Alle Schulen und Kindertagesstätten sind bis nach den Osterferien geschlossen
Versammlungen mit mehr als 75 Teilnehmern verboten
Am Freitag 19 Coronafälle in Kreis und Stadt Koblenz - Großer Andrang bei Fieberambulanz in Koblenz
Koblenz/Region. „Vor einer Woche hätten wir nie gedacht, dass es so ernst ist“, sagte Landrat Dr. Alexander Saftig bei einer eilig einberufenen Pressekonferenz im Kreishaus in Koblenz, um über die Einschränkungen durch das Coronavirus zu informieren. Mit dabei auch der Koblenzer Oberbürgermeister David Langner, Bürgermeister Ulrike Mohrs und die zuständigen Leiter von Ämtern und Institutionen.
Wie in ganz Rheinland-Pfalz sind bis Ende der Osterferien alle Schulen und Kitas in Stadt und Kreis geschlossen. Während die Stadtverwaltung das einfach anordnen kann, ist das im Kreis-Mayen Koblenz anders. Denn hier sind die Kommunen und andere Träger zuständig für Kindertagesstätten und fast alle Schulen.
Der Landrat geht aber davon aus, dass zur Eindämmung einer weiteren Verbreitung des Coronavirus, alle der Empfehlung folgen. Schließlich gab es am Freitag in der Stadt Koblenz 11 und im Landkreis 8 Personen, die bestätigt mit dem Coronavirus infiziert sind.
„Zwei von ihnen sind im Krankenhaus, die anderen in häuslicher Quarantäne“, sagte der Leiter der städtischen Berufsfeuerwehr Meik Maxeiner und weiter: „Wir gehen davon aus, dass die Fälle steigen.“
Um die so gering wie möglich zu halten, haben Stadt und Kreis eine Allgemeinverfügung herausgegeben. Danach sind Veranstaltungen und Versammlungen mit mehr als 75 Personen in geschlossenen Räumen untersagt.
Bei bis zu 75 Personen sind die Veranstalter verpflichtet, von jedem Teilnehmer Name, Adresse, Telefon-Handynummer und E-Mailadresse der Stadt oder Kreisverwaltung mitzuteilen.
Jegliche Art von Zusammenkünften vermeiden
Hintergrund ist, dass bei einer Veranstaltung in Brey bei Rhens (Verbandsgemeinde Rhein-Mosel) 200 Personen Kontakt zu einem Coronavirus-Infizierten hatten. „Alle Personen können nicht ermittelt werden“, gab Bürgermeisterin Ulrike Mohrs zu Bedenken. Die Verwaltung geht davon aus, dass im Kreis derzeit 730 Personen Kontakt mit Infizierten hatten.
Landrat und Oberbürgermeister dankten Gesundheitsamtsleiter Michael Schönberg, Kreisfeuerwehrinspekteur Reiner Nell, Berufsfeuerwehrchef Meik Maxeiner und dem ärztlichen Leiter des Rettungsdienstes Stefan Schäfer für ihr Engagement beim Schutz vor dem Coronavirus.
Bei der Pressekonferenz wurde an die Bürger appelliert jegliche Art von Zusammenkünften und soziale Kontakte zu vermeiden. Denn bei einer großen Ausbreitung des Virus könnte es sein, dass auch dringend notwendige Kräfte z.B. in Kliniken, bei Feuerwehr, Katastrophenschutz, Energie- und Lebensmittelversorger sowie Verwaltungen angesteckt und zwei Wochen in häusliche Quarantäne müssen. Dann würde unser gesamtes gesellschaftliches System zusammenbrechen.
Notdienst für Eltern, die Kinder nicht betreuen können
Davon gehen Oberbürgermeister und Landrat aufgrund der Maßnahmen nicht aus. Ulrike Mohrs erklärte, dass es in Koblenz bei Schulen und Kitas einen Notdienst gibt für Eltern, die z.B. in Krankenhäusern arbeiten, damit sie nicht zu Hause ihre Kinder betreuen müssen. „Bürger sollen bei uns bitte nur wirkliche Notfälle melden“, appellierte Ulrike Mohrs an die Bevölkerung. Im Kreis sind da die Kommunen bzw. Kitaträger gefragt, jedoch glaubt Dr. Saftig, dass es da ähnlich läuft.
Es gibt zwei Fieberambulanzen, einmal in Mayen und in Koblenz am Stadion Oberwerth. „Damit sollen Arztpraxen und Krankenhäuser entlastet werden“, erklärte der Oberbürgermeister und Ulrike Mohrs fügt hinzu: „Es sollen sich dort wirklich nur die melden, die mindestens 15 Minuten Kontakt zu einem Infizierten hatten und Symptome bei sich feststellen.“
Das funktioniert aber wohl nicht, denn vor der Fieberambulanz auf dem Oberwerth gab es am Freitag lange Schlangen und die Mitarbeiter des „Ambulanzdorfs“, hier stehen mehrere Zelte sowie Einsatz- und Rettungsfahrzeuge, waren ziemlich genervt.
Eine Eindämmung des Andrangs ist laut Landrat nur durch die Einsicht der Bürger möglich, die nach einem Test bis zum Ergebnis zu Hause in Quarantäne bleiben müssen.
Auf die Situation in Stadt und Kreis haben auch die Verwaltungsspitzen reagiert: Kreistags- und Stadtratssitzungen sind ebenso wie Ausschusssitzungen abgesagt.
„Uns ist schon bewusst, was wir der Bevölkerung zumuten. Die Alternative wäre aber zusehen wie der Virus sich verbreitet“, erklärte Landrat Dr. Saftig. HEP
In der Fieberambulanz muss man sich registrieren lassen
Schlange stehen an der Fieberambulanz neben dem Stadion Oberwertht in Koblenz
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Herr Dr.Saftig, hätten Sie u.ihre WIR-Kollegen*innen vor einer Woche einmal so "gedacht" wie es erforderlich gewesen wäre u.hätten sich intensiv mit der Problematik u.ihren Folgen befasst (die bereits vor mehr als einer Woche absehbar waren) dann müssten sie UNS jetzt nicht ihre überflüssigen Kommentare wie Ihre Alternative eines Zusehens zumuten.