Allgemeine Berichte | 03.04.2023

Jahreshauptversammlung der Jäger im Kursaal von Bad Bertrich

Zu Gast im „Schmuckstück“ der VG Ulmen

Mit Jagdsignalen umrahmten unter Hornmeisterin Wilma Wagner die Jagdhornbläser die Versammlung der Jäger im Kursaal von Bad Betrich.  Foto: Benedikt Schmitt

Bad Bertrich. Im „Schmuckstück“ der VG Ulmen, dem frisch renovierten Kursaal des Staatsbades - so Ortschef Christian Arnold - trafen sich jüngst die Jägerinnen und Jäger der Kreisjagdgruppe Cochem-Zell. Der Vorsitzende der 662 Mitglieder starken Organisation Franz-Josef „Josi“ Becker begrüßte neben Landrat Manfred Schnur, Bianca Kutscheid von der Unteren Jagdbehörde, den 1. Beigeordneten der Verbandsgemeinde Ulmen Karl-Josef Fischer, Ortsbürgermeister Christian Arnold als Hausherrn, den Kreisvorsitzenden des Bauern- und Winzerverbandes Egon Thomas sowie den ehemaligen Kreisgruppenvorsitzenden Lorenz Steden.

Manfred Schnur legte bei seiner „Abschiedsrede“ vor den Jägern Wert auf die Tatsache, dass in den 16 Jahren seiner Tätigkeit immer „gemeinsame Schnittmengen zwischen ihm und den Jägern gefunden wurden, die zu vernünftigen Ergebnissen geführt haben“. Der Kreischef hob die Wichtigkeit der Jagd für und in der Natur hervor, denn die Gesellschaft brauche die Jäger in vielfältiger Weise. „Wie schnell sich zum Beispiel Tierseuchen entwickeln, sehen wir gerade an der Vogelgrippe, die in unserem Kreis aktuell in einem Betrieb festgestellt wurde“, sagte der Landrat.

Karl-Josef Fischer nannte Jagd gelebten Naturschutz. Er appellierte an die Grünröcke,h weiterhin bei Problemen und Streitigkeiten im Dialog zu bleiben und auch beim aktuellen Thema regenerative Energien mit Augenmaß zu argumentieren.

In seinem Jahresbericht lobte Josi Becker die enge Zusammenarbeit mit den Landwirten als Interessengemeinschaft. „Was unsere gemeinsamen Interessen angeht, ist jeglicher Aktionismus im Zusammenhang mit erneuerbaren Energien wie Windkraft und Photovoltaikanlagen fehl am Platz“, warnte der Vorsitzende der Kreisjägerschaft. Die von den Kommunen neu entdeckte Möglichkeit, sich durch das Bereitstellen von wertvollem Grün- und Ackerland finanziell zu verbessern, sieht Franz-Josef Becker kritisch. „Ich denke für uns Jäger ist es wichtig, wenn Lebensraum für unsere Wildtiere dadurch verloren geht, als Anwälte des Wildes aktiv zu bleiben“, so Becker.

Die Corona-Pandemie und ihre Folgen, der Ukraine-Krieg und die gestiegenen Energiekosten waren weitere Stichpunkte, die auch der Jägerschaft - so Becker - Sorgen bereiten. Dennoch steige die Mitgliederzahl der Jägerinnen und Jäger im Kreis weiter. „Mit 662 Mitgliedern sind wir eine starke Gemeinschaft, die Gewicht hat.“

Der immer größer werdende Druck auf Wildtiere durch Freizeitaktivitäten, Photovoltaik- und Windkraftanlagen sowie intensiven Ackerbau waren weitere Themen des Jahresberichtes. Die Wildtiere werden immer weiter zurückgedrängt, manche können sich anpassen, andere verschwinden oder werden zurückgedrängt. „Für unsere Art zu Jagen heißt es, dass wir die Kriterien tierschutzgerechtes, nachhaltiges und effektives Jagen immer im Auge behalten müssen“, erklärte Josi Becker. Gegen eine Verlängerung der Jagdzeiten und Erhöhung der Abschusspläne sprach sich der Kreisgruppen-Vorsitzende in diesem Zusammenhang entschieden aus. Er plädierte für eine den Populationen angepasste Bejagung, den Tierschutzgedanken nie zu vergessen und den Empfehlungen des DJV und der Wildbiologen zu folgen.

