Allgemeine Berichte | 09.04.2026, 09:08 Uhr

Rotschulterente und Roter Sichler als neue Vogelarten im Zoo Neuwied

Zoo Neuwied: Rote Neuzugänge bringen Farbe ins Spiel

Die auch Roter Ibis oder Scharlachsichler genannten Vögel sind für ihre leuchtend rote Färbung mit schwarzen Flügelspitzen bekannt.
79

Neuwied. Gleich zwei neue Vogelarten sorgen seit Kurzem für farbenfrohe Akzente im Zoo Neuwied: Rotschulterenten und Rote Sichler sind in die Anlage gegenüber der Löwen, neben den Capybaras, eingezogen. Sie teilen sich das Gehege mit einem Pärchen der Nacktgesichtshokkos.

Ein Geschwisterpärchen Rotschulterenten, beide 2025 in der Stuttgarter Wilhelma geschlüpft, hat im größten Zoo von Rheinland-Pfalz ein neues Zuhause gefunden. Die zierlichen Enten stammen aus Südamerika und leben dort paarweise an Gewässern. „Besonders auffällig ist das Männchen: Es besitzt rotbraune Schultern und eine rosafarbene Brust mit dunklen Punkten“, erklärt der für diese Vögel zuständige Tierpfleger Jonas Feinkohl. „Das Weibchen hingegen zeigt sich schlichter – einfarbig braun mit markanter weißer Gesichtszeichnung.“

Rotschulterenten sind nicht nur gute Schwimmer, sondern auch geschickte Kletterer. Häufig ruhen sie auf Ästen in Bäumen, wobei ihnen lange Zehen und kräftige Krallen Halt geben. Auch zur Brut ziehen sie sich in luftige Höhen zurück: In Baumhöhlen legt das Weibchen sechs bis zwölf Eier und bebrütet diese etwa vier Wochen lang. Nach dem Schlupf beteiligt sich auch der Erpel an der Aufzucht der Jungtiere. Die Nahrung der Tiere besteht überwiegend aus Wasserpflanzen, Samen und Insekten, die sie gerne gründelnd aufnehmen. Charakteristisch ist zudem ihre enge Paarbindung – meist bleiben Rotschulterenten ein Leben lang zusammen.

Ebenfalls neu im Zoo Neuwied sind vier Rote Sichler. Zwei Weibchen sind 2025 im NaturZoo Rheine geschlüpft, zwei Männchen stammen aus dem Zoo Landau (Jahrgänge 2021 und 2025). Die auch Roter Ibis oder Scharlachsichler genannten Vögel sind für ihre leuchtend rote Färbung mit schwarzen Flügelspitzen bekannt – wobei aktuell erst eines der vier Tiere dieses intensive Rot zeigt. Jungvögel tragen zunächst ein braunes Federkleid.

„Die charakteristische Färbung entwickelt sich erst mit der Zeit und hängt eng mit der Nahrung zusammen: Farbpigmente aus Krebstieren werden während des Federwachstums eingelagert. Im Zoo wird das notwendige Carotin über das Futter ergänzt, sodass sich die typische rote Farbe nach etwa zwei bis drei Jahren mit Eintritt der Geschlechtsreife ausbildet“, erläutert der erfahrene Tierpfleger. Unverkennbar ist auch der lange, sichelförmig nach unten gebogene Schnabel der Roten Sichler. Mit ihm suchen sie im feuchten Schlick gezielt nach Nahrung wie Insekten, Krebstieren, Muscheln und kleinen Fischen. In ihrer natürlichen Heimat – den Mangrovenwäldern, Lagunen und Feuchtgebieten der Karibik sowie des nördlichen Südamerikas – leben sie gesellig und brüten in Kolonien. Ihre Nester bestehen meist aus locker zusammengetragenen Ästchen, die eine einfache Plattform bilden.

