Allgemeine Berichte | 01.08.2024

Gerhard Schneider geht nach 34 Jahren bei der Stadtverwaltung in den Ruhestand – Bisherige Stellvertreterin Carla Weßendarp als Nachfolgerin

Wer ist die neue Frau an der Spitze des Neuwieder Ordnungsamtes?

Gerhard Schneider tritt nach 34 Jahren bei der Neuwieder Stadtverwaltung in den Ruhestand. Seine Aufgabe als Leiter des Ordnungsamtes übernimmt seine bisherige Stellvertreterin Carla Wessendarp.  Foto: Stadt Neuwied/Ulf Steffenfauseweh

Neuwied. Ordentlich, sicher und sauber soll es sein in der Stadt. Doch wer das durchsetzt, gewinnt oft keinen Beliebtheitspreis, vor allem nicht bei denen, die Bußgelder zahlen oder ihren Führerschein abgeben sollen. Ganz klar: Um im Ordnungsamt zu arbeiten, braucht man mitunter ein dickes Fell - als Chef erst recht. Gerhard Schneider hat das. Trotzdem hat er das Wesentliche bei seiner Arbeit nie aus dem Blick verloren: Dienstleister für die Bürgerinnen und Bürger dieser Stadt zu sein. „Der Servicegedanke schwebte immer über allem“, sagt er. Und diesen Leitsatz legt er auch Carla Weßendarp ans Herz, wenn er ihr zum 1. August die Leitung des Neuwieder Ordnungsamtes übergibt und selbst nach 34 Jahren bei der Stadtverwaltung in den Ruhestand tritt.

34 Jahre bei der Stadtverwaltung, das waren in Gerhard Schneiders Fall auch 34 Jahre im Ordnungsamt. Denn von der Bundesfinanzverwaltung einmal hierher gewechselt, blieb er „hängen“, wie er es selbst formuliert. „Es war ja auch immer eine sehr abwechslungsreiche Tätigkeit, bei der nie Langeweile aufkam“, erklärt er zufrieden und nennt die beiden Rheinland-Pfalz-Tage 1993 und 2014 als Höhepunkte. Aber auch die Deichstadtfeste waren immer besondere Herausforderungen, genauso wie mehrere Evakuierungen nach Weltkriegsbomben-Funden.

Im Laufe der Jahre übernahm Gerhard Schneider immer mehr Verantwortung und „wuchs mit den Aufgaben – wenn auch nicht körperlich“, wie er es augenzwinkernd kommentiert. Die Herausforderungen kamen dann vor allem in den vergangenen vier, fünf Jahren geballt. Corona ist das Stichwort. „Gefühlt kam jeden späten Freitagnachmittag eine neue Verordnung, die wir dann umgehend auf der Straße umsetzen mussten“, erinnert er sich und weist darauf hin, „dass unser städtischer Vollzugsdienst sehr viele Bereiche abdecken musste, die eigentlich gar nicht in unsere Zuständigkeit fallen, nur weil andere Behörden keinen Vollzugsdienst haben“.

„Respekt hat abgenommen“

Hinzu kam auch, dass Gerhard Schneider ausgemacht hat, dass die Einstellung vieler Menschen zu Uniformierten abgenommen hat. „Die Bürger sind in bestimmten Situationen, wie zum Beispiel beim Deichstadtfest, durchaus froh, einen Ansprechpartner zu finden. Aber insgesamt hat der Respekt abgenommen und teilweise kommt es zu nicht tolerierbaren Übergriffen“, bedauert er. Dagegen lobt er die Zusammenarbeit mit anderen Uniformierten, vor allem mit der Polizei und der Feuerwehr, ausdrücklich. „Das war immer ein sehr guter, enger Austausch. Das Miteinander hat viel Spaß gemacht“, unterstreicht er.

„Gerhard Schneider hat das nach dem Jugendamt zweitgrößte Amt in unserer Verwaltung geleitet und das in einer Zeit voller Krisen“, sagt der Beigeordnete Ralf Seemann als zuständiger Dezernent anerkennend und lobt: „Er hat sich immer voll reingehangen und auch schon vor seiner Ernennung zum Amtsleiter viel Verantwortung getragen. Von daher lasse ich ihn ungern ziehen, gönne ihm aber von Herzen, dass er künftig mehr Freizeit hat.“ Mit Blick auf Nachfolgerin Carla Weßendarp freut er sich, dass „eine Kollegin, die ebenfalls krisenerprobt ist und Gerhard Schneider schon vertreten hat“, bereit war, diese wichtige Aufgabe zu übernehmen. „Wir wissen das Amt bei ihr in guten Händen“, ist er sicher.