Die geforderte Verschärfung des Waffenrechts nach den jüngsten Vorfällen lehnt die Kreisjägerschaft ab. „Die bestehenden strengen Vorschriften reichen völlig aus“, so Franz-Josef Becker. Selbstverständlich verurteilen die Jäger diese Verbrechen ausdrücklich, aber „wenn Bundesinnenministerin Nancy Faeser medienwirksam zum wiederholten Male ein schärferes Waffenrecht fordert, ist es in meinen Augen ein Manöver, um den eigenen Unzulänglichkeiten bei der Umsetzung der schon bestehenden Vorschriften abzulenken“, resümierte Becker.

Zum Schluss seines Jahresberichtes lobte der Vorsitzende das ehrenamtliche Engagement seiner Mitstreiter, die als Mitglieder eines anerkannten Naturschutzverbandes in vielfältiger Weise das Jahr über für Wald und Wild unterwegs sind. Für das neue Jagdjahr wünschte Josi Becker allen Jägerinnen und Jägern „Waidmannsheil“ und viel Freude beim Gang in und durch die Natur.

Mit Jagdsignalen umrahmten unter Hornmeisterin Wilma Wagner die Jagdhornbläser die Versammlung der Jäger im Kursaal von Bad Betrich. Foto: Benedikt Schmitt

Artikel melden

? Vielen Dank! Ihre Meldung wurde erfolgreich versendet.
? Es gab einen Fehler beim Versenden. Bitte versuchen Sie es später erneut.
Kommentare
Bildergalerien
Neueste Artikel-Kommentare
  • Julia Doll : Lieber Roman, ja absolut, sehe ich ganz genauso
  • Roman Bermel: Hallo Julia. Du hast vollkommen recht. Ich habe lange bei euch gearbeitet und bin auch heute noch in der Grundschule unterstützend tätig. Ich kann nicht feststellen, dass weniger Unterstützung notwendig ist, eher das Gegenteil ist der Fall.
  • Ignaz Wrobel: Bedauerlich und fragwürdig finde ich, dass offenbar nicht die konstruktive Mitarbeit (!!!) in kommunalen Gremien zur grundlegenden Mitwirkung bei solchen Entscheidungen gesucht wird. Ich würde mich...
  • W. Harkort: Danke für diesen Kommentar. Gab es auch Einwendungen wegen seltener Ameisen? Irgendwann in naher Zukunft werden diese Leute ihre Entscheidung bereuen. Dann ist es aber zu spät.
  • Walter Knieps: Warum erst jetzt ?!?!
Kreishandwerkerschaft
Dauerauftrag 2026
Rund ums Haus
Innovatives rund um Andernach
Gesundheit im Blick // Anzeige Kinder
125 Jahre Kaufhaus Moses in Bad Neuenahr
125 Jahre Kaufhaus Moses in Bad Neuenahr
125 Jahre Kaufhaus Moses in Bad Neuenahr
Empfohlene Artikel
Die Vierklässler entdecken die Römerwelt.  Fotos: Grundschule Rheinbrohl
25

Rheinbrohl. Ein außergewöhnliches Projekt voller Entdeckungen, Abenteuer und lebendiger Geschichte liegt hinter den vierten Klassen der Astrid-Lindgren-Schule Rheinbrohl. In den vergangenen Wochen verwandelte sich der Unterricht in eine kleine Römerwelt. Im Rahmen eines umfangreichen Römerprojekts tauchten die Kinder tief in das Leben der alten Römer ein und erfuhren Geschichte nicht nur aus Büchern, sondern mit allen Sinnen.

