Allgemeine Berichte | 06.03.2017

Nachruf

Trauer um Werner Lücke

Einstige Fußballgröße im Ahrkreis und Hausmeister im Sinziger Schloss im Alter von 90 Jahren gestorben

Die „Lücke-Elf“ mit Werner Lücke (Sechster von rechts) vor dem Pokalspiel gegen den FK Pirmasens im Jahr 1960.Repro -BL-

Sinzig. Werner Lücke ist tot. Nach kurzem Krankenhausaufenthalt ist die einstige Fußballgröße im Kreis Ahrweiler, die über Jahrzehnte Hausmeister im Sinziger Schloss war, am vergangenen Donnerstag gestorben. Lücke kam am 30. Oktober 1926 zur Welt und stammte aus Wusterwitz in Brandenburg.

Als er 1947 aus der amerikanischen Kriegsgefangenschaft entlassen wurde, bot ihm der Mitgefangene Heinrich Schuster an, mit ihm zu seiner Familie nach Sinzig zu kommen, um von dort aus Fuß im zivilen Alltag zu fassen.

Außerdem suchte der Sportclub „Rhein-Ahr“ Sinzig 1910 e.V. talentierte Kicker. Lücke profitierte davon, dass er während der Gefangenschaft in der Freizeit viel trainiert hatte. Von 1947 bis 1963 prägte er den Fußball und die Geschichte des SC mit.

Das „Lücke-Elf“ genannte Erfolgsteam stieg in den späten 1950er und frühen 1960er Jahren bis in die höchste Amateurklasse auf.

Lücke war in Sinzig Spielführer, Trainer und Torjäger und 1963/64 auch Trainer beim SV Remagen. Nach Tätigkeiten bei verschiedenen Sinziger Firmen trat Werner Lücke 1965 mit seiner Frau Anna im Schloss eine Hausmeisterstelle an und bezog mit ihr und Tochter Brigitte eine Wohnung im Dachgeschoss. Seither sorgte er, die Zuverlässigkeit in Person, bis ins hohe Alter für Sauberkeit und Ordnung im Schloss, das er hütete „wie meinen Augapfel“.

Groß war die Aufregung, als im September 1975 – der Hausmeister hatte während seines Urlaubs aus der Zeitung davon erfahren – ins Schloss eingebrochen und Gemälde, Münzen und Skulpturen entwendet wurden. Lücke half der Kripo Remagen bei der Identifizierung der Objekte in einer Garage in Rolandseck.

Solange es seine Kräfte zuließen, wirkte er als guter Geist des Schlosses und pflegte die Geselligkeit mit den Freunden aus den Kickerzeiten.

Die Trauerfeier mit anschließender Beisetzung ist am Donnerstag, 9. März um 14 Uhr auf dem Friedhof in Sinzig.

HG

Durch Werner Lückes Erinnerung an das Bild „Die Nesträuber“ konnte das Diebesgut identifiziert werden.-HG-

Durch Werner Lückes Erinnerung an das Bild „Die Nesträuber“ konnte das Diebesgut identifiziert werden.Foto: -HG-

Die „Lücke-Elf“ mit Werner Lücke (Sechster von rechts) vor dem Pokalspiel gegen den FK Pirmasens im Jahr 1960.Foto: Repro -BL-

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