Ehemalige Nickenicherin macht wieder Schlagzeilen in der Modebranche
Vanessa Becker ist auf dem Weg in den Mode-Olymp
Nickenich. Im Dezember letzten Jahres berichtete BLICK aktuell unter der Headline „Ein vorgezogenes Weihnachtsmärchen - Ehemalige Pellenzerin gewinnt Nachwuchs-Mode-Contest in Cannes“ über die 32-jährige Vanessa Becker, die in der Pellenzgemeinde Nickenich aufgewachsen ist und damals im 3. und letzten Ausbildungsjahr ihres Modedesign-Studiums in Italien war. In diesem Sommer hat sie dieses abgeschlossen mit dem Ergebnis „Cento/centesimi (100/100) e lode,“ was einer 1+ entspricht. Dieser Abschluss war mit der Teilnahme an der „Fashion Graduate Italia“ in Mailand am 5. November 2022 verbunden.
Selbstverständlich reisten die Eltern aus Nickenich rechtzeitig nach Base Milano, dem Zentrum der Mode. Diese Veranstaltung wurde selbstverständlich von den übrigen Familienmitgliedern zu Hause via YouTube live mitverfolgt.
Hier wurden die Modelle der gesamten Abschlussklasse der Modeschule „Next Fashion School by
Carla Secoli“ mit Sitz in Bologna durch professionelle Mannequins vorgeführt. Und so waren auch die fünf von Vanessa kreierten Modelle dabei. Für die Eltern war es äußerst interessant, zu sehen, welche Arbeit dahintersteckt.
Bis ein Modell für eine Modenschau reif ist, gibt es etliche Stufen, die es zu erarbeiten gibt. Alles beginnt mit einer Inspiration, einer Idee oder mehreren Ideen, die durch ein „Moodboard“ gesammelt und festgehalten werden. Diese Ideen und Inspirationen werden auch schriftlich durch Schlüsselwörter oder ein Konzept, eine Message, festgehalten, die man durch seine Kollektion an andere Menschen weitergeben kann. Eine Möglichkeit, seine ganze Kreativität raus zu lassen. An die kreative Wand, an das sogenannte „Moodboard“, kommen nun auch die ersten Skizzen, die Stoffe und Farbwahlen. Auch die ersten Stoffmuster-Ideen werden mit einem Zeichenprogramm, Adobe Photoshop oder Illustrator, hergestellt. Wenn nun aus den ersten Skizzen und Ideen die definitiven Zeichnungen aussortiert werden, wird für jedes Outfit ein technisches Datenblatt angefertigt, wo jedes Detail von jedem Kleidungsstück erklärt und beschrieben wird. Ebenso die Farbe und Stoff-Wahl. Dies wird durch eine technische Zeichnung jedes einzelnen Kleidungsstückes von verschiedenen Perspektiven unterstützt und mit dem Programm Illustrator angefertigt. Nun werden die Pattern (Druckmuster) verschickt, die auf die gewählten Stoffe gedruckt werden. In der Zeit werden mithilfe der Zeichnungen und den technischen Datenblättern die Schnittmuster/Modelle angefertigt. Die ersten Musterproben werden auf Seidenpapier und/oder auf Leinwand an der Schneiderpuppe anprobiert und wenn nötig verbessert, bis das Modell perfekt sitzt.
Sobald die bedruckten Stoffe da sind, werden diese mit den passenden Schnittmustern zugeschnitten. Bei Stoffen mit Mustermotiven ist es sehr wichtig, beim Zuschneiden auf den Musterverlauf zu achten. Dasselbe gilt für die Accessoires. Wenn nun alles zugeschnitten ist, geht es ans Nähen.
Wenn am Ende alles fertiggestellt ist, beginnt die Vorbereitung für die Modenschau. Unter anderem heißt es, Musik für die eigene Show auszusuchen und bereitzustellen. Außerdem gibt es im Vorfeld einen Termin für ein „Fitting“. Hierunter versteht man die Anprobe der Modekollektion vor einer Show oder einem Shooting, so hat man die Möglichkeit, die letzten Makel zu entfernen. Spannend wird es dann, wenn auf der Leinwand zunächst das Thema der Outfits und die Namen der Modedesigner erscheint. Der Raum ist noch ganz dunkel. Dann erscheint das erste Modell und der Laufsteg wird in Etappen von vorne nach hinten beleuchtet. Es ist absolut beeindruckend, wenn die Modelle der Tochter durch bildhübsche Modells auf dem Laufsteg präsentiert werden. Am Ende einer Kollektion erscheint dann immer der Designer. In diesem Fall war es die gesamte Abschlussklasse als Nachwuchskünstler.
Mittlerweile sind ihre Modelle in verschiedenen Modezeitschriften veröffentlicht, u.a. in der „FALCON“ sowie in der „VOGUE“ (italienische Ausgabe). Dass dies gleichzeitig ein Aushängeschild für die private Modeschule ist, muss hier nicht erwähnt werden.
Seit dem 5. November erhält Vanessa laufend Nachfragen von Journalisten und Fotografen. Einen weiteren Mode-Contest bei TFP-Talents, an dem sie sich im November 2022 mit ihren Modellen ganz spontan beworben hatte, landete sie wieder auf Platz eins und gilt hier nun als „Designer des Monats Dezember“. Hier profitierte sie natürlich durch die professionellen Fotos, die auf der „Fashion Graduate Italia“ geschossen wurden. Diese Aufnahmen stehen den Designern für Werbezwecke und Zeitungsberichte zur Verfügung.
Da Vanessa ihren Wohnsitz in dem idyllischen Städtchen Castelvetro di Modena hat, lebt sie zwischen Modena und Bologna in optimaler Entfernung zu den italienischen Modemachern. Hier, wo ihr Mann ein Restaurant betreibt, wohnt sie nun schon über zwölf Jahre und sie hat auch schon so manchen Besuch aus der Heimat erhalten.
Modelle präsentieren die fünfteilige Kollektion von Vanessa Becker auf der „Fashion Graduate Italia“ in Mailand. Foto: Daniele Venturelli
Foto: Daniele Venturelli ) Foto: Daniele Venturelli
Foto: Daniele Venturelli
Foto: Daniele Venturelli Foto: Daniele Venturelli
Foto: Daniele Venturelli
