Kultur am Friedhof Koblenz
Kunst und Kultur auf dem Koblenzer Hauptfriedhof erleben
aus Koblenz
Koblenz. Kunst und Kultur auf dem Friedhof Unser Verhältnis zum Tod, zu Bestattungsritualen und Beerdigungsformen hat sich in den vergangenen Jahren stark verändert.
Mit dem Projekt „Achsenwechsel – Stationen des Lebens“ wird der Koblenzer Hauptfriedhof – eine beeindruckende Parkanlage – wieder zu einem Kulturort.
Wir laden dazu ein, den Friedhof neu zu entdecken: als einen Ort der Begegnung, des Innehaltens und des Verweilens – selbstverständlich stets in einem angemessenen und pietätvollen Rahmen.
Mit der dritten Ausgabe der Kulturreihe möchten wir erneut dazu beitragen, Tod und Vergänglichkeit aus unterschiedlichen Perspektiven zu betrachten und einer offenen Auseinandersetzung Raum zu geben – auch mit neuen Bestattungsformen. Dabei geht es darum, Berührungsängste abzubauen und den Blick auch auf die vielfältigen Facetten des Lebens, der Erinnerung und des Abschieds zu richten.
„Achsenwechsel – Stationen des Lebens“ ist zugleich ein beeindruckendes Beispiel für die gelungene Zusammenarbeit verschiedener Institutionen und Akteure. Gemeinsam eröffnen wir unterschiedliche Blickwinkel auf das Thema „Tod und Vergänglichkeit“ und zeigen, wie vielfältig und individuell der Umgang damit sein kann. so die Initiatorin Margit Theis-Scholz.
Das diesjährige Projekt der Koblenzer Künstlerin Eva Maria Enders und des Benediktiners Bruder Stephan Oppermann „Signum Luminis - Zeichen des Lichts“ verbindet zwei künstlerische Positionen, die sich in einer gemeinsamen Frage begegnen: Was weist uns den Weg – und wo finden wir Orientierung? Licht und Gestalt treten in einen Dialog: Das Licht öffnet den Blick nach außen, in die Weite der Schöpfung, während die menschliche Gestalt nach innen führt – zu den eigenen Fragen, Grenzen und Brüchen. Zwischen Himmel und Erde, Kosmos und Mensch entsteht ein Raum der Besinnung. Die Arbeiten laden dazu ein, innezuhalten und sich selbst als Teil eines größeren Zusammenhangs wahrzunehmen. Die menschlichen Fragmente in den Plastiken können zum Bild des eigenen Lebens werden. Auch wir tragen Brüche, offene Fragen und Unvollendetes in uns. Niemand ist ein fertiges Ganzes. Darin liegt eine Verbindung zum christlichen Menschenbild: Der Mensch ist Teil der Schöpfung, empfängt sein Leben und ist zugleich aufgerufen, es zu gestalten. Die Ausstellung lädt dazu ein, über äußere und innere Orientierung nachzudenken und den eigenen Platz zwischen Weite und Nähe wahrzunehmen.
Alle Veranstaltungen finden auf dem Hauptfriedhof Koblenz statt und sind kostenfrei. Veranstaltungsort ist die historische Feierhalle am Hochkreuz (Beatusstraße, Eingang gegenüber der Eduard-Müller-Straße). Die Buslinie 9 hält am Hauptfriedhof, Parkplätze stehen an der Beatusstraße zur Verfügung.
Verantwortlich: Eigenbetrieb Grünflächen- und Bestattungswesen Beatusstraße 37 - 56073 Koblenz FON (0261) 129 4221/4222 MAIL friedhoefe@stadt.koblenz.de WEB www.koblenzer-friedhoefe.de
Achsenwechsel − Stationen des Lebens
Freitag, 23. Oktober 2026 11:00 Uhr: Andrea Karimé liest aus ihrem Kinderroman „Antennenkind“. Einfühlsam und fantasievoll erzählt sie von einem hochsensiblen Kind und seiner Welt, von seinen Gefühlen und den daraus resultierenden Herausforderungen in seiner Familie. Der Roman ist 2021 erschienen.
