MdB Josef Oster besucht Imker Nengel in Dahlheim
So bitter ist Honigbetrug für heimische Erzeuger
aus Koblenz
Koblenz/Rhein-Lahn. Antibakteriell, entzündungshemmend, antioxidativ: Dem heimischen Bienenhonig werden viele Vorzüge nachgesagt. Für Imkermeister Martin Nengel aus Dahlheim ist er vor allem eines: sein Broterwerb. Bei einem Besuch des hauptamtlichen Imkers informierte sich der Koblenzer CDU-Bundestagsabgeordnete Josef Oster über die Arbeit der Imkerei und die Herausforderungen der Branche. Begleitet wurde Oster von Christian Westbomke von der CDU Loreley und Walter Göbel vom Ortsverband Dahlheim.
Der Sommer ist vorbei, und mit ihm die lauten Wochen. Wo noch vor Kurzem die Honigschleuder brummte und der Boden von Süßem klebte, steht jetzt ein Tisch. Imkermeister Martin Nengel hat die Geräte weggeräumt, die Zentrifuge, die Siebe und Eimer, und den Raum in eine gemütliche Stube verwandelt. Auf dem Tisch: frisches Brot und Butter. Daneben reihen sich Honiggläser: hell und cremig, dunkel oder bernsteinfarben. Und eine echte Wabe, aus der das süße Gold träge tropft.
Die Arbeit der Bienen ist für dieses Jahr getan. Nur hin und wieder zeigt sich eine, kreist grimmig brummend über den offenen Töpfen, als begutachte sie kritisch die Ware. Der Imker lächelt. Martin Nengel mag seine Bienen, ohne die dieser Tisch leer wäre. Natürlich dürfen die Gäste probieren, während der Imker von seinem Handwerk, der Geschichte seines Betriebs und der Bedeutung dieser so besonderen Insekten erzählt.
Die Imkerei Nengel, die ihre Wurzeln im Jahr 1951 hat, wird als Familienunternehmen geführt. 300 Bienenvölker sind von hier aus in den Frühlingsmonaten zu Bestäubungsflügen unterwegs, und das nicht nur im eigenen Revier: Die Dahlheimer Bienen werden zu zahlreichen Obstplantagen in der gesamten Region gebracht, wo sie zuverlässig die Bestäubung übernehmen. Damit leistet der Betrieb nicht nur einen Beitrag zur Honigproduktion, sondern auch zur regionalen Obsternte. Überhaupt sähe es in Deutschland ohne die fleißigen Arbeiterinnen düster aus: Etwa ein Drittel unserer Nahrungsmittel und rund 80 Prozent der heimischen Blütenpflanzen sind auf die Bestäubung durch Bienen angewiesen.
Große Sorgen bereitet Imkern im ganzen Land die Asiatische Hornisse. Die invasive Art bedroht die Honigbienen massiv und lässt sich nach heutigem Stand wohl nicht mehr ausrotten. Hinzu kommt die Varroamilbe, die den Bienenvölkern weiterhin stark zusetzt.
Auch wirtschaftliche und politische Rahmenbedingungen belasten die Bienenwirte. Besonders bitter: Honigverfälschungen im Handel verzerren den Wettbewerb für ehrliche Erzeuger. Weil der Markt mit billigen, gefälschten Importen überschwemmt wird, bleiben regionale Imker häufig auf ihren echten Naturprodukten sitzen. Ebenso ärgerlich: der große bürokratische Aufwand bei der Beantragung von Förderungen – das berichteten regionale Imker immer wieder, so Nengel. Er selbst bleibt entspannt. In Dahlheim ist die Welt auch für Bienen noch weitgehend in Ordnung.
Der Abgeordnete aber nimmt einiges mit – nicht nur für seinen Frühstückstisch, sondern vor allem für seine Aktentasche: „Ich habe eine ganze Menge über Honig, Bienen und die aktuellen Herausforderungen für die Imkerei gelernt“, betont Josef Oster nach dem Termin. „Ich werde diese Erkenntnisse in meine Arbeit in Berlin mit einfließen lassen – und jeden Tropfen heimischen Honigs noch mehr wertschätzen.“
Pressemitteilung von Josef Oster, CDU Mdb
Mehr als Honig: In den Regalen der Imkerei Nengel gibt’s auch Kosmetik, Kerzen und einiges mehr. Foto: Büro Josef Oster/Michaela Cetto
Die Anliegen des Imkermeisters wollen die Besucher der CDU in ihre politische Arbeit aufnehmen. Foto: Büro Josef Oster/Michaela Cetto
Honig direkt aus der Wabe. Foto: Büro Josef Oster/MIchaela Cetto
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Der Besuch des Bundestagsabgeordneten Josef Oster in Dahlheim machte deutlich, wie vielfältig die Herausforderungen für die Imkerei sind. Foto: Büro Josef Oster/Michaela Cetto