Allgemeine Berichte | 18.04.2026, 13:16 Uhr

Alternative Eckbebauung

Moderner Wohnungsbau in Koblenz-Lützel mit stadtbildgerechtem Gegenentwurf

Alternativer Entwurf für die Bebauung der Ecke Gartenstraße
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Koblenz. Der Regionalverband Unteres Mittelrheintal von Stadtbild Deutschland e.V. nimmt Stellung zum aktuellen Neubauvorhaben für ein Eckgebäude im Stadtteil Lützel in Koblenz.

Der vorliegende Planungsentwurf wird aus Sicht des Vereins den städtebaulichen und gestalterischen Anforderungen an diesen prominenten Standort nur unzureichend gerecht.

Um die Diskussion konstruktiv zu bereichern, hat der Regionalverband einen überarbeiteten Gegenentwurf entwickelt.

Dieser zeigt auf, wie sich zeitgemäßer Wohnungsbau mit einer stärkeren Einbindung in das gewachsene Stadtbild verbinden lässt.

Kritik am aktuellen Entwurf

Der derzeitige Planungsstand sieht einen stark gegliederten, jedoch in seiner Formensprache beliebig wirkenden Baukörper vor. Insbesondere die harte Ausbildung der Gebäudeecke sowie die uneinheitliche Fassadengestaltung führen zu einem wenig ortsspezifischen Erscheinungsbild, das ebenso gut an einem beliebigen anderen Standort stehen könnte.

Gerade an einer städtebaulich prägnanten Ecke ist jedoch eine klare architektonische Haltung erforderlich, die den Ort stärkt und Orientierung bietet.

Qualitäten des Gegenentwurfs

Der vom Regionalverband entwickelte Gegenentwurf setzt an diesen Punkten an und formuliert eine alternative Lösung:

- Die Gebäudeecke wird durch eine durchgehende Rundung neu interpretiert, wodurch ein fließender Übergang im Straßenraum entsteht.

- Ein maßvoll ausgebildetes Türmchen betont die Ecksituation und verleiht dem Gebäude eine klare Adresse und Wiedererkennbarkeit.

- Die Fassade folgt einer ruhigen, vertikal gegliederten Ordnung mit stehenden Fensterformaten und zurückhaltenden Gesimsen.

- Ein differenziertes Materialkonzept mit kräftigem Sockel und helleren Obergeschossen sorgt für Dauerhaftigkeit und stadträumliche Angemessenheit.

Plädoyer für mehr Baukultur

Der Regionalverband betont, dass es nicht um eine rückwärtsgewandte Architektur geht. Vielmehr soll gezeigt werden, dass auch heutige Neubauten durch Proportion, Gliederung und Materialität an die lokale Bautradition anknüpfen können, ohne ihre Zeitgenossenschaft zu verleugnen.

„Gerade in gewachsenen Stadtteilen wie Lützel entscheidet die Qualität einzelner Neubauten über das zukünftige Erscheinungsbild ganzer Straßenzüge“, so der Regionalverband. „Wir sehen es als unsere Aufgabe, hier konkrete und umsetzbare Alternativen aufzuzeigen.“

Stadtbild Deutschland e. V. lädt alle Beteiligten – von Politik über Verwaltung bis zu Investoren – dazu ein, den Dialog über qualitätsvolle Stadtentwicklung in Koblenz fortzuführen.

Pressemitteilung RV Unteres Mittelrheintal Stadtbild Deutschland e.V.

Alternativer Entwurf für die Bebauung der Ecke Gartenstraße

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