„Die beiden neuen Arten sind eine echte Bereicherung für unsere Anlage – nicht nur optisch, sondern auch vom Verhalten her“, sagt Tierpfleger Jonas Feinkohl. „Gerade die Roten Sichler entwickeln ihre intensive Färbung erst mit der Zeit, das ist für unsere Besucher besonders spannend zu beobachten.“

Pressemitteilung Zoo Neuwied

Rotschulterenten sind nicht nur gute Schwimmer, sondern auch geschickte Kletterer.

Rotschulterenten sind nicht nur gute Schwimmer, sondern auch geschickte Kletterer. Foto: Ben Ulrich

Die auch Roter Ibis oder Scharlachsichler genannten Vögel sind für ihre leuchtend rote Färbung mit schwarzen Flügelspitzen bekannt. Foto: Ben Ulrich

BLICK aktuell bei Google bevorzugen
Erhalte mehr Inhalte von uns in deinen Google-Suchergebnissen.
Täglich exklusive Inhalte
Täglich exklusive Inhalte

Das digitale Magazin für Rhein, Ahr und Eifel — jeden Tag eine neue Ausgabe, optimiert fürs Smartphone.

  • 30 Tage gratis – inkl. E-Paper
  • Neue Ausgabe jeden Tag
  • Für unterwegs gemacht
Heutige Ausgabe lesen
Blick aktuell
Regio MAGAZIN

Bildergalerien
Stellenanzeige - Dauerauftrag 2026
Vorabrechnung, Nr. AF2026.000438.0, Oktober 2026
Immobilienanzeige
Rund um´s Haus
Innovatives aus Weißenthurm
Premium-Titel 2
PR-Anzeige Unternehmensnachfolge
Empfohlene Artikel
Bei der Apfelernte auf der Streuobstwiese in Raubach packten alle mit an.
0

Raubach. Mit jeder Menge Tatkraft fand der diesjährige Arbeitseinsatz des Verkehrs- und Verschönerungsvereins Raubach 1909 e. V. bei schönstem Wetter auf der Streuobstwiese in Raubach statt. Gemeinsam sammelten und pflückten die fleißigen Helferinnen und Helfer Äpfel für die anschließende Verarbeitung in der Apfelpresse.

Weiterlesen

Abfalltipp Fallobst und Laub
61

Kreis Neuwied. Wenn im Herbst Obst von den Bäumen fällt und sich buntes Laub in Gärten und auf Wegen sammelt, stellt sich schnell die Frage nach der richtigen Entsorgung. Die Abfallwirtschaft des Landkreises Neuwied gibt dazu praktische Hinweise.

Weiterlesen

Weitere Artikel
Los gehts! Die Ehrenamtlichen des foodsharing-Bezirks Mayen machen sich auf, die übrigen Lebensmittel der Lukasmarktstände vor dem Wegwurf zu bewahren.
806

Mayen. Wenn die Lichter des traditionellen Lukasmarkts ausgehen und das Abschlussfeuerwerk verklungen ist, beginnt für ein ganz besonderes Team die wichtigste Schicht. Auch in diesem Jahr – und damit bereits im vierten Jahr in Folge – waren die Ehrenamtlichen von **foodsharing Mayen** am Sonntagabend im Einsatz, um übrig gebliebene Lebensmittel vor der Tonne zu bewahren.

Von foodsharing Mayen Lebensmittelrettung aus Mayen

Weiterlesen

Jürgen B. Hausmann (links) und Harald Classen begeisterten das Publikum in der Mendiger Laacher See-Halle.
1395

Jürgen B.Hausmann gastierte in der Laacher See-Halle

Der „dritte Anlauf“ passte

Mendig. „Wie das Leben so spielt…“ aus 27 Jahren Kabarett und fast 62 Jahren Leben: Geschichten zum Totlachen, zum Schmunzeln und zum gerührt sein. Jürgen B. Hausmann begeisterte das Publikum in der ausverkauften Laacher See-Halle mit einer kabarettistischen Retrospektive von 1964 bis heute.

Von Stefan Pauly aus Mendig

Weiterlesen