Cookies erleichtern die Bereitstellung unserer Dienste. Mit der Nutzung unserer Dienste erklären Sie sich damit einverstanden, dass wir Cookies verwenden. OK Weitere Informationen

NABU Region Rhein-Westerwald stellte auf der „Schmidtenhöhe“ Beweidungsprojekte vor und zog Bilanz

Zwölf verschiedene Weidetierarten grasen auf den Flächen des NABU

Durch Naturschutzbeweidung entstehen artenreiche Biotope mit zum Teil seltenen Pflanzen wie Orchideen

Zwölf verschiedene Weidetierarten grasen auf den Flächen des NABU

Idylle am See. Zwei Konikpferde mit Fohlen löschen ihren Durst.Foto: Heinz Strunk

12.07.2018 - 09:10

Region. Sie nennen sich Moorschnucken, Mazodonische Zwergesel, Konikpferde, Burenziegen oder Taurusrinder – insgesamt zwölf verschiedene Weidetierarten grasen auf den Flächen des NABU in der Region Rhein-Westerwald. Und das aus gutem Grund: Viele für die biologische Vielfalt bedeutsame Flächen bedürfen zum Erhalt ihres naturschutzfachlichen Wertes einer regelmäßigen Pflege. So erhält und entwickelt der NABU mit seinen extensiven Weidelandschaften auf innovative Art und Weise wertvolle Lebensräume. In mittlerweile elf Projekten setzen die 13 NABU-Gruppen der NABU-Regionalstelle Rhein-Westerwald tierische Helfer ein. Das kleinste Projekt umfasst knapp einen Hektar, das größte wird auf einer Fläche von 235 Hektar durchgeführt. Bereits kurz nach der Jahrtausendwende startete der NABU seine ersten Projekte im nördlichen Rheinland-Pfalz - Zeit für eine Zwischenbilanz.

„Extensive Beweidung ist praktischer Naturschutz. Durch unsere Beweidungsprojekte konnten wir bereits auf vielen Hektar wertvolle Lebensräume erhalten und naturschutzfachlich aufwerten. Die alten, robusten und teilweise seltenen Haustierrassen gestalten die Landschaft im Sinne teils seltener und gefährdeter Arten, die auf freie Flächen und eine insgesamt strukturreiche Landschaft angewiesen sind“, erklärt Cosima Lindemann, Vorsitzende des NABU Rheinland-Pfalz.

Die Weidetiere wählt der NABU gezielt, in Abhängigkeit von den Eigenschaften des jeweiligen Gebietes und konkreten Naturschutzzielen aus. Durch ihre Weidetätigkeit und den Verbiss an jungen Bäumen und Sträuchern schaffen die Tiere artenreiche Biotope, von denen eine Vielzahl an Pflanzen und Tieren profitiert. „Auf unseren durch die Beweidung beruhigten Flächen können wir Arten beobachten, die in der Normallandschaft kaum noch einen Lebensraum finden. Hierzu gehören seltene Pflanzen wie Orchideen, diverse Insektenarten und gefährdete Amphibien wie die Gelbbauchunke und der Laubfrosch. Wir konnten feststellen, dass einige Arten seit Beginn der extensiven Beweidung in die Gebiete zurückgekehrt sind oder sich in mittlerweile stärkeren Individuenzahlen auf den Flächen aufhalten. Deutlich profitieren insektenfressende Vögel wie der Neuntöter von der für die Insektenvorkommen förderlichen Beweidung auf unseren Flächen. Allein im Beweidungsgebiet der Schmidtenhöhe konnten bisher 152 verschiedene Vogelarten festgestellt werden, weitaus mehr als noch zu Beginn des Projektes. Wir können also sagen, dass Naturschutzbeweidung funktioniert und in vielen Fällen eine ausgezeichnete Alternative zum Einsatz von Maschinen wie Balkenmähern darstellt“, so Cosima Lindemann weiter.

Den Ansatz der Naturschutzbeweidung möchte der NABU in Rheinland-Pfalz auch in Zukunft weiter verfolgen, insbesondere auf den vereinseigenen Flächen, die geschützten Arten auch als Trittsteine und Vernetzungselemente in der Landschaft dienen sollen. Erst im September 2017 wurde die 235 Hektar große Beweidungsfläche auf dem ehemaligen Standortübungsplatz Schmidtenhöhe zusammen mit weiteren 291 Hektar in Rheinland-Pfalz als Nationales Naturerbe vom Bund an die NABU-Stiftung Nationales Naturerbe übergeben.