15:00 Uhr: Norbert Scheuer liest aus seinem neuen Roman „Holunderholz“. Der im August erschienene Roman des Eifeler Schriftstellers handelt von der heilsamen Kraft des Erinnerns. Rätselhafte Tonbandaufnahmen aus dem Sommer 1949 führen Johann auf die Spur einer unerzählten Familiengeschichte aus der Nachkriegszeit.
16:00 - 17:00 Uhr: „Signum Luminis – Licht und Gestalt“ – Kunstprojekt von Eva Maria Enders und Bruder Stephan Oppermann in der historischen Feierhalle am Hochkreuz. Es geht um zwei künstlerische Positionen, die sich in einer gemeinsamen Frage begegnen: Was weist uns den Weg – und wo finden wir Orientierung? Mit ihren Lichtkörpern öffnet Eva Maria Enders Räume zwischen Himmel und Erde, zwischen Sichtbarem und Unermesslichem. Bruder Stephan Oppermann setzt diesem kosmischen Blick die menschliche Gestalt entgegen. In seinen Plastiken zeichnen sich Fragmente von Gesichtern und menschlichen Umrissen ab – unvollständig und offen, zugleich unmittelbar und vertraut.
Veranstaltungen auf dem Hauptfriedhof © BridgingFrames © E. Scheuer
Samstag, 24. Oktober 2026 10:30 - 11.30 Uhr: Klanggeschichte mit Orff-Instrumenten unter der Leitung von Marina Brilmayer (Jugendpfarrerin, evangelischer Kirchenkreis Koblenz). Das Angebot richtet sich insbesondere an Kinder und Familien.
12:00 Uhr: Künstlergespräch zum Projekt „Signum Luminis – Licht und Gestalt“ mit Lichtkörpern von Eva Maria Enders und Plastiken von Bruder Stephan Oppermann und der Frage „Was weist uns den Weg – und wo finden wir Orientierung?“, historische Feierhalle am Hochkreuz.
16:00 - 16.30 Uhr: Konzert des Hospizchors. Rund 20 Sängerinnen – allesamt Mitglieder des Koblenzer Hospizvereins – haben sich zu einem Chor zusammengeschlossen. Er singt dreistimmig und hat ein Repertoire, das von klassischen Chorstücken bis hin zu bekannten, mitreißenden Liedern reicht. Foto: Koblenzer Hospizverein
Sonntag, 25. Oktober 2026 10.30 - 11.30 Uhr: Historische Führung mit Manfred Böckling über den Koblenzer Hauptfriedhof. Unter dem Titel „Ein Park für die Toten und die Lebenden“ begibt sich der Kunsthistoriker von der städtischen Denkmalpflege auf eine rund einstündige Zeitreise durch den historischen Teil des Hauptfriedhofs entlang bedeutender Grabmäler und bekannter Koblenzer Persönlichkeiten. Zugleich vermittelt die Führung interessante Einblicke in die Geschichte des Friedhofs und seiner parkähnlichen Anlage.
13:00 -14:00 Uhr: Für musikalische Impulse sorgt das Ensemble „Good Vibrations“. Es erklingen Veeh-Harfen®, ein barrierefreies Zupfinstrument, das ohne Notenkenntnisse gespielt werden kann. Die zarten Klänge und Melodien laden zum Verweilen und Innehalten ein.
14:30 - 15:30 Uhr: Unter dem Motto „Trauer und Zuversicht“ lädt der Förderverein Lesen und Buch - Freunde der Stadtbibliothek Koblenz e. V. zu einem literarischen Spaziergang über den herbstlichen Hauptfriedhof Koblenz ein. An verschiedenen Stationen werden kurze Prosatexte und Gedichte gelesen. Musikalisch begleitet werden die Lesungen von einem Klarinettenspieler. Der etwa einstündige Spaziergang führt durch die herbstliche Atmosphäre des Hauptfriedhofs.
15:30 - 16:30 Uhr: Dialog zum Kunstprojekt „Signum Luminis – Licht und Gestalt“ und der Frage: Was weist uns den Weg – und wo finden wir Orientierung? Mit Lichtkörpern der Koblenzer Künstlerin Eva Maria Enders und Plastiken von Bruder Stephan Oppermann aus der Abtei Maria Laach, historische Feierhalle am Hochkreuz.
Achsenwechsel. Stationen des Lebens Foto: Isa Steinhäuser