Allgemeine Berichte | 19.07.2019, 12:52 Uhr

Projekt „Wohnen für Hilfe“ bringt Generationen zusammen – OB ist Schirmherr

Zimmer zum Studieren gegen Hilfe bei der Gartenarbeit

Zwei Generationen, zwei Welten. Die Studentin Lauraine Nono wohnt mit der Seniorin Rosemarie Dillmann im Kreis Mayen-Koblenz zusammen. Sie verstehen sich gut, lieben beide die Gartenarbeit. „Ich fühle mich hier sehr wohl“, sagt die junge Frau. „Ich habe die Studentin bereits in kurzer Zeit sehr lieb gewonnen“, befindet die Wohnraumanbieterin. Foto: Studierendenwerk Koblenz
165

Koblenz/Kreis MYK. Das Studierendenwerk und die Hochschule Koblenz bieten seit drei Jahren „Wohnen für Hilfe“ an. Fünfzehn Wohnpartnerschaften bestehen aktuell – und es dürfen gerne mehr werden. Denn Studierende und Wohnraumanbieter profitieren davon. Der Nachwuchs ist ausgeflogen und das Kinderzimmer steht leer? Altersbedingt wird im Einfamilienhaus nur noch das Erdgeschoss bewohnt? Das Mansardenzimmer ist mit Gerümpel vollgestellt? Werden diese Räume „reaktiviert“, freut das Studierende, die in Koblenz und Umgebung nur schwer Unterkünfte finden, besonders – keine Frage.

„Bei „Wohnen für Hilfe“ geht es nicht darum, kurzfristig preiswerten Wohnraum an Studierende zu vermitteln, sondern längerfristige Wohnpartnerschaften herzustellen“, so Anne Dommershausen, die Projektleiterin und Ansprechpartnerin für Studierende und Wohnraumanbieter. „Wohnen für Hilfe“ bedeutet, dass die Studierenden bis auf die Nebenkosten mietfrei wohnen, dafür aber maximal 25 Stunden pro Monat helfen: Housekeeping, Gartenarbeit, Botengänge, Einkäufe, Fahrten und Begleitung zum Arzt, Kinderbetreuung, Gassi-Gänge mit dem Hund zum Beispiel. „Gerade Senioren geht es oft auch um die Gesellschaft“, weiß Dommershausen. „Das Projekt richtet sich aber an alle Hilfesuchenden, auch Familien und Menschen mit Behinderung.“

Damit Topf und Deckel wirklich passen, nimmt sich die Projektleiterin viel Zeit, die Kandidaten kennenzulernen und Vorstellungen und Wünsche abzufragen. „Zwei Patenschaften bestehen nun schon 28 Monate“, erzählt sie stolz. Insgesamt hat sie 38 Wohnpartnerschaften vermittelt. Die Hälfte der vermittelten Studierenden sind Deutsche, die andere Hälfte Ausländer unterschiedlicher Herkunft. Diese Quote ist bemerkenswert und sicherlich darauf zurückzuführen, dass Anne Dommershausen Schottin ist, seit langem in der Region lebt und an der Hochschule über viele Jahre ausländische Studierende betreut hat. Das Koblenzer Wohnprojekt steht unter Schirmherrschaft von Oberbürgermeister David Langner. Schon als Staatssekretär im Sozialministerium hat er es unterstützt. Weil es eine innovative, Generationen verbindende Wohnform sei und gleichfalls zur Integration ausländischer Mitbürger beitrage. Beim fünften Wohnprojektetag Rheinland-Pfalz unter dem Motto „Konzepte für Gemeinschaft(en)“ wird „Wohnen für Hilfe“ daher auch vorgestellt. Die Kontakt- und Fachbörse findet am 16. August im Historischen Rathaus von Koblenz statt. Sie richtet sich an Wohnprojekte, Initiativen, Berater, Architekten, Kommunalvertreter und alle Interessierten, die gemeinschaftlich wohnen oder Projekte auf den Weg bringen wollen. Mehr Infos zum Projekt unter www.wohnen-fuer-hilfe.de; Kontakt zum Beratungsbüro unter Telefon (0 26 1) 9 52 89 81. Pressemitteilung des

