Kurzsichtigkeit zu kämpfen.

Sie hat zwar ein gewogenes Auge auf Manni geworfen, doch bleibt sein Bild für sie getrübt, da sie, trotz Anratens von Freundin Eva Seibel (Helga Löhr), weiterhin auf eine Brille verzichtet. In der Folge bleiben Manni wie Gundula zunächst hilflos. So lässt sich Buchhalter Bühl in seiner Gutmütigkeit auch weiterhin von seiner Chefin Barbara Walraff (Ute Iwanov), dem auf Krawall gebürsteten Nachbarn Kurt Wiesenwicht (Elias Rehn), sowie der nervig labernden Versicherungstante Rudolfine Kunze (Marie-Therese Jahnen) gnadenlos ausnutzen, während Gundi weiterhin auf diffuses Sehen setzt.

Kumpel Rudi geht Mannis Verhalten irgendwann zu weit. Er überzeugt diesen letztendlich die Hilfe des Wahrsagers und Hypnotiseurs Karamani Karamanis (Nadim Aboulzahab) in Anspruch zu nehmen. Dessen positive Suggestionen bewirken in Mannis Trancezustand allerdings Ungewolltes. Während der sich zunächst für einen Superhelden hält und im Superman-Outfit versucht über die Bühne zu schweben, folgen im Anschluss seine wortgewandte Auftritte als Priester mit abgewandelten Kirchenzitaten, als Terminator á la Arnold Schwarzenegger und als krähender Hahn mit Lust auf Huhn.

Der herrliche Wortwitz in den urkomischen Dialogen führt beim begeisterten Publikum dann oftmals zum Fluss von Freudentränen und Schnappatmung, da das Ensemble hier trefflich gesetzte Zwerchfellattacken im Minutentakt liefert. Perfekt wird das Chaos, als mit Clementine (Steffi Hähn) und Alfonsius (Martin Gräf) die beiden Schutzengel von Manni und Gundi dazu stoßen und teilweise linkisch in das Geschehen eingreifen. Ob es wohl doch noch zu einem Happyend kommt? An dem Theatererlebnis mit toll aufspielenden Akteuren kann man sich auch noch an diesem Wochenende erfreuen. TE

Wahrsager und Hypnotiseur Karamani Karamanis versetzt gleich zwei Akteure in einen angeblich hilfreichen Trancezustand.

Wahrsager und Hypnotiseur Karamani Karamanis versetzt gleich zwei Akteure in einen angeblich hilfreichen Trancezustand.

Die beiden durchgeknallten Chaoten Manni und Rudi sind beste Freunde, können sich aber gegenseitig nicht helfen.

Die beiden durchgeknallten Chaoten Manni und Rudi sind beste Freunde, können sich aber gegenseitig nicht helfen.

Manni Bühl und Gundula Hornung sind in ihrer Hilflosigkeit gefangen. Auch ihre Schutzengel wissen hier keinen Rat.

Manni Bühl und Gundula Hornung sind in ihrer Hilflosigkeit gefangen. Auch ihre Schutzengel wissen hier keinen Rat.

Fotogalerie: Kurzweiliges Bühnenspektakel in Treis 2025

Foto: alle TE

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