Allgemeine Berichte | 25.06.2018, 13:56 Uhr

Vlada Berezhnaya beeindruckte mit Tonkunst und virtuosen Kunststücken in der Villa Bellestate Holzweiler

Villa-Musica-Geigenfest in der Grafschaft

Das Künstlerpaar verzauberte ihre Zuhörer. Privat
103

Grafschaft-Holzweiler. Das weißrussische Künstlerpaar Vlada Berezhnaya, Violine, und Dmitri Solodukha, Klavier, spielte bei einer Matinee des Grafschafter Kunstvereins Werke von J.S.Bach, Gabriel Fauré, Camille Saint-Saëns, George Gershwin, Maurice Ravel und Niccolo Paganini. Das Programm versprach ein Wiederhören mit den unsterblichen Giganten der Geigenliteratur, namentlich Bach mit seiner d-Moll-Chaconne aus der Partita BWV 1004, und Paganini in einer potpurri-artigen Zusammenstellung des legendären Geigers Nathan Milstein. Hinzu kamen die vier untereinander vielfältig verbundenen Tondichter Fauré, Saint-Saens, Ravel und Gershwin. Vlada Berezhnaya begann das Konzert solo mit der Chaconne und zog mit dem auch aus vielerlei bearbeiteten Fassungen bestens bekannten Werk die Zuhörer in der Maerker-Villa sofort mühelos in ihren Bann. Die vollen Passagen überzeugten mit Fülle und Intensität trotz vibratofreier Tongebung. Im Wechsel war unglaublich leises und zartes Spiel zu bestaunen. Gerade diese Passagen bot sie in vollkommen entspannter Konzentration dar, und da schien es fast so, als würden die Zuhörer in einen anderen Seinszustand entrückt werden. Das kraftvolle Auftrumpfen mit ihrem großen Können liegt Vlada Berezhnaya nicht wirklich. Lieber spitzt die vielfach preisgekrönte Geigerin - unter anderem beim Oginski- und dem Jelski-Wettbewerb - die Ohren und passt sich klanglich an.

So stellte sie zusammen mit ihrem Klavierbegleiter Dmitri Solodukha Faurés faszinierende Violinsonate A-Dur Opus 13 klanglich in die bis auf Mozart zurückreichende Tradition der Klaviersonate mit obligater Violine. Die Zuhörer genossen äußerst abwechslungsreiche und vielgestaltige vier Sätze und bedankten sich für die großartige Leistung mit lang anhaltendem Applaus. Auch die zweite Konzerthälfte begann Vlada Berezhnaya solo. Niccolo Paganini würde in heutiger Sprache wahrscheinlich als Top Influencer bezeichnet werden. Als „Best selling Artist of all times“ seiner Zeit beeinflusste ganz wesentlich den großen Beeinflusser Franz Liszt, faszinierte neben der gesamten kulturellen Elite seiner Zeit auch und gerade die „einfachen Leute“ und gilt bis heute als „bester Geiger aller Zeiten“. Spontane Bravorufe belohnten Berezhnayas unaufdringlich-eindringliche Wiedergabe des technisch überaus schwierigen Materials. „Introduction et Rondo capriccioso“ von Saint-Saëns, Faurés „Après un rêve“, die „Porgy and Bess“-Bearbeitung von Jascha Heifetz und „Tzigane“ von Ravel markierten sodann gleichsam ein Crescendo in die gelöste Atmosphäre eines übermütigen Geigenfests, wobei etwas Zurücknahme der Klavier-Lautstärke der Stimmung sicherlich keinen Abbruch getan hätte. Insgesamt war es wieder ein reicher und beglückender musikalischer Sonntag-Vormittag in Holzweiler, und natürlich ließ das Publikum die sympathischen Musiker nicht ohne Bravorufe und Zugabe ziehen.

Das Künstlerpaar verzauberte ihre Zuhörer. Foto: Privat

BLICK aktuell bei Google bevorzugen
Erhalte mehr Inhalte von uns in deinen Google-Suchergebnissen.
Täglich exklusive Inhalte
Täglich exklusive Inhalte

Das digitale Magazin für Rhein, Ahr und Eifel — jeden Tag eine neue Ausgabe, optimiert fürs Smartphone.

  • 30 Tage gratis – inkl. E-Paper
  • Neue Ausgabe jeden Tag
  • Für unterwegs gemacht
Heutige Ausgabe lesen
Blick aktuell
Regio MAGAZIN

Bildergalerien
Dauerauftrag 2026
Wir helfen im Trauerfall
Heimat aktiv erleben
05-Marktbericht 2026
Heimat aktiv AW
Empfohlene Artikel
Die Verantwortlichen des Andernacher Karnevals trafen sich zum Pressegespräch.Fotos: WAMFO.DE
30

Andernach. Zu einer Pressekonferenz hatte der Andernacher Festausschuss eingeladen, um das geplante Programm für die Karnevalssession 2026/2027 vorzustellen. Zum ersten Mal begrüßte Andreas Karbach die Anwesenden als Festausschusspräsident. Dabei dankte er insbesondere für die gute Zusammenarbeit in der vergangenen Kampagne.

Weiterlesen

10

Rheinbach. Die Stadt Rheinbach erhält weitere finanzielle Unterstützung für den Wiederaufbau nach der Flutkatastrophe vom Juli 2021. Ina Scharrenbach, Ministerin für Heimat, Kommunales, Bau und Digitalisierung des Landes Nordrhein-Westfalen, überreicht Bürgermeister Dr. Daniel Phiesel den Förderbescheid zum ersten Änderungsantrag des städtischen Wiederaufbauplans. Mit zusätzlichen Fördermitteln in...

Weiterlesen

Kindergarten St. Johannes im Dernauer Pfarrgarten
26

Ein besonderer Tag für die Kinder, ihre Familien und die gesamte Ortsgemeinde Dernau: Am Montag, den 19.10., hat der neu errichtete Kindergarten „St. Johannes“ erstmals seine Türen geöffnet. Mehr als fünf Jahre nach der Flutkatastrophe kehren die Dernauer Kindergartenkinder damit endlich wieder in ihren Heimatort zurück. Mehr dazu im RegioMAGAZIN.

Weiterlesen

Weitere Artikel
Symbolbild
1443

Koblenz. Am Vormittag gegen 11:00 Uhr wurde der Integrierten Leitstelle Koblenz eine Rauchentwicklung in der Chlodwigstraße in der südlichen Vorstadt gemeldet. Beim Eintreffen der ersten Einsatzkräfte bestätigte sich die Meldung: In einer Dachgeschosswohnung des Gebäudes war ein Feuer ausgebrochen.

Weiterlesen