Allgemeine Berichte | 21.10.2022

Christian Sauer, Leiter Wiederaufbau Ahrtalbahn bei der DB Netz AG erklärt im Interview, wie der Wiederaufbau geschafft werden soll

Wie geht es weiter mit der Ahrtalbahn?

hristian Sauer.  Foto: privat

hristian Sauer. Foto: privat

Ahrtal. Den Wiederaufbau der Ahrtalbahn im Rekordtempo verspricht die Deutsche Bundesbahn. Bis Ende 2025 soll das zerstörte Bahnnetz zwischen Walporzheim und Ahrbrück wieder aufgebaut sein. Und statt mit Dieseltreibstoff sollen die Loks auf der gesamten Strecke bis Remagen klimafreundlich von Strom angetrieben werden. Wie will die Bahn das ob der Zerstörung von 8 Brücken und 14 Kilometern Gleisanlage samt Technik schaffen? Christian Sauer, Leiter Wiederaufbau Ahrtalbahn bei der DB Netz AG erklärt im Interview, wie das geschafft werden soll.

Herr Sauer, die Bahn hat erklärt, dass sie Ende 2025 die komplette Strecke zwischen Remagen und Ahrbrück wieder in Betrieb nehmen will. Was ist denn der Stand der Dinge im Herbst 2022?

Die Planungen zur Ausschreibung der Bauleistungen sind abgeschlossen und der Vergabevorgang wird diesen Monat eingeleitet.

Das Ziel 2025 klingt beim Ausmaß der Zerstörung extrem ambitioniert. Wie muss man sich das logistisch vorstellen? Die einen bauen Brücken, die anderen verlegen Gleise, die dritten kümmern sich um die technische Ausstattung des Bahnbetriebs, etwa elektronische Stellwerke?

Im ersten Schritt müssen die zerstörten Brücken und Bahndämme nahezu zeitgleich wieder aufgebaut werden. In weniger stark zerstörten Abschnitten können wir parallel Gleise oder Bahnsteige wiederaufbauen. Die Ausrüstung der Strecke mit neuer Signaltechnik sowie der Oberleitung erfolgt gegen Ende der Bauarbeiten.

Führt das nicht dazu, dass die Baufahrzeuge den Straßenverkehr im Tal lahmlegen. Was können sie tun, damit das nicht passiert?

Um die Transporte so weit wie möglich zu reduzieren, werden wir vorhandenes Material zum Wiederaufbau der Dämme verwenden und sind bereits dabei, den noch vorhandenen Gleisschotter zu reinigen und später wieder einzubauen. Des Weiteren befinden wir uns in enger Abstimmung mit dem Landesbetrieb Mobilität was den Straßenbau angeht. Einzelne Lieferungen können wir bis Walporzheim über die Schiene organisieren, zum Abschluss kann die Logistik des Oberbaus über die Schiene laufen.

Wird es so etwas wie ein „Hauptquartier“ für das Projekt Ahrtalbahn geben und wenn wo?

Ein solches Hauptquartier ist nicht vorgesehen.

Derzeit werden Erkundungsbohrungen zwischen Remagen und Walporzheim durchgeführt, um die technischen Voraussetzungen für die geplante Elektrifizierung der Ahrtalbahn zu prüfen. Heißt das im Umkehrschluss, die Elektrifizierung der Ahrtalbahn erfolgt mit dem Neustart Ende 2025. Zunächst hieß es ja, dass die Elektrifizierung bis 2027 nachgerüstet wird?

Die Elektrifizierung erfolgt zeitgleich mit dem Wiederaufbau.

Was werden sie beim Neuaufbau dem Thema Hochwasservorsorge/Hochwasserschutz gerecht?

Die neuen Ahrbrücken werden mit maximaler Spannweite und minimaler Bauwerksausdehnung geringem Querschnitt gebaut, um damit den Abflussquerschnitt deutlich zu erhöhen. Die Durchlasshöhe der Bauwerke orientiert sich an den neuen Abflusswerten eines hundertjährlichen Ereignisses plus Freibord. Auch an vielen anderen Stellen erfolgt die Planung des Wiederaufbaus in Abstimmung mit der SGD Nord. Das Thema Hochwasservorsorge wird außerdem durch die Hochwasserpartnerschaft Ahr intensiv bearbeitet.

Wie hoch sind die Kosten für die Instandsetzung veranschlagt?

Die Flut hatte an der Infrastruktur einen Schaden von rund 1,3 Milliarden Euro verursacht. Die finanziellen Mittel für den Wiederaufbau stellt der Bund in vollem Umfang bereit. Etwa 800 Millionen Euro aus dem Ausbauhilfefonds der Bundesregierung kommen dabei den vom Wasser beschädigten Gleisen, Bahnhöfen und technischen Anlagen sofort zugute, 500 Millionen Euro kann die DB zudem perspektivisch abrufen. Weitere umfangreiche Investitionen, insbesondere für die Elektrifizierung von Ahr- und Eifelstrecke, stellen neben dem Bund auch die Länder Nordrhein-Westfalen und Rheinland-Pfalz zur Verfügung.

Welchen Vorteil werden die Kunden von der neuen Ahrtalbahn haben?

Wir binden das Ahrtal wieder umfassend an die klimafreundliche Schiene an. Konkret profitieren Reisende und Besucher:innen dabei von einer durchweg erneuerten Infrastruktur und modernen Zügen, die bis Ahrbrück fahren.

Pressemitteilung

Verbindungsbüro Wiederaufbau Ahr

hristian Sauer.  Foto: privat

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  • Rita Butz: Sehr schön verfasster Bericht , sehr zutreffend und diese beiden " Helden " üben eine Vorbildfunktion für unsere Gemeinde aus !! L. G. verbunden mit meiner höchsten Wertschätzung!!

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