Allgemeine Berichte | 15.04.2026

Jahresbericht zeigt hohe Nachfrage nach Beratung in der Moselregion

Angebote der Lebensberatung Cochem erreichen über 1.200 Menschen

Cochem. Auf social media sieht es so einfach aus:

Eltern, die liebevoll ihr Kind erziehen, orientiert an dessen Bedürfnissen, keine Strafen geben, nicht brüllen und trotzdem Orientierung geben.

Bedürfnisorientierte Erziehung heißt das Zauberwort, das in den letzten Jahren immer mehr zum Leitbild für viele Eltern wird.

Doch im Alltag scheitern viele Erziehende dann an den eigenen Ansprüchen und fühlen sich verunsichert, wie der Jahresbericht der Lebensberatung Cochem für 2025 darlegt. Kommunikation auf Augenhöhe oder Erziehung ohne Strafen – das hört sich gut an, doch wie dann Grenzen setzen, die für die Entwicklung des Kindes notwendig sind? Genau für solche und viele weitere Fragen rund um Erziehung, Familie oder Partnerschaft ist die Lebensberatung Cochem da.

Hohe Nachfrage nach Beratung

Allein im Jahr 2925 wandten sich auf der Suche nach Rat und Hilfe 1.269 Kinder, Jugendliche und Erwachsene an die Fachkräfte der Lebensberatung. Zusätzlich nahmen 375 Personen an präventiven Angeboten wie Elternkursen, virtuellen Elternabenden oder Fachveranstaltungen teil. Mehr als die Hälfte der betreuten Kinder und Jugendlichen lebt nicht in der klassischen Ursprungsfamilie. Häufige Beratungsanlässe bei jungen Menschen waren Trennung und Scheidung der Eltern, Überbelastung sowie familiäre Konflikte. Bei Erwachsenen standen vor allem Stress, schwierige Lebenssituationen und Herausforderungen in der Eltern-Kind-Beziehung im Vordergrund. Ein Großteil der Beratungen erfolgte im persönlichen Gespräch (91,8 Prozent). Die durchschnittliche Beratungsdauer lag bei 8,5 Stunden pro Fall.

Unterstützung in belastenden Lebenssituationen

Neben der klassischen Beratung bietet die Einrichtung verschiedene präventive Programme an. Dazu zählen unter anderem der Elternkurs „Kinder im Blick“ für getrenntlebende Eltern, Gruppenangebote für Kinder sowie entwicklungspsychologische Beratung für Familien mit Säuglingen und Kleinkindern. Diese Angebote sollen Familien frühzeitig stärken und helfen, Konflikte besser zu bewältigen. Ziel ist es, sowohl die Eltern-Kind-Beziehung als auch die elterliche Handlungssicherheit zu fördern.

Beratung bleibt kostenfrei – Finanzierung gesichert

Für Ratsuchende ist das Angebot kostenfrei. Die Arbeit der Lebensberatung ist jedoch personal- und zeitintensiv: Insgesamt beliefen sich die Kosten im Jahr 2025 auf rund 383.700 Euro. Finanziert wird die Beratungsstelle durch das Bistum Trier (44,5 Prozent), den Landkreis Cochem-Zell (37,3 Prozent) sowie das Land Rheinland-Pfalz (18,3 Prozent). Bistumsweit wurden in den 20 Lebensberatungsstellen im Jahr 2025 mehr als 10.500 Beratungsleistungen erbracht und über 22.800 Menschen erreicht. Damit leisten die Einrichtungen einen wichtigen Beitrag zur Unterstützung von Familien und zur Stärkung des sozialen Zusammenhalts.

Orientierung und Hilfe für Familien

Und wie erzieht man sein Kind nun „bedürfnisorientiert“? Darauf gibt der kleine Einblick im Jahresbericht zwar keine abschließende Antwort. Aber er beschreibt gut, worauf es ankommt: Grenzen sind wichtig und notwendig, denn sie geben Kindern Sicherheit und Orientierung. Entscheidend sei die Art und Weise, wie Eltern diese setzen: klar, verlässlich und zugleich wertschätzend. Ebenso wichtig sei es, dass Eltern auch die eigenen Bedürfnisse wahrnehmen und achten.

Der Jahresbericht macht deutlich: Familien stehen heute vor vielfältigen Herausforderungen. Bedürfnisorientierte Erziehung kann dabei eine hilfreiche Grundlage sein, wenn sie realistisch umgesetzt wird. Die Lebensberatung Cochem versteht sich dabei als verlässliche Anlaufstelle für Familien in belastenden Situationen – mit dem Ziel, gemeinsam tragfähige Lösungen zu entwickeln.

Mehr Informationen gibt es auf: www.cochem.lebensberatung.info.

Pressemitteilung Bischöfliches Generalvikariat Trier

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