Herbstwanderungen des Eifelvereins Sinzig
„Wenn die bunten Blätter fallen…“
Sinzig. Alle Facetten des Herbstes erlebten die Sinziger Eifelfreunde auf ihren abwechslungsreichen Wanderungen im Oktober.
Nebel schwebte über dem Lahntal als Wanderführer Guido Reckhaus auf einem kleinen Rundgang durch Bad Ems die glanzvolle Vergangenheit des „Kaiserbades“ lebendig werden ließ. Prunkvolle Bauten und eine Fülle von Sehenswürdigkeiten sind Zeugen einer Zeit, in der hier Adelige, unter ihnen der spätere Kaiser Wilhelm, Künstler, Schriftsteller und Prominente aus ganz Europa, im Sommer kurten und logierten.
Doch wegweisend für die 21 Eifelfreunde war das stilisierte Kapellen-Logo des Schönstatt-Pilgerweges. Vielversprechend begann der Einstieg durch das urige, farnbestandene Emsbachtal. Es führte aufwärts zur Burgruine Sporkenburg. Ihre mächtigen Mauern, die der Witterung seit dem 14. Jahrhundert trotzen, boten einen windgeschützten Platz für eine erholsame Rast. Auf den Westerwaldhöhen um Eitelborn und Neuhäusel blies ein kräftiger Wind und trieb graue Wolken vor sich her. Doch immer wieder blitzte die Sonne hervor und ließ die Natur in den schönsten Herbstfarben erstrahlen.
Raschen Schrittes über Berg Moriah und Berg Sion mit schönen Aussichten auf Rhein und Eifel wurde der Marienwallfahrtsort Schönstatt in Vallendar erreicht. Gastfreundliche Schwestern servierten Kaffee und Kuchen und Bus und Bahn brachten die Wanderer zuverlässig ins heimatliche Sinzig.
Goldenes Oktoberwetter verwöhnte die Wanderfreunde in und um Bad Bodendorf. 23 gut gelaunte Teilnehmer konnte Doris Effelsberg am Kurpavillon zu dieser Gästewanderung begrüßen. Auf dem Heerweg ging es zunächst zur Hubertuskapelle. Hier legte man eine kleine Verschnaufpause ein und genoss die wärmende Sonne. Die Golfanlage mit den gepflegten Rasenflächen und Teichen des Köhlerhofs wurde passiert und nach dem Abstieg über Lohrsdorf schließlich das Ahrufer und Bad Bodendorf erreicht. Mit einer geselligen Einkehr ließ man diesen schönen Wandertag ausklingen.
Mit Feuereifer auf eine geologisch spannende Entdeckungstour begaben sich die Eifelfreunde an den beiden Wochenenden zuvor. Wiederum geführt von Guido Reckhaus erwanderten sie in zwei Etappen die „Feuerroute“ zwischen Rheinbach und Wachtberg. Auf diesem 33 Kilometer langen Themenweg erfuhren die Teilnehmer viel Wissenswertes über die bewegte, vulkanische Vergangenheit des Drachenfelser Ländchens.
Die Wanderung führte von Rheinbach durch den herbstlichen Stadtwald zur Waldkapelle. Trotz des trüben Wetters begeisterte die weite Aussicht von der Tomburg bis hin zu Kottenforst und Siebengebirge. Einen imposanten Blick auf eine Tongrube bot eine Aussichtsplattform in der Nähe des Töpferorts Adendorf. Reiter und edle Pferde prägten das Bild von Burg Münchhausen, es herrschte Turnierstimmung. Ruhig und idyllisch präsentierte sich dagegen die Wasserburg Adendorf und lud zu einer Pause. Auf den Obstplantagen rund um Meckenheim warteten rotbackige Äpfel darauf, doch noch geerntet zu werden. Das Tagesziel wurde in Villip erreicht. Hier hatte eine Woche zuvor die vorangegangene Etappe ihren Ausgangspunkt. Sie folgte den Spuren von Steinhauern und Steinmetzen und führte über Berkum, Kürrighoven, Ober- und Niederbachem zu Steinbrüchen, Vulkankuppen und Kratern. Eindrucksvolle Repräsentanten dieser feurigen Vergangenheit sind der „Wachtberg“, der „Dächelsberg“ und der „Rodderberg“. Stelen und Informationstafeln wiesen an diesen besonders markanten Punkten auf die geologischen und historischen Besonderheiten hin. Vom Rodderberg war es nur noch ein „Katzensprung“ zum Rolandsbogen und ins Rheintal, wo diese eindrucksvolle und sehr lehrreiche Tour endete.
Vor Burg Adendorf auf der Feuerroute.
Auf Pilgerpfaden nach Vallendar.Fotos: privat
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