Weiterlesen

Gemeinsam mit dem Ersten Beigeordneten Hans Dieter Wirtz und dem Moderator Frank Lohse (Mitte, von links) begrüßt Bürgermeister Sven Schnieber (Mitte, rechts) die zahlreichen Teilnehmenden des Betreuungsgipfels.Foto: Stadt Meckenheim
11

Meckenheim. Aktuelle Herausforderungen im Bereich Kindertagesbetreuung zu identifizieren und tragfähige Perspektiven für eine verlässliche und qualitativ hochwertige Betreuung zu eröffnen, mit diesem Ziel hatte die Stadt Meckenheim in Kooperation mit dem Landschaftsverband Rheinland (LVR) zum ersten Betreuungsgipfel U6 in den Ratssaal eingeladen. Fachkräfte aus den Kindertageseinrichtungen, Vertreterinnen...

Weiterlesen

9

Meckenheim. Steigende Temperaturen und immer häufiger auftretende Hitzewellen stellen die Städte vor neue Herausforderungen. Um die Lebensqualität auch an heißen Tagen zu stärken, startet die Stadt Meckenheim ein neues Beteiligungsprojekt im Rahmen der kommunalen Klimafolgenanpassung: Gemeinsam mit den Bürgerinnen und Bürgern soll eine Cooling Spots Karte für das Stadtgebiet erstellt werden.

Weiterlesen

Weitere Artikel
Symbolbild. Foto: ROB
31

Puderbach. Am 23.04.26 gegen 16:25 Uhr wurde der Polizei Straßenhaus ein rotfarbener Kleinwagen mit erheblichen Beschädigungen und einer unsicheren Fahrweise in der Ortslage Puderbach gemeldet. Durch die Fahrweise wurden mehrere Verkehrsteilnehmer gefährdet. Unter anderem habe eine Familie mit Kinderwagen, welche die Straße „Ackerweg“ auf Höhe der Kirche überquerte, auf den Bürgersteig springen müssen, um nicht von dem rotfarbenen Kleinwagen erfasst zu werden.

Weiterlesen

Meckenheim geht beim Fußverkehrs-Check mit, von links: Christoph Overs, Leiter der Geschäftsstelle und der Koordinierungsstelle Zukunftsnetz Mobilität NRW Rheinland, die städtische Mobilitätsmanagerin Liena Humke, Umweltplanerin und Mobilitätsmanagerin Nele Allerchen, Bürgermeister Sven Schnieber und der Minister für Umwelt, Naturschutz und Verkehr des Landes NRW Oliver Krischer. Foto: go.Rheinland GmbH / Smilla Dankert
24

Fußverkehrs-Check NRW 2026: Meckenheim ist dabei

Die Apfelstadt wurde vom Ministerium als Teilnehmerin ausgewählt

Meckenheim. Es ist die umweltfreundlichste Fortbewegungsart der Welt. Deshalb soll das Gehen in Meckenheim nun mehr Aufmerksamkeit bekommen: Beim landesweiten Wettbewerb um einen professionellen „Fußverkehrs-Check“ wurde Meckenheim vom Ministerium für Umwelt, Naturschutz und Verkehr des Landes Nordrhein-Westfalen und dem Zukunftsnetz Mobilität NRW als teilnehmende Stadt ausgewählt.

Weiterlesen

Symbolbild.
18

Odendorf. In Odendorf wurde eine Absackung der Fahrbahn und Bürgersteige im Bereich der Hausnummern 14 bis 21 in der Odinstraße festgestellt. Um die Ursache dieser Absackung zu ermitteln und entsprechende Reparaturen durchzuführen, ist eine Vollsperrung der Odinstraße in diesem Abschnitt vom 04. bis 08. Mai erforderlich.

Weiterlesen

Rund um´s Haus
Anzeige Haushaltsauflösungen und Ankauf
Dauerauftrag
Dauerauftrag Imageanzeige
Holz Loth-Entsorgung
Titelanzeige
125 Jahre Kaufhaus Moses in Bad Neuenahr
Anzeigenauftrag #PR106350-2026-0253#
Gesundheit im Blick
125 Jahre Kaufhaus Moses in Bad Neuenahr
Minijob
Gesundheit im Blick
Biker Segnung
Innovatives rund um Andernach
100 Jahre Eifelverein Dernau
125 Jahre Kaufhaus Moses in Bad Neuenahr
Sachbearbeiter/in (w/m/d)