Nachfolgerin freut sich auf neue Aufgabe

Carla Weßendarp ist 44 Jahre alt und war als Leiterin der Ordnungsabteilung bislang gleichzeitig stellvertretende Amtsleiterin. Die Diplom-Verwaltungswirtin ist in der Neuwieder Stadtverwaltung ausgebildet worden, war zwischenzeitlich beim Jobcenter in Neuwied beschäftigt und ist seit 2014 zurück im Rathaus, wo sie zunächst das „FrontOffice“ im Bürgerbüro leitete. 2018 übernahm sie die Leitung des zum Ordnungsamt gehörenden Bürgerbüros, ehe sie 2023 auf ihren bisherigen Posten wechselte. „Carla Weßendarp hat eine der größten Abteilungen unseres Hauses geleitet. Wir freuen uns, dass wir sie für die Übernahme der Amtsleitung gewinnen konnten und wünschen ihr eine glückliche Hand“, unterstreicht der Beigeordnete Ralf Seemann als zuständiger Dezernent.

Carla Weßendarp selbst freut sich auf die neue Herausforderung. „Die Arbeit steht natürlich in einem besonderen Fokus der Öffentlichkeit. Aber ich habe immer in publikumsintensiven Bereichen gearbeitet. Und auch wenn man natürlich stets gern mehr Kollegen hätte, kann ich sagen, dass wir hier ein gutes Team beisammenhaben“, sagt sie. Der Servicegedanke werde auch bei ihrer Arbeit weiterhin im Vordergrund stehen, verspricht die neue Leiterin. Darüber hinaus will sie die Digitalisierung vorantreiben. „Man muss mit der Zeit gehen“, macht sie deutlich. Kritisch sieht Carla Weßendarp, dass die Kommunen und damit auch die Ordnungsämter von außen immer mehr Aufgaben übertragen bekommen. Jüngstes Beispiel: die Cannabis-Kontrollen.

Pressemitteilung

Stadt Neuwied

Gerhard Schneider tritt nach 34 Jahren bei der Neuwieder Stadtverwaltung in den Ruhestand. Seine Aufgabe als Leiter des Ordnungsamtes übernimmt seine bisherige Stellvertreterin Carla Wessendarp. Foto: Stadt Neuwied/Ulf Steffenfauseweh

Artikel melden

? Vielen Dank! Ihre Meldung wurde erfolgreich versendet.
? Es gab einen Fehler beim Versenden. Bitte versuchen Sie es später erneut.
Kommentare
Bildergalerien
Neueste Artikel-Kommentare
  • Julia Doll : Lieber Roman, ja absolut, sehe ich ganz genauso
  • Roman Bermel: Hallo Julia. Du hast vollkommen recht. Ich habe lange bei euch gearbeitet und bin auch heute noch in der Grundschule unterstützend tätig. Ich kann nicht feststellen, dass weniger Unterstützung notwendig ist, eher das Gegenteil ist der Fall.
  • Ignaz Wrobel: Bedauerlich und fragwürdig finde ich, dass offenbar nicht die konstruktive Mitarbeit (!!!) in kommunalen Gremien zur grundlegenden Mitwirkung bei solchen Entscheidungen gesucht wird. Ich würde mich...
  • W. Harkort: Danke für diesen Kommentar. Gab es auch Einwendungen wegen seltener Ameisen? Irgendwann in naher Zukunft werden diese Leute ihre Entscheidung bereuen. Dann ist es aber zu spät.
  • Walter Knieps: Warum erst jetzt ?!?!
Kreishandwerkerschaft
Imageanzeige
125 Jahre Kaufhaus Moses in Bad Neuenahr
Shopping Genuss Abend Ahrweiler / o.B. Sponsoring
Bestellung Nr. 4300003040 - W100 - 606  // AZ Commodity Rheinschiene KW 17
125 Jahre Kaufhaus Moses in Bad Neuenahr
Tag der offenen Tür FFW Königsfeld
Maikirmes Franken
Empfohlene Artikel
Die Vierklässler entdecken die Römerwelt.  Fotos: Grundschule Rheinbrohl
30

Rheinbrohl. Ein außergewöhnliches Projekt voller Entdeckungen, Abenteuer und lebendiger Geschichte liegt hinter den vierten Klassen der Astrid-Lindgren-Schule Rheinbrohl. In den vergangenen Wochen verwandelte sich der Unterricht in eine kleine Römerwelt. Im Rahmen eines umfangreichen Römerprojekts tauchten die Kinder tief in das Leben der alten Römer ein und erfuhren Geschichte nicht nur aus Büchern, sondern mit allen Sinnen.

