Politik | 29.05.2013

Deutscher Gewerkschaftsbund Region Koblenz

Hohes Entlassungsrisiko Beschäftigter

... in der Stadt Koblenz und dem Landkreis Mayen-Koblenz

Region. 4.269 Menschen haben in 2012 in der Stadt Koblenz und 5.839 Menschen im Landkreis Mayen-Koblenz ihren Job verloren und sind arbeitslos geworden. Die sozialversicherte Beschäftigung hingegen ist noch gestiegen um 0,6 Prozent in Koblenz und 2,0 Prozent in MYK auf rund 127.500 insgesamt für die Region im Herbst letzten Jahres. Dieser Beschäftigungsanstieg hat das Entlassungsrisiko der Beschäftigten aber nicht grundlegend ändern können. Gemessen am Beschäftigungsstand in der Region sind immerhin 6,28 Prozent (Koblenz) und 9,82 Prozent (MYK) der regulär Beschäftigten im Laufe des vergangenen Jahres arbeitslos geworden. Trotz der Arbeitgeberklagen über Fachkräftemangel ist in vielen Betrieben Heuern und Feuern immer noch an der Tagesordnung. Deutlich unterdurchschnittlich ist das Risiko der Arbeitslosigkeit für Beschäftigte im Verarbeitenden Gewerbe; hier haben im Laufe des vergangenen Jahres in der Stadt Koblenz 335 Menschen bzw. 4,57 Prozent der sozialversichert Beschäftigten den Job verloren. Im Landkreis waren es 904 Menschen, d.h. eine Quote von 5,65 Prozent. Überraschenderweise ist das Entlassungsrisiko im Gastgewerbe noch deutlich höher als auf dem Bau. Hier wurden in der Stadt Koblenz 12,43 Prozent der sozialversicherungspflichtig Beschäftigten, also 277 Personen arbeitslos bei insgesamt 2.227 im Baugewerbe Beschäftigten. Die Zahlen für den Landkreis: 17,10 Prozent, entspricht 688 Entlassungen bei 4.023 im Baugewerbe Beschäftigten. 1.909 sozialversichert Beschäftigte wurden im Gastgewerbe der Stadt Koblenz zuletzt gezählt, während in 2012 zugleich in dieser Branche 445 Beschäftigte den Job verloren haben. Im Schnitt haben damit im Gastgewerbe der Stadt fast ein Viertel der Beschäftigten im Laufe des Jahres den Job verloren. Auch hier die Zahlen für den Kreis: bei 1.596 Beschäftigten im Gastgewerbe verloren 417 ihren Job, das entspricht etwas mehr als einem Viertel der Beschäftigten. Dies zeigt, in welch starkem Maße in diese Branche eingestellt und entlassen wird. Besonders schlecht ist nach DGB-Berechnungen die Situation im Verleihgewerbe. In keiner anderen Branche sind absolut wie anteilig mehr Beschäftigte arbeitslos geworden. Absolut haben in der Stadt Koblenz 698 Leiharbeitskräfte den Job verloren, bei insgesamt 2.821 Beschäftigten im Verleihgewerbe. 24,74 Prozent der Leiharbeitskräfte wurde im Verleihgewerbe der Stadt über Arbeitslosigkeit ausgetauscht. Im Landkreis sieht es wie folgt aus: 632 Entlassungen im Verleihgewerbe bei 1.059 Beschäftigten entspricht einer Quote von nahezu 60 Prozent. Dies zeigt, in welch starkem Maße personalpolitische Risiken der Verleiher auf die Leiharbeitskräfte und die sozialen Sicherungssysteme verlagert werden.

Pressemitteilung des

Deutschen Gewerkschaftsbunds Region Koblenz

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