Allgemeine Berichte | 05.07.2013

Familientreffen im Kaulenbachtal

Ahnen der Schieferbrecher trafen sich

Vorfahren der Regniers kamen vor über 200 Jahren aus der Schiefermetropole Fumay/Frankreich in die Schieferregion Kaulenbachtal

Ein Teil der Nachfahren der Schieferbrecher-Familie Regnier am Aussichtspunkt Maria Schacht in Leienkaul. Verein zur Erhaltung der Schieferbergbaugeschichte e. V.

Kaulenbachtal. Zu einem Familientreffen fanden sich die Nachfahren der Familie Regnier aus Müllenbach in der Schieferregion Kaulenbachtal ein, um hier auf den Spuren ihrer Vorfahren durch das Kaulenbachtal zu wandern. Der Vorsitzende des Vereins zur Erhaltung der Schieferbergbaugeschichte, mütterlicherseits ebenfalls ein Nachfahre der Regniers, führte die fast 40 Teilnehmer durch die Geschichte der Schieferregion und damit auch durch das Leben der Altvorderen. Im Kulturzentrum Schieferregion erfuhr man anhand der ausgestellten Exponate und durch einen kurzen Informationsfilm mehr über das Leben und Arbeiten der Schieferbrecher in den vergangenen Jahrhunderten. Im Verlauf des Schiefergrubenwanderwegs traf man dann im Bereich der ehemaligen Grube Colonia auf die Grube, die von 1818 bis etwa 1853 durch den Vorfahren Georg Regnier erfolgreich mit sieben bis zehn Mann Belegschaft betrieben wurde. Bis 1826 nannte sich das Bergwerk „Regniersgrube“, nach der Vereinigung mit der Emmerich Welling Grube im Jahre 1826 kannte man die Stollen unter dem Namen „Vereinigte Regniersgruben“. Im Jahre 1853 übernahm dann der Apotheker Helff aus Köln die Gruben an der Westseite des Kaulenbachtals, die dann in Bezug auf die Herkunft des neuen Besitzers als Grube „Colonia“ bezeichnet wurde.

Im Schieferbergbau aktiv

Erstaunt hörten die Familienmitglieder, dass nachweislich bis 1959 ein Großteil aller Vorfahren der letzten acht Generationen Regnier im Schieferbergbau aktiv war. Ob als Grubenaufseher in der Grube Hasenwieschen in Laubach, als Grubenbesitzer, Hauer, Zurichter, Spalter, Steiger oder Schieferbrecher unter Tage. Wahrscheinlich brachte schon Georg Regnier, 1776 in Fumay/Frankreich geboren, eine hohe Expertise in Sachen Schieferbergbau mit nach Laubach, als er hier um etwa 1800 seinen ersten Wohnsitz in unserer Region nahm. In Fumay betrieb man schon seit Mitte des 14. Jahrhunderts den Bergbau teils hochprofessionell. In der Zeit des Napoleonischen Krieges führte es die Franzosen, in diesem Falle besonders aus dem Örtchen Fumay in die Schieferregion Kaulenbachtal. Noch heute kann man an den französischen Namen der Region diese Verbindung erkennen. So findet man sie sehr häufig, die Nachnamen Regnier, Buschwa (Bourgeois), Allard und Lefev. Das es einer der Vorfahren, nämlich Johann Theodor Regnier, geboren 1810 in Müllenbach, verstorben 1859 als hoch angesehener Advokat und Rechtsanwalt sowie Mitglied des Stadtrates in Trier, fast in höchste politische Ebenen der Preußischen Regierung in Berlin geschafft hätte, sorgte bei den Zuhörern für Verwunderung. „Am 24. April 1848 schrieb der zurückgetretene preußische Justizminister Bornemann einen Brief an Finanzminister Hansemann, worin dieser Johann Theodor Regnier in Trier als geeigneten Nachfolger im Justizministerium vorschlägt.“ Johann Theodor blieb jedoch in Trier und wurde hier später als „neben dem späteren Bischof Eberhard die glänzendste geistige Potenz, welche Trier im 19. Jahrhundert aufzuweisen hatte“, geehrt. Sichtlich begeistert und mehr als gut informiert über die eigene Familiengeschichte fuhren die Teilnehmer des Familientreffens nach einem schönen Tag zurück in ihre heutigen Heimatorte Trier, Faid, Dünfus, Hambuch, Masburg und natürlich auch Müllenbach. (Quelle der Zitate: Persönlichkeiten des Kreises Cochem Zell, Hg Alfons Friderichs)

Ein Teil der Nachfahren der Schieferbrecher-Familie Regnier am Aussichtspunkt Maria Schacht in Leienkaul. Foto: Verein zur Erhaltung der Schieferbergbaugeschichte e. V.

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