Weiterlesen

Gemeinsam mit dem Ersten Beigeordneten Hans Dieter Wirtz und dem Moderator Frank Lohse (Mitte, von links) begrüßt Bürgermeister Sven Schnieber (Mitte, rechts) die zahlreichen Teilnehmenden des Betreuungsgipfels.Foto: Stadt Meckenheim
14

Meckenheim. Aktuelle Herausforderungen im Bereich Kindertagesbetreuung zu identifizieren und tragfähige Perspektiven für eine verlässliche und qualitativ hochwertige Betreuung zu eröffnen, mit diesem Ziel hatte die Stadt Meckenheim in Kooperation mit dem Landschaftsverband Rheinland (LVR) zum ersten Betreuungsgipfel U6 in den Ratssaal eingeladen. Fachkräfte aus den Kindertageseinrichtungen, Vertreterinnen...

Weiterlesen

11

Meckenheim. Steigende Temperaturen und immer häufiger auftretende Hitzewellen stellen die Städte vor neue Herausforderungen. Um die Lebensqualität auch an heißen Tagen zu stärken, startet die Stadt Meckenheim ein neues Beteiligungsprojekt im Rahmen der kommunalen Klimafolgenanpassung: Gemeinsam mit den Bürgerinnen und Bürgern soll eine Cooling Spots Karte für das Stadtgebiet erstellt werden.

Weiterlesen

Weitere Artikel
Symbolbild. Foto: ROB
39

Puderbach. Am 23.04.26 gegen 16:25 Uhr wurde der Polizei Straßenhaus ein rotfarbener Kleinwagen mit erheblichen Beschädigungen und einer unsicheren Fahrweise in der Ortslage Puderbach gemeldet. Durch die Fahrweise wurden mehrere Verkehrsteilnehmer gefährdet. Unter anderem habe eine Familie mit Kinderwagen, welche die Straße „Ackerweg“ auf Höhe der Kirche überquerte, auf den Bürgersteig springen müssen, um nicht von dem rotfarbenen Kleinwagen erfasst zu werden.

Weiterlesen

Meckenheim geht beim Fußverkehrs-Check mit, von links: Christoph Overs, Leiter der Geschäftsstelle und der Koordinierungsstelle Zukunftsnetz Mobilität NRW Rheinland, die städtische Mobilitätsmanagerin Liena Humke, Umweltplanerin und Mobilitätsmanagerin Nele Allerchen, Bürgermeister Sven Schnieber und der Minister für Umwelt, Naturschutz und Verkehr des Landes NRW Oliver Krischer. Foto: go.Rheinland GmbH / Smilla Dankert
33

Fußverkehrs-Check NRW 2026: Meckenheim ist dabei

Die Apfelstadt wurde vom Ministerium als Teilnehmerin ausgewählt

Meckenheim. Es ist die umweltfreundlichste Fortbewegungsart der Welt. Deshalb soll das Gehen in Meckenheim nun mehr Aufmerksamkeit bekommen: Beim landesweiten Wettbewerb um einen professionellen „Fußverkehrs-Check“ wurde Meckenheim vom Ministerium für Umwelt, Naturschutz und Verkehr des Landes Nordrhein-Westfalen und dem Zukunftsnetz Mobilität NRW als teilnehmende Stadt ausgewählt.

Weiterlesen

Symbolbild.
22

Odendorf. In Odendorf wurde eine Absackung der Fahrbahn und Bürgersteige im Bereich der Hausnummern 14 bis 21 in der Odinstraße festgestellt. Um die Ursache dieser Absackung zu ermitteln und entsprechende Reparaturen durchzuführen, ist eine Vollsperrung der Odinstraße in diesem Abschnitt vom 04. bis 08. Mai erforderlich.

Weiterlesen

Dauerauftrag
Kreishandwerkerschaft
Kreishandwerkerschaft
Dauerauftrag 2026
Rund ums Haus
Anzeigenauftrag #PR106350-2026-0253#
Erzieher
125 Jahre Kaufhaus Moses in Bad Neuenahr
Minijob
125 Jahre Kaufhaus Moses in Bad Neuenahr
Sachbearbeiter/in (w/m/d)
Anzeigenauftrag #PR106350-2026-0253#
100 Jahre Eifelverein Dernau
125 Jahre Kaufhaus Moses in Bad Neuenahr
125 Jahre Kaufhaus Moses in Bad Neuenahr
Stellenanzeige Fachliche Leitung und Koordination Rechnungswesen (m/w/d)
Innovatives rund um Andernach
Innovatives rund um Andernach
Maikirmes Franken
10 Jahre NoWi