Allgemeine Berichte | 12.12.2023, 10:35 Uhr

Volles Haus bei Buchvorstellung „Winzer, Wein und harte Arbeit“ im Rathaus Oberwinter

Wissenswertes zum Weinort Oberwinter

Hans Metternich und Hans Atzler (v.l.) bei der Buchvorstellung  Foto: Dan Hummel
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Oberwinter. Zur Vorstellung des neuen Buches „Winzer, Wein und harte Arbeit“- Erinnerungen an den alten Weinort Oberwinter konnte der Vorsitzende des Rathausvereins Hans Metternich eine überwältigende Zahl von Besuchern begrüßen.

Anhand einer Bild-Präsentation gelang es dem Autor Hans Atzler einen ausführlichen und mit vielen, zum Teil lustigen und nachdenklichen Anekdoten geschmückten Überblick über die Geschichte des Weinanbaus in Oberwinter und vor allem seine Bedeutung für die Einwohner des Ortes zu vermitteln.

In seinen Ausführungen zeigte er auf, dass der Name Oberwinter eine nachträgliche Entstehung „in christlich/klösterlichen Zusammenhang“ aufweist. So stand auch der größte Teil der Weinberge im Eigentum der Klöster. Bewirtschaftet wurden diese Flächen von den Einwohnern des Ortes, die als Gegenleistung einen Teil der Trauben behalten durften. Auch in späterer Zeit blieben die meisten Oberwinterer Nebenerwerbswinzer, die Vermarktung übernahmen für sie die Weinhändler. Von denen gab es im 19. Jahrhundert 30 Stück, die damit bis in die 1930er Jahre den bedeutendsten Anteil am Wirtschaftsleben des Ortes ausmachten.

Übrig geblieben sind aus dieser Zeit die vielen ehemalige Weinkeller, denen als „Unterwelt von Oberwinter“ ein eigenes Kapitel im Buch gewidmet ist.

Der Weinbau kam aufgrund von Rebkrankheiten vor über 100 Jahren langsam zum Erliegen und fand in den 1920 er Jahren sein Ende. Dem folgte dann auch das Küferhandwerk, mir dem endgültig im Jahre 1949 Schluss war.

Aber sozusagen in einer ersten Flurbereinigung wurden die alten Weinberge mit Obstbäumen bepflanzt. Die vordem beste Weinlage am Friedrichsberg mit Kirschbäumen, was jedes Frühjahr zur Blütezeit ein besonderes Schauspiel darstellte.

Die Firma Kleinhans & Eckertz begann in ihren Räumen und Kellern in großem Stil mit der Herstellung und Vermarktung von Säften aus Äpfeln und Kirschen. Seinen Höhepunkt fand diese Entwicklung in den 1950 er Jahren als in Oberwinter „Hohes C“ „erfunden“ wurde!

Begleitend zum Buch haben Mitglieder des Rathausvereins im Saal des ehemaligen Rathauses Hauptstraße 99 in Oberwinter eine sehenswerte und ausführliche Foto-Dokumentation erstellt, begleitet von vielen Originaldokumenten und zahlreichen Gegenständen aus dem Weinanbau und von Küfer-Handwerk, die in Vitrinen und an den Wänden aufgestellt sind.

Ein besonderes Highlight ist eine in mühsamer Kleinarbeit erstellte Karte der Landnutzung von 1870 mit den über 40 Flurnamen der Weinlagen von Oberwinter, Bandorf, Birgel, Rolandseck und Rolandswerth. Die Quellen und das Layout zu dieser Karte haben Dr. Heinz Wilms, Hans Atzler und Dr. Regine Spohner erarbeitet, die Kartographie hat in professioneller Arbeitsweise von Dr. Regine Spohner geleistet.

Die schöne und sehenswerte Ausstellung mit der großen Karte des früheren Weinanbaus ist noch zu sehen am Sonntag, 17. Dezember von 11.30 Uhr bis 14 Uhr.

Hans Metternich und Hans Atzler (v.l.) bei der Buchvorstellung Foto: Dan Hummel

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