Das Projekt auf der Schmidtenhöhe ist das größte Beweidungsprojekt des NABU in Rheinland-Pfalz. „Bei der Pflege der Flächen des Nationalen Naturerbes wird die Beweidung mit Sicherheit eine große Rolle spielen. Aber auch die anderen zehn kleineren Projekte in den Kreisen Altenkirchen, Westerwaldkreis, Neuwied und Mayen-Koblenz wollen wir weiterführen, um die Flächen weiter zu entwickeln, bis wir die flächenspezifischen Naturschutzziele erreicht haben. Es gibt auch einige neue, spannende Ansätze mit ersten Erfolgen, wie die Bekämpfung der invasiven Herkulesstaude durch den Einsatz von Moorschnucken bei Höchstenbach oder die Entwicklung eines artenreichen Trockenrasens auf einer ehemaligen Industriehalde bei Bendorf. Wir können also eine durchweg positive Zwischenbilanz ziehen“, sagt die Vorsitzende.

Getragen werden die Beweidungsprojekte vom ehrenamtlichen Engagement in den NABU-Gruppen vor Ort, das jährlich mehrere Tausend Arbeitsstunden umfasst. Über die in den Projekten gemachten Erfahrungen tauschen sich die Ehrenamtlichen regelmäßig aus. „Ohne unsere NABU-Aktiven und ihren umfassenden ehrenamtlichen Einsatz auf den Projektflächen wären die Beweidungsprojekte in dieser Form undenkbar.

Neben dieser Feststellung haben wir die Erkenntnis gewonnen, dass Beweidungsprojekte, insbesondere in Verbindung mit unseren naturkundlichen Exkursionen, ein gutes Mittel sind, Interesse für den Naturschutz zu wecken. Als Mitmach-Verein, der praktischen Naturschutz vor Ort betreibt, wollen wir interessierten Personen auch die Möglichkeit bieten, mit anzupacken. Trotz Weidetätigkeit gibt es in unseren Projekten ausreichend Nach- und Zusatzarbeiten, die per Hand erledigt werden. Auch müssen täglich die Zäune kontrolliert und der Gesundheitszustand der Tiere überprüft werden. Über engagierte Helfer freuen sich unsere NABU-Gruppen daher sehr“, so Lindemann abschließend.

Artikel bewerten

rating rating rating rating rating
Kommentare können für diesen Artikel nicht mehr erfasst werden.
Sie müssen angemeldet sein, um einen Leserbeitrag erstellen zu können.
Für die Deutschen
Meisterschaften qualifiziert

SV Urmitz bei Südwestdeutschen Judo-Einzelmeisterschaften U18

Für die Deutschen Meisterschaften qualifiziert

Urmitz. Vor Kurzem fanden im saarländischen Homburg-Erbach die Südwestdeutschen Judo-Einzelmeisterschaften der U18 statt. Für den SV Urmitz hatten sich Maurice Leufgen bis 66 kg und Nico Schnapp bis 81 kg über die Rheinland-Einzelmeisterschaften qualifiziert. mehr...

Rathaus Meckenheim

Energieberatung

Meckenheim. Die Vorfreude auf die warme Jahreszeit erhält dann einen Dämpfer, wenn die Heizkostenabrechnung ins Haus flattert. Steigende Kosten drücken auf die Stimmung. Dabei lassen sich die jährlichen Energiekosten senken. mehr...

Einladung
zum „jecken Heimspieltag“

„Fastelovend meets SGO“ bei der SG Ollheim-Straßfeld

Einladung zum „jecken Heimspieltag“

Heimerzheim. Am 24. Februar wird es beim Heimspiel der Ersten Herrenmannschaft karnevalistisch. Unter dem Motto „Fastelovend meets SGO“ erwartet man neben echtem Verbandsligahandball auch das Ollheimer... mehr...

Alaaf auf die neuen Ordensträger

Rheinbacher Tollitäten im Kindergarten Wibbelstätz

Alaaf auf die neuen Ordensträger

Rheinbach. Auch in diesem Jahr lud die Elterninitiative Kindergarten Wibbelstätz e.V. zum karnevalistischen Nachmittag auf die Tenne in den Hof Raaf. mehr...

Kreisverwaltung

Öffnungszeiten an Karneval

Rhein-Sieg-Kreis. Zu Karneval gelten auch bei der Kreisverwaltung geänderte Öffnungszeiten: An Weiberfastnacht, 28. Februar, schließt die Kreisverwaltung bereits um 12 Uhr ihre Pforten. Alle Dienststellen... mehr...

