Allgemeine Berichte | 29.10.2015

Theaterkreis Sankt Pantaleon zieht alle komödiantischen Register auf mit

„Der Pantoffelheld“

Hoch her geht es auf der Bühne des Unkeler Pfarrheims.-DL-

Unkel. „Vergnügen, das ist für mich ein Fremdwort. Mit meinem Paul kann von Vergnügen keine Rede sein!“ Ein so negatives Urteil fällt Bäuerin Erna Schmitz über ihren „recht mäßigen“, überaus arbeitsscheuen Mann im Gespräch mit Freundin Trude. „Er wehrt sich sogar zu melken, weil er sich ziert, die Zitzen der Kühe in die Hand zu nehmen. Nicht einmal unsere Tochter Sabine ist auf seinem Mist gewachsen“, verrät sie. Adoptieren habe man sie müssen, zerstreut sie das Entsetzen von Trude, sie könne etwa fremd gegangen sein. Ansonsten haben die beiden ihren Männer, die an sich zu nichts taugen, aber ganz gut erzogen, versichern sich die beiden Hof-Drachen nach dem Motto „Widerreden - ausgeschlossen!“ . Das ist der Beginn des Schwanks „Der Pantoffelheld“ von Wilfried Reinehr, mit dem der Theaterkreises St. Pantaleon Unkel nach einem Jahr schöpferischer Pause seit dem Wochenende wieder auf der Bühne des Pfarrheims steht. Dabei bietet der Dreiakter den Laienschauspieler alle Möglichkeiten, ihre komödiantischen Fähigkeiten auszuspielen. Gelegenheit dazu haben etwa Gregor Bachem als Bauer Paul und Gunther Nussbaum als sein etwas einfältiger Freund Jakob bei dem Versuch, ihre Hausdrachen zu überlisten. So erschwindeln sich die beiden einen Kneipenabend, indem sie ihren „Holden“ vorgaukeln, unbedingt an einer zukunftsweisenden Sitzung der Kleinbauern teilnehmen zu müssen. Der Schmitze-Hoff steht eben unter dem Regiment von Erna. Nur Sabine wagt ihrer Mutter zu widersprechen, die für sie schon den alten, aber reichen Otto Hacker auserkoren und für zugesicherte Kuppeldienste sogar bereits 20.000 Euro eingesteckt hat. Dabei hat sich die junge Kellnerin nichts für den altern Schleimer übrig, zumal sie sich Hals über Kopf in Peter verliebt hat, der mit ihr zusammen im Scheurener Hotel Mürl arbeitet. Als die beiden zu einem gemeinsamen freien Wochenende auf dem Hof auftauchen, ist sofort klar: Für Erna ist ein „Piccolo“ als Schwiegersohn absolut undenkbar. „Liebe macht blind und nach der Hochzeit kann man plötzlich wieder sehen“, warnte Paul seine Adoptivtochter. Auch wenn der Bauer ansonsten nichts gegen Peter einzuwenden hat, Hilfe von ihrem Vater kann Sabine nicht erwarten, obwohl dieser beteuert: „Ich lasse mich nicht zum Hanswurst machen. Als gewiefter Taktiker tue ich nur so, als wenn ich alles machen würde, was meine Frau will!“

Aus Peter wird "Petersilie"

Wirklich Rat weiß dagegen die gute Seele des Anwesens, Magd Lene. Peter müsste sich nur in Sabines blond gelockte Freundin Petra verwandeln und schon könnten die beiden ungestört das Wochenende zusammen verbringen. Das beginnt nach anfänglichem Widerstand von Peter, eine „Petersilie“ zu werden“, mit der Kneipen-Rückkehr von Vater Paul in aller Herrgottsfrühe. Wer ihm jedoch das blaue Auge verpasst hat und wie er überhaupt nach Hause gekommen ist, weiß der Bauer allerdings nicht mehr. Gleiches gilt für seinen Freund Jakob, der erst gar nicht wagt, seiner Trude unter die Augen zu kommen. Die wiederum befürchtet, ihr geknechteter Mann könnte Selbstmord begangen haben. Auch Pauls Hinweis, Jakob habe sich am Morgen noch am Brunnen frisch machen wollen, beruhigt sie nicht. Schon sieht sie den armen Kerl ertrunken in acht Meter Tiefe und fordert hysterisch, den Brunnen leer pumpen zu lassen, während Jakob bereits der attraktiven Petra schöne Augen macht. Dagegen wähnt sich Schleimer Hacker am Ziel seiner Träume. Im duhnen Kopf hatte sich Paul vertraglich zugesichert, ihm die Hand seines Kindes zu überlassen. Grund genug die gestrenge Erna, ihrem Freigänger die späte Heimkehr zu verzeihen. Dass Jakob und „Petra“ kein Liebespaar werden, steht von vorn herein fest. Und auch dass der alte Schleimer Hacker tatsächlich in den Genuss kommt, Sabine zu heiraten, nimmt eh keiner an. Wer aber den wahren Vater von Sabine und den Erzeuger von Waisenkind Peter kennenlernen und generell im Pfarrheim am Corneliaweg sein Zwerchfell strapazieren will, der sollte raus aus den Pantoffeln und versuchen, sich bei Stefan Florian, Frankfurter Straße 25, eine der wenigen Restkarten für die Aufführungen am Freitag, 30. Oktober, ab 20 Uhr sowie am Samstag, 31. Oktober, ab 19.30 Uhr zu sichern.

Hoch her geht es auf der Bühne des Unkeler Pfarrheims.Foto: -DL-

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