Allgemeine Berichte | 25.11.2016

Ausstellungseröffnung in Remagen

„ZEITGEBUNDEN“

„Schweigendes Buch“, mumifizierte Bibel mit mumifiziertem Brotkreuz. privat

Remagen. Vom 3. bis 31. Dezember ist im „ModernArt Showroom“, Kirchstraße 25/Ecke Drususplatz eine Ausstellung vom Künstler Robby Gerhardt gezeigt. Die Ausstellung ist samstags und sonntags von 14 bis 17 Uhr geöffnet. Die Vernissage findet am Samstag, 3. Dezember um 16 Uhr statt. „Concept Art“ bezeichnet eine Form der Illustration, die ein Konzept visuell veranschaulicht. Das Mumifizieren – eine von Robby Gebhardt entwickelte Darstellungsform – ist das Illustrieren von Erlebten. In vielen Werken wird dieses Illustrieren verwendet, um Lebensabschnitte zu konservieren, zu verarbeiten oder zu beenden. Oft sind die Werke nicht abgeschlossen, soll heißen, sie sind erweiterbar, sie können ergänzt aber auch reduziert werden. Arbeiten in der Natur sind den Einwirkungen derselben ausgesetzt und werden verändert (Land Art). Robby Gebhardt sammelt Treibgut und verbindet in seinen Werken in ganz eigenem Kontext die realen Spuren des Lebens mit sakralen Themen. Mittels der Mumifizierung, ein additives Verfahren, werden Schicht um Schicht Gedanken und Emotionen um das Objekt gewickelt und mit Farbe und Holzleim verschlossen, sodass eine unverwechselbare, individuelle Plastik entsteht. Die Mumifizierung wird von Robby Gebhardt als künstlerische Technik zur Konservierung von Lebenserinnerungen eingesetzt. Das jeweilige Kunstwerk stellt somit eine biografische Mumie dar. Die Mumifizierung in der Antike wollte den Körper für ein Leben nach dem Tod erhalten. Die Mumifizierung der biografischen Lebensabschnitte und Objekte will diese für eine noch nicht bekannte Welt, für die Nachwelt und für den Künstler selbst erhalten. Der Ablauf der Mumifizierung selbst stellt einen Prozess dar, bei dem die Lebensabschnitte im wahrsten Sinne verarbeitet, archiviert und somit sinnlich abgeschlossen werden. Eine biografische Schrift will ein Leben erzählen und der Nachwelt zugänglich machen. Der Künstler Robby Gebhardt macht es seiner Nachwelt nicht so einfach. Er mumifiziert seine Lebensdokumente und somit sein Leben. Entgegen dem eigentlichen Sinn einer Mumifizierung, bei dem der Körper erhalten bleibt, werden bei der Mumifizierung die biografischen Dokumente archiviert aber auch versteckt. Das biografische Dokument wechselt durch die Mumifizierung von der Gegenständlichkeit hin zur gedanklichen Welt. Bei der Mumifizierung wird entweder das ganze biografische Objekt – wie eine Brille, ein Buch, ein Artikel – mit Mullbinden umhüllt. Der technische Vorgang des Umbindens wird zu einen biografisch-künstlerischen Akt, der die früheren und die aktuellen Gedanken zu diesen Lebensbezügen symbolisch verbindet. Das Versiegeln der Oberfläche der Mullbinden mit Leim versiegelt auch zugleich die eingeschlossene biografische Gedankenwelt des Künstlers. Die Struktur der Mullbinden gibt in ihrer Zufälligkeit die Vielfalt der Gedanken wieder. Jede gelegte Bahn mit einer Mullbinde spiegelt auch die zeitliche Bahnung der Gedanken wieder. Die Farben Schwarz und Weiß der Mullbinden geben die Totenwelt und die Auferstehung wieder. Die Mumifizierung in der Antike diente auch dazu, den Verstorbenen besuchen und anschauen zu können. Bei den mumifizierten Bildtafeln und Objekten kann der Betrachter zwar schauen, die eigentliche Gegenständlichkeit aber meist nicht oder nur andeutungsweise erkennen. In der Gedankenwelt des Betrachters wird das vermutete Objekt, der verhüllte Lebensabschnitt lebendig.

„Schweigendes Buch“, mumifizierte Bibel mit mumifiziertem Brotkreuz. Foto: privat

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