Studierendenwerks Koblenz

Zwei Generationen, zwei Welten. Die Studentin Lauraine Nono wohnt mit der Seniorin Rosemarie Dillmann im Kreis Mayen-Koblenz zusammen. Sie verstehen sich gut, lieben beide die Gartenarbeit. „Ich fühle mich hier sehr wohl“, sagt die junge Frau. „Ich habe die Studentin bereits in kurzer Zeit sehr lieb gewonnen“, befindet die Wohnraumanbieterin. Foto: Studierendenwerk Koblenz

BLICK aktuell bei Google bevorzugen
Erhalte mehr Inhalte von uns in deinen Google-Suchergebnissen.
Empfohlene Artikel
Die neue Brücke in der Beckenkampstraße, die über die darunterliegende Bahnstrecke führt, ist seit wenigen Tagen für den Fuß- und Radverkehr freigegeben.
25

Die Fuß- und Radwegebrücke in der Beckenkampstraße im Koblenzer Stadtteil Horchheim wurde kürzlich nach einem umfangreichen Neubauprojekt wiedereröffnet. Die ursprüngliche Bogenbrücke aus dem Jahr 1914 war im Herbst 2022 abgerissen worden, um Platz für den modernen Ersatzbau zu schaffen. Während der Bauphase mussten technische Anpassungen vorgenommen werden, die den Zeitplan beeinflussten und die Nutzung der Bahnsperrpausen veränderten.

Weiterlesen

Bildergalerien
Täglich exklusive Inhalte
Täglich exklusive Inhalte

Das digitale Magazin für Rhein, Ahr und Eifel — jeden Tag eine neue Ausgabe, optimiert fürs Smartphone.

  • 30 Tage gratis – inkl. E-Paper
  • Neue Ausgabe jeden Tag
  • Für unterwegs gemacht
Heutige Ausgabe lesen
Blick aktuell
Regio MAGAZIN

Dauerauftrag 2026
Martinsmarkt Adendorf
Auftrag, Nr. AF2026.000438.0, November 2026
Karnevalsauftakt in Mülheim-Kärlich
Imageanzeige
Weitere Artikel
Links: Straßenschild Rheinstraße, Mitte: Nostalgisches Bild der Rheinstraße/Vater Rhein (vom Stadtmuseum Andernach), Rechts: Frau Grafen heute
762

Andernach. Wenn Christina Grafen von ihrer Zeit in der Andernacher Rheinstraße erzählt, klingt es fast so, als würde man für einen Moment die Musik von damals wieder hören. Tanzflächen voller Menschen, mehrere Theken, an denen die Getränke ausgeschenkt wurden, ausgelassene Stimmung und mittendrin sie – meistens hinter dem Tresen, wo es selten ruhig zuging.

Von Dilara Köksal aus Andernach

Weiterlesen

v.l.n.r.: Daniel Phiesel, Christel Engeland, Stefan Raetz, Marcel Richter, Martin Warkentin
278

Rheinbach. Die Bürgerstiftung „Wir für Rheinbach“ hat auch für 2027 wieder einen Rheinbach-Kalender herausgebracht. Die Vorstände Bürgermeister Dr. Daniel Phiesel und Marcel Richter: „Der Bildkalender erfreut sich auch in der 13. Auflage großer Beliebtheit und zeigt wieder interessante Rheinbacher Motive.“ Mit Martin Warkentin hat die Bürgerstiftung erneut einen jungen Fotografen aus Rheinbach gefunden, der mit einem eigenen Blick auf die Rheinbacher Motive schaut.

Von Stefan Raetz aus Rheinbach

Weiterlesen

Karate Dojo Kitai Dieblich
157

Dieblich. Am 25. Oktober 2026 stand beim Karate Dojo Kitai aus Dieblich nicht nur der Sport im Mittelpunkt, sondern vor allem der gute Zweck. Unter dem Motto „100 Kata“ stellten sich rund 50 bis 60 Kinder, Jugendliche und Erwachsene einer besonderen sportlichen Herausforderung. Gleichzeitig wurden Spenden für einen guten Zweck gesammelt.

Von Jens Mentges aus Koblenz

Weiterlesen