Förderprogramme für Innenstädte
Koblenzer SPD-Fraktion auf Informationsbesuch
aus Koblenz
Mayen. Die parlamentarische Sommerpause ist traditionell eine gute Gelegenheit, über den eigenen Tellerrand zu schauen und vom Erfolg der Nachbarn zu lernen. Denn die Zukunft der Alt- und Innenstädte ist längst keine reine Großstadtthematik mehr – sie betrifft Mittelzentren wie Mayen in gleichem Maße wie größere Oberzentren. Da die Weichen für die Förderprogramme von Land und Bund in den kommenden Jahren bereits gestellt sein müssen, sind Kommunen aktuell stark gefordert, ihre Hausaufgaben zu machen. Wie eine erfolgreiche und nachhaltige Umsetzung in der Praxis aussieht, demonstriert derzeit die Stadt Mayen.
Während viele Städte versuchen, Einzelmaßnahmen lose aneinanderzureihen, hat sich Mayen an einer klaren strategischen Leitlinie abgearbeitet. Unter der Arbeitsbezeichnung „Unser roter Faden“ steht hier die lokale Wertschöpfung der städtischen Investitionen konsequent im Vordergrund. Ein besonderes Merkmal sind ohne Frage die Burgfestspiele in Mayen. Diese Stärke gilt es weiter auszubauen. An diesem roten Faden orientieren sich ausnahmslos alle weiteren Maßnahmen, wie bauliche und investive Großprojekte, gezielte Veranstaltungsformate zur Belebung sowie strukturelle Klimaanpassungsprozesse wie Entsiegelung und Begrünung.
Diese behutsame und durchdachte Vorgehensweise der Verantwortlichen der Stadt Mayen – allen voran durch den sozialdemokratischen Oberbürgermeister Dirk Meid – trägt bereits sichtbare Früchte. Im Gesamtbild der Innenstadt lässt sich schon jetzt deutlich erkennen, welche erheblichen positiven Veränderungen die bisherigen Maßnahmen bewirkt haben.
Ein solcher Erfahrungsaustausch unter den Städten ist überaus hilfreich, um drängende Schwerpunkte wie Klimaanpassung, gezielte Begrünung und moderne Verkehrsplanung interkommunal voranzubringen. Um sich ein genaues Bild vom aktuellen Stadium der Umsetzung zu machen, reiste eine Delegation der Koblenzer SPD-Fraktion nach Mayen. Nach einem intensiven Arbeitsgespräch im Rathaus folgte ein gemeinsamer Rundgang durch die neugestaltete Innenstadt.
Die Koblenzer SPD-Fraktionsvorsitzende Marion Lipinski-Naumann zeigte sich sichtlich beeindruckt von den Mayener Fortschritten: „Solche Informationen aus der Praxis sind für uns überaus wichtig, um auch in Koblenz bei der anstehenden Grundlagendiskussion keine Fehler zu machen. In jeder Stadt müssen natürlich viele unterschiedliche Begehrlichkeiten intensiv abgewogen werden.“
Neben den Chancen von Förderprogrammen wie „Zukünftige Innenstädte“ (Land) und „Stadtimpulse“ (Bund) brachte der Austausch auch die realpolitischen Herausforderungen zur Sprache. Bis zum Ende des Förderzeitraums gilt es, die Mittel hocheffizient einzusetzen. Ratsmitglied Fritz Naumann betonte dabei die Steuerungsfunktion der Politik: „Bis zum Ende des Förderzeitraums ist besonders darauf zu achten, dass die Einflussnahme der Kommunalpolitik in allen Prozessen fest eingebunden bleibt. Nur so lässt sich vermeiden, dass Wunschlisten der verschiedenen Akteure ausufern. Es ist unsere Aufgabe, diese auf ein vernünftiges, finanzierbares und nachhaltiges Maß zu reduzieren.
„Das Fazit des Besuchs: Der Mayener Weg beweist, dass Fördergelder dann die größte Wirkung entfalten, wenn sie nicht isoliert verpuffen, sondern die Wertschöpfung die oberste Leitlinie sein muss und man sich strikt an den lokalen Wirtschaftskreislauf und die Lebensqualität vor Ort gekoppelt werden. Beeindrucken war ebenfalls mit welcher Effektivität in Mayen das Leerstandmanagement der Ladenlokale betrieben wird und Nachvermietungen dauerhaft initiiert werden konnten.
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Ratsmitglied Fritz Naumann, Fraktionsvorsitzende Marion Lipinski-Naumann, Oberbürgermeiister der Stadt Mayen Dirk Meid Foto: Anja Steinböck