Mosaik-Kulturhaus

Neues Anmeldeportal

Meckenheim. Die Anmeldungen für die Ferienbetreuungen des Mosaik-Kulturhauses Meckenheim sind ab sofort über ein Online-Portal möglich. Unter www.unser-ferienprogramm.de/mosaik-kulturhaus gelangt man zum neuen Anmeldeportal. mehr...

Anzeige
Politik

Die Landratswahl des Kreises Neuwied am 27. September 2017 ist bereits einige Zeit her. Seitdem präsentiert sich mit Landrat Achim Hallerbach und dem 1. Kreisbeigeordneten Michael Mahlert ein dynamisches Duo an der Spitze des Landkreises. mehr...

FWG Weitersburg gratuliert Ortsbürgermeister Jochen Währ zum 50. Geburtstag

„Ein tolles Geburtstagsfest!“

Weitersburg. Der Vorstand und die Fraktion der FWG Weitersburg waren anlässlich des 50. Geburtstag des Ortsbürgermeisters von Weitersburg Jochen Währ in die festlich geschmückte Scheune der Familie Währ geladen. Hier konnten wir dann dem Ortsbürgermeister die herzlichen Glückwünsche der FWG zu seinem Jubiläumstag überbringen. Der 2. Vorsitzende Alfred Urwer hielt eine sehr amüsante Geburtstagsrede... mehr...

 
Sport

Aalborg/Mayen. „Das Siegertreppchen hatte ich fest im Blick,“ betonte Jil Augel vom Sen5 Karate Verein Mayen im Vorfeld der Junioren-Europameisterschaften im Norden Dänemarks. Nach zwei sehr unglücklichen... mehr...

SC Bendorf - Sayn

Bambinis erfolgreich bei Heimturnier

Bendorf. Vor kurzem stand für die Bambini des SC Bendorf-Sayn die 3. Runde des Sparkassen-Futsal-Hallencups an. Bei dem Turnier in Bendorf trat man gegen die Teams aus Arenberg, Rhens, Koblenz, Kettig und der eigenen 2. Mannschaft an. Die Spieler zeigten eine tolle Mannschaftsleistung und gewannen vier der fünf Spiele, bei einem Unentschieden. mehr...

Wirtschaft

- Anzeige -Hörtraining unter Anleitung bei BECKER Hörakustik Koblenz

Gutes Hören hält geistig fit

Koblenz. Das vielseitige und kostenfreie Hörtraining verbessert nicht nur die Hörwahrnehmung und -verarbeitung, es trägt auch zum Erhalt der kognitiven Leistungsfähigkeit und Flexibilität bei. Üben können Sie ganz bequem von zu Hause aus – mit dem TRITON Hörtraining. mehr...

Umfrage

1.000 Euro für jeden - Sollte es ein bedingungsloses Grundeinkommen geben?

Ja, finde ich gut.
Nein, sowas brauchen wir nicht.
Ist mir egal.
Anzeige
 
 
Anzeige
Kommentare
Gasuwe:
Wenn das ein deutscher Täter gewesenen wäre hätte man das als erstens erwähnt.

Ja zum Klimaschutz

Uwe Klasen:
Da nur die Hälfte des jährlich emittierten CO² in der Atmosphäre verbleibt, beträgt der gesamte deutsche Anteil 0,04 % an den globalen CO²-Emissionen. Im Übrigen ist 2018, nach 2017 und 2016, das dritte Jahr in Folge mit Abkühlung (!) (lt. NASA-Daten), trotz Weltweit steigenden CO²-Emissionen!
Uwe Klasen:
Die Steuerlast nimmt kontinuierlich zu, laut Daten der OECD nimmt Deutschland, zumindest, bei Steuern und Abgaben eine Spitzenposition ein. --- Dazu ein Satz aus dem politischen Testament von „Friedrich der Große“ (1712 – 1768): „Also ist es recht und billig, daß jeder Privatmann zu den Staatskosten beiträgt, aber er soll nicht sein halbes Einkommen mit dem Herrscher teilen.“
LESETIPPS
GelesenEmpfohlen
Anzeige Online bestellen

Geben Sie Ihre Anzeige in wenigen Schritten einfach selbst auf - Rund um die Uhr auf unserer Online-Anzeigenaufgabe! Wählen Sie hier einfach die passende Rubrik aus.