Allgemeine Berichte | 16.12.2024

Der Vortrag soll helfen, einen gangbaren Weg zu finden, mit dem Schmerz und der Trauer umzugehen

Verstorbene Engel: Wenn Eltern ein Kind verlieren

„Begleitung auf einem besonderen Weg – aber wie?“ ist die Überschrift, unter der sich Referentin Birgit Rutz dem Thema „Sterben und Tod rund um die Geburt“ widmet.  Foto: Stefan Wiede

Kreis Ahrweiler. Eine Frau liegt im Krankenhaus. Ihr noch nicht geborenes Kind ist gerade verstorben. Menschen, die sie besuchen, berichten davon, dass sie das auch erlebt haben. Gleich mehrere Verwandte und Bekannte, Nachbarn, Kollegen, auch Freunde, die davon sonst nie gesprochen haben, sagen teils mit feuchten Augen: „Das ist uns auch passiert.“ Viele sprechen nie darüber, verdrängen oder versuchen, einen solchen Verlust „mit sich auszumachen“ – und leiden an der nicht erfolgten Aufarbeitung und Trauer ein Leben lang.

Darum, was diese Menschen für sich tun können und was andere für sie tun können, geht es bei einem Vortrag, zu dem der Hospiz-Verein Rhein-Ahr für Freitag, 17. Januar, von 18.30 bis 20.30 Uhr in den Mehrzweckraum des „Hospiz im Ahrtal“, Dorotheenweg 6, in Bad Neuenahr-Ahrweiler einlädt.

„Begleitung auf einem besonderen Weg – aber wie?“ ist die Überschrift, unter der sich Referentin Birgit Rutz dem Thema „Sterben und Tod rund um die Geburt“ widmet. Sie selbst hat den frühen Tod von fünf ihrer sieben Kinder erlebt, ist Dozentin und Fachautorin, Sterbe- und Trauerbegleiterin und Gründerin und Leiterin von Hope’s Angel – einem Verein, der sich auf Familien beim Frühtod ihres Kindes und nach pränatal-medizinischer Diagnose spezialisiert hat und der ehrenamtliche und professionelle Begleiter weiterbildet.

„Trauer geht nicht von alleine weg. Sie möchte gesehen und gelebt werden“, sagt Rutz: „Wenn Familien in die Situation geraten, dass ihr Kind während der Schwangerschaft oder um die Geburt herum stirbt, benötigen sie Begleitung. Doch was genau bedeutet das: Wieviel Mitgefühl ist nötig, welche Bedürfnisse haben diese Familien? Erst wenn wir wissen, was genau Familien in dieser Situation benötigen, können wir als BegleiterInnen den jeweiligen Bedürfnissen gerecht werden, damit die Familien ihren ganz eigenen Weg für diesen lebenslangen Prozess finden können.“

Wie viele Eltern betroffen sind, sei schwer zu beziffern, da es über Fehlgeburten keine offizielle Statistik gebe. Aber zusammen mit Totgeburten und Schwangerschaftsabbrüchen geht sie von rund 200.000 Fällen pro Jahr in Deutschland aus. Auch die haupt- und ehrenamtlichen Hospizbegleitungen des Hospiz-Vereins Rhein-Ahr erleben immer wieder, dass bei Menschen am Lebensende der Schmerz um ein verstorbenes Kind und unverarbeitete Trauer hochkommt, wie die Vorsitzende Ulrike Dobrowolny berichtet.

Der Vortrag soll helfen, einen gangbaren Weg zu finden, mit dem Schmerz und der Trauer umzugehen. Eingeladen sind Betroffenen genauso wie An- und Zugehörige sowie Seelsorgende in den Gemeinden und alle, die schon mit dem Thema in Kontakt gekommen sind oder sich damit befassen möchten. Das Thema bewegt und berührt, aber die Referentin versteht es aufgrund ihrer persönlichen und jahrelangen professionellen Erfahrung, es auf klare Art verständlich zu machen, und sie gibt auch Handlungsoptionen für einen guten Umgang damit.

„Begleitung auf einem besonderen Weg – aber wie?“ ist die Überschrift, unter der sich Referentin Birgit Rutz dem Thema „Sterben und Tod rund um die Geburt“ widmet. Foto: Stefan Wiede Foto: Stefan Wiede

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