Verleihung der Ehrennadel des Landes Rheinland-Pfalz
Verdiente Auszeichnung für uneigennütziges Engagement
Neun Mitbürger wurden für ihren ehrenamtlichen Einsatz im Kreishaus geehrt
Bad Neuenahr-Ahrweiler. Ehrenamtliches und somit unbezahltes Engagement, uneigennützig und für die Gesellschaft, geschieht oftmals unbemerkt und bleibt daher häufig unentdeckt. Eine der Möglichkeiten, eben jenes selbstlose Engagement zu würdigen, ist in Form von Auszeichnungen und Ehrungen. Neun Männer, die sich seit Jahrzehnten auf den verschiedensten Gebieten für ihre Mitmenschen einsetzen, wurden jetzt im Rahmen einer Feierstunde im Kreishaus mit der Ehrennadel des Landes Rheinland-Pfalz ausgezeichnet. Landrat Dr. Jürgen Pföhler überreichte die von Ministerpräsidentin Malu Dreyer verliehene Ehrennadel samt Urkunde und Ahrwein-Präsent und unterstrich, wie wertvoll ehrenamtliches Engagement ist. „Sie alle setzen sich auf vorbildliche Weise in den verschiedensten Bereichen in ihren Heimatorten ein. Damit tragen sie auch zur Verbesserung der Lebensqualität in unserem Kreis und unserer Region bei. Jeder einzelne von ihnen bewegt etwas, setzt sich für eine Sache ein und investiert viel Energie und Zeit. Es ist daher besonders wichtig, dieses Engagement durch Veranstaltungen wie der heutigen und eben auch durch Orden und Ehrenzeichen mehr ins Rampenlicht zu rücken: Um den Lebensweg eines Menschen zu würdigen, auch um Menschen zur Nachahmung anzuregen und um zu zeigen, welche Werte unserer Gesellschaft wichtig sind“, so Pföhler. Folgende Personen wurden mit der Ehrennadel des Landes Rheinland-Pfalz gewürdigt.
Engagement im Naturschutz
Horst Engelstädter, Löhndorf, für mehr als 40-jähriges Engagement um den Tier- und Naturschutz im Kreis Ahrweiler, unter anderem durch jahrzehntelange Mitgliedschaft im Imkerverein „Goldene Meile“, davon lange Jahre als Schriftführer und Vorsitzender. Zudem war Horst Engelstädter maßgeblich am Aufbau eines Lehrbienenstandes beteiligt und steht Jung-Imkern als Imkerpate zur Seite.
Einsatz für die Hutengemeinschaft
Michael Geschier, Bad Neuenahr-Ahrweiler, für den seit mehr als einem halben Jahrhundert bestehenden Einsatz für die Hutengemeinschaft „St. Katharina“ Niederhut in Ahrweiler, die sich unter anderem die Pflege des Brauchtums und soziale Belange, beispielsweise die Unterstützung älterer Mitbürger, auf die Fahne geschrieben hat. Als Chronist und Hutenmeister hat Michael Geschier die Hutengemeinschaft geprägt. Zudem war er 1965 Gründungsmitglied des Leutnantsglieds der St. Sebastianus Bürgerschützen-Gesellschaft Ahrweiler.
Drei Jahrzehnte im Vorstand
Hans Meyer, Sinzig, ist seit über drei Jahrzehnten Vorstandsmitglied des rund 1.000 Mitglieder zählenden Turnverein Sinzig 08 und ebenso lange Leiter der Leichtathletikabteilung. Vor fünf Jahren war er Mitbegründer der Leichtathletikgemeinschaft Kreis Ahrweiler sowie 2005 Mit-Initiator der bekannten „Ahrkreisstaffel“.
Große Verdienste um die Jugendarbeit
Klemens Milbradt, Westum, gehört seit 1955 dem SV Rheinland 1919 Westum an, zunächst als aktiver Fußballer, später als Trainer, Betreuer, Platzwart und Vorstandsmitglied. So erwarb er nicht nur große Verdienste um die Jugendarbeit, sondern auch um das immer perfekte Erscheinungsbild von Platzanlage und Sportheim, dessen Bau Klemens Milbradt aktiv mitgestaltete. Auch andere Westumer Vereinen stand und steht der gelernte Malermeister mit Rat und Tat zur Seite.
Vielfältige Aktivitäten in Westum
Erwin Ritterath, Westum, kann ebenfalls auf eine sehr lange Verbundenheit zum SV Rheinland 1919 Westum zurückblicken. Seit über 50 Jahren Mitglied, bekleidet er seit 1997 das Amt des Jugendleiters der SG Westum/Löhndorf mit rund 200 Kindern- und Jugendlichen in insgesamt 15 Mannschaften. Darüber hinaus ist Erwin Ritterath seit vielen Jahren in führender Position im Pfarrgemeinderat der Westumer Kirchengemeinde St. Peter sowie als Sänger im Männergesangverein Eintracht 1877 Westum aktiv, seit dem Jahr 2000 als Vorsitzender des Traditionsvereins.
