„Le Mée meets Meckenheim“
Wenn Kirchenlieder, Gospels und Popmusik aufeinandertreffen
Großes Konzert in der Friedenskirche mit Gästen aus der Partnerstadt begeisterte das Publikum
Meckenheim. Städtepartnerschaften leben nicht durch die Unterschriften der Bürgermeister auf den Urkunden, sondern durch die Begegnungen der Menschen beider Orte. Dies ist auch so bei der Städtepartnerschaft zwischen Meckenheim und Le Mée. Bereits im vergangenen Jahr war der Chor „ChrossSongs“ der evangelischen Kirchengemeinde Meckenheim in Frankreich gewesen, und in diesem Jahr stand nun der Gegenbesuch der Franzosen an.
Aus diesem Anlass organisierte man am vergangenen Samstag ein großes und buntes Konzert in der Meckenheimer Friedenskirche. Gerhard Klose als Vertreter des Meckenheimer Bürgervereins übernahm es, die Besucher in dem voll besetzten Gotteshaus zu begrüßen, bevor dann der Meckenheimer Chor unter der Leitung von Maximilian Friedrich den musikalischen Auftakt machte. Am Beginn des Konzertes stand das „Sing Jubilate deo“ von Jerry Esters, und mit dem Lied „Geborgen im Glauben, gehalten von Gott“ gab es ein weiteres modernes Kirchenlied im Programm. Es ist leider weit verbreiteter Irrtum, dass Kirchenchöre ausschließlich geistliches Liedgut in ihrem Repertoire haben, wie bunt und abwechslungsreich Chorgesang sein kann, das wurde hier wunderschön dargeboten. Denn mit „Mamma Mia“ von Abba wurde es dann weltlich, und „Tears in Heaven“ von Eric Clapton wurde ebenfalls zur Aufführung gebracht. Dabei wurden die Sänger dezent unterstützt von Nikodem Chronz am Keyboard, Nicolas Brock an der Gitarre und Schlagzeuger Peter Wassenberg. Das alles war sehr gut geprobt, und bei „The Lion sleeps tonight“ wäre der Löwe in der Wüste bestimmt aufgewacht, so gefühlvoll, aber auch kraftvoll unterstützte das Schlagzeug den Chorgesang. Der Meckenheimer Teil endete mit dem Lied „Je ne parle pas français“ von Namika. Und das ist eine wunderbare Geschichte der Völkerverständigung und passte wunderbar. Erzählt das Lied doch die Geschichte einer jungen Frau, die in Paris von einem Mann in französischer Sprache angesprochen wird und kein Wort versteht. Aber es klingt gut und die Symbole von zwei Tassen Kaffee auf die Hand gemalt versteht jeder.
Nach der Pause ging es mit „Coeur Gospel 77“ aus Le Mée weiter, die traditionelle Gospels auf dem Programm hatten, das „Amazing Grace“ durfte hier ebenso wenig fehlen wie das „Glory Halleluja“. Der Unterschied zwischen beiden Chören war sofort sichtbar, denn bei den Franzosen wurde eben viel mehr auf das Mitmachen des Publikums geachtet und Wert gelegt, wie dies der Gospelkultur entspricht. Dies ist nicht wertend zu betrachten, es ist eben anders, und beides passt auch gut zusammen. Dies wurde auch am Schluss des Konzertes sichtbar, als beide Chöre gemeinsam „Oh happy Day“ sangen. Riesenapplaus gab es am Ende von den mehr als zufriedenen Zuhörern, und diese bedankten sich auch mit großzügigen Spenden am Ausgang, die für die Unterstützung der Kirchenmusik in der Gemeinde in Meckenheim bestimmt sind.
STF
Der Chor „ChrossSongs“ aus Meckenheim zeigte, dass Kirchenchöre weit mehr als nur geistliches Liedgut zu bieten haben. Foto: Stefan Fassbender Pressebuero
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