Mitbegründer der Hilfsaktion „Die Kinder von Tschernobyl“
Edgar Rausch, Adenau, ist im Karneval aktiv, unter anderem zwischen 2008 und 2016 als erster Vorsitzender der KG Rot-Weiß Adenau. Als stellvertretender Vorsitzender ist er nach wie vor eine feste Größe des Vereins, der 2013 auch die Aufstellung der beliebten Skulptur „Addene Jong“ auf dem Adenauer Marktplatz initiierte. Außerdem war Edgar Rausch Mitbegründer der Hilfsaktion „Die Kinder von Tschernobyl“ in Adenau, die seit 1992 jedes Jahr Hilfsgüter wie Lebensmittel, medizinische Geräte, Kleidung und Spielzeug direkt zu den strahlenkranken Kindern in das Gebiet um Minsk gebracht hat. Dafür stellte er Fahrzeuge aus seinem Autohaus zum Transport zur Verfügung und nahm auch die lange Fahrt nach Weißrussland auf sich.
Die Geschicke Ringens geprägt
Anton Palm, Ringen, war rund 18 Jahre lang Ortsvorsteher von Ringen und so an der erfolgreichen Umsetzung vieler Projekte wie dem Bau des Bürgerhauses, der Erschließung des Baugebietes „Im Kreuzerfeld“, dem Ausbau der Ortsdurchfahrt sowie der Wiederbelebung der Oktoberkirmes maßgeblich beteiligt. Zudem beteilige er sich aktiv im gesellschaftlichen Bereich, betreute als Vorsitzender der Trägergemeinschaft viele Jahre lang das Bürgerhaus in Ringen und engagierte sich von Beginn an in der Gemeindepartnerschaft zwischen der Gemeinde Grafschaft und der französischen Gemeinde Fauville-en-Caux. Auch in der katholischen Kirchengemeinde St. Dionysius Ringen war Anton Palm jahrzehntelang in federführenden Funktionen tätig.
Profunder Kenner der Lantershofener Ortshistorie
Thomas Schaaf, Lantershofen, war zehn Jahre lang stellvertretender Ortsvorsteher von Lantershofen und beteiligte sich über weit mehr als drei Jahrzehnte hinweg in den verschiedensten Ausschüssen der Gemeinde Grafschaft. Darüber hinaus war er insgesamt rund 20 Jahre lang Mitglied im Gemeinderat der Gemeinde Grafschaft. Neben seinen Mitgliedschaften in lokalen Vereinen und Initiativen ist Thomas Schaaf auch als profunder Kenner der Lantershofener Ortshistorie weit über die Grenzen der Grafschaft hinaus bekannt. Als Ortschronist war und ist er nicht nur Autor mehrerer Bücher zur Geschichte des Dorfes, sondern auch Initiator und Webmaster der professionell gestalteten Internetseite „lantershofen.de“. Der passionierte Hobbyfotograf begleitet zudem jede Lantershofener Veranstaltung mit der Kamera und stellt die Fotos anschließend der Öffentlichkeit sowie dem Dorfarchiv zur Verfügung.
Dorferneuerung tatkräftig vorangetrieben
Hans-Josef Zipp, Königsfeld, hat sich von 1989 bis 1994 als Beigeordneter und von 1994 bis 2016 ununterbrochen als Ortsbürgermeister mit hohem persönlichem Einsatz für die Interessen der Bürgerinnen und Bürger von Königsfeld eingesetzt. Dabei hat er viele Projekte und Maßnahmen erfolgreich vorangetrieben und begleitet. Hierzu zählen beispielsweise die Ausweisung des Neubaugebietes „Am Königsbach“, die Flurbereinigung, die Sanierung und Erweiterung des Bürgerhauses und die Internetanbindung von Königsfeld. Weiterhin setzte sich Hans-Josef Zipp während seiner Amtszeit als Ortsbürgermeister tatkräftig für den Bereich der Dorferneuerung ein. In dieser Zeit wurden die Hauptstraße, der Kirchvorplatz und die „Krumme Gasse“ erneuert, was einer Neugestaltung des Ortskerns gleichkam. Auch auf Kreisebene hat sich Hans-Josef Zipp engagiert, war unter anderem rund sieben Jahre Mitglied im Kreistag und darüber hinaus in verschiedenen Gremien tätig.
