Lokalsport | 07.06.2026, 22:22 Uhr

Dreier-Relegationsrunde zur Fußball-Rheinlandliga

Artur Kurogjan stand goldrichtig

Beim TuS Mayen gab es nach dem Aufstieg in die Rheinlandliga kein Halten mehr. Foto: SK
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TuS Mayen durfte nach dem 2:1 (1:1) gegen die SG 06 Betzdorf den Aufstieg feiern

Mayen. Es ist vollbracht: Nach drei Jahren Abstinenz kehrt der TuS Mayen in die Fußball-Rheinlandliga zurück. In einer dramatischen Partie wurde die SG 06 Betzdorf zum Abschluss der Dreier-Relegationsrunde mit 2:1 (1:1) bezwungen. Eigengewächs Artur Kurogjan, in der 84. Minute eingewechselt, gelang 120 Sekunden vor Ende der regulären Spielzeit mit einem Kopfball der entscheidende Treffer. In der achtminütigen Nachspielzeit hatte die Mannschaft von Trainer Marc Steil einige bange Momente zu überstehen. Torhüter Dominik Klein rettete innerhalb weniger Sekunden mit zwei Monsterparaden den Sieg (90. + 7). 30 Sekunden später pfiff Schiedsrichter Dominik Franklin aus Laufeld die Begegnung ab. Danach gab es auf dem Rasenplatz im Stadion Nettetal kein Halten mehr.

„Wir haben abgeliefert und unser großes gemeinsames Ziel erreicht. Gerade zum Ende der Saison gab es einige Rückschläge, aber wir haben immer an uns geglaubt. Ausgerechnet ein Mayener Junge hatte bei diesem Herzschlagfinale das letzte Wort“, zog der Sportliche Leiter Nikolai Foroutan ein erstes Fazit. Der 52-Jährige, der in der iranischen Hauptstadt Teheran geboren wurde, hatte den Posten zu Beginn der Saison von Walter Retterath übernommen. „Jetzt werden erst einmal die Akkus aufgeladen“, blickte Foroutan voraus. „Der Aufstieg war wichtig für unsere Stadt und unseren ganzen Verein. Unser Vorstand hat sehr professionell gearbeitet.“

In der Anfangsphase war den Hausherren die Nervosität förmlich anzumerken. Sie hätten sich nicht beschweren können, wenn der Unparteiische nach zehn Minuten einen Strafstoß gegeben hätte: Majdi Mahmud hatte Temel Uzun wie ein Ringer zu Boden gerissen. Mit einem herrlichen 25-Meter-Schuss genau in den rechten Winkel brachte André Röser den TuS Mayen mit der ersten Chance überhaupt in Führung (19.). Ein Kopfballaufsetzer von Röser flog knapp über das Tor (29.). Burhan Tuncdemir scheiterte mutterseelenallein vor TuS-Schlussmann Klein (32.), Marcel Löhr hatte zuvor ins Leere gegrätscht. 120 Sekunden später traf Uzun zum bis dahin verdienten 1:1-Ausgleich. Enrico Balijaj hätte die Partie völlig auf den Kopf stellen können, doch Klein lenkte dessen Schlenzer mit den Fingerspitzen um den linken Pfosten (45. + 1).

Nach Wiederanpfiff verflachte das Spiel mehr und mehr. Der Druck, gewinnen zu müssen (Mayen) oder nicht verlieren zu dürfen (Betzdorf), war am Samstag beiden Teams in jeder Sekunde anzumerken. Die einzige nennenswerte Möglichkeit der zweiten Hälfte (bis zur Schlussphase) vergab Walid Hanioui, der den Ball aus kurzer Distanz weit über den Kasten drosch (62.). Erst als Mayen die Brechstange auspackte, kam auch die beste Defensive der Bezirksliga noch einmal in Gefahr. Als der für Torwart Christoph Thies in die Startelf gerückte Tristan Althoff einen Freistoß von Löhr gewaltig unterschätzte, machte Kurogjan die Rückkehr des TuS Mayen in die Rheinlandliga perfekt. Mannschaftsführer Löhr stand erstmals in diesem Jahr in der Startelf, ein Mittelfußbruch hatte ihn lange Zeit außer Gefecht gesetzt. „Fußball ist wie Fahrradfahren, du verlernst es nicht“, erklärte Löhr. „Und Freistöße liegen mir schon immer.“

Durch den 3:2 (1:1)-Erfolg des SV Rot-Weiß Wittlich gegen den TB Jahn Zeiskam innerhalb der Dreier-Relegationsrunde zur Oberliga Rheinland-Pfalz/Saar durften die unterlegenen Betzdorfer am Sonntag nachträglich den Aufstieg in die Rheinlandliga feiern und den TuS Mayen und den TuS Mosella Schweich nach oben begleiten. „Dank Wittlich ist uns ein großer Stein vom Himmel gefallen. Jetzt werden wir endlich richtig Gas geben, wir haben es uns auch verdient“, freute sich SG-Übungsleiter Enis Caglayan. „Dass uns nach dem Spiel in Mayen noch die Hoffnung auf Schützenhilfe geblieben war, machte unsere maximale Enttäuschung nicht kleiner. Wir hätten uns die traurige Heimfahrt gern erspart. Wir haben anschließend noch im Clubheim zusammengesessen, um gemeinsam zu leiden und eine grandiose Saison Revue passieren zu lassen, in der wir in den vier entscheidenden Spielen nicht nur kein Glück, sondern auch noch Pech hatten. Nun konnten wir auf der Rückfahrt von Wittlich zurück nach Betzdorf alles vergessen.“

TuS Mayen: Dominik Klein, Kevin De Jesus Francis Cabello, Tim Oliver Gilles, Marcel Löhr, Majdi Mahmud (46. Tyler Öztürk), Kaan Öztürk (71. Mohamad Dido), Tim Krechel (59. Leon Kohlhaas), Tim Feiler (84. Artur Kurogjan), André Röser, Walid Hanioui, Leonid Neumann (84. Calvin Müller).

SG 06 Betzdorf: Tristan Althoff, Oliver Cano Cifuentes, Marius Hüsch, Moritz Brato, Ömer Hikmet Aydin, Sven Heidrich, Temel Uzun, Leon Boger, Enrico Balijaj, Marvin Heinrich (79. Louis Bennet Neeb), Burhan Tuncdemir (72. Mirnes Saranovic).

Schiedsrichter: Dominik Franklin (Laufeld).

Zuschauer: 660.

Torfolge: 1:0 André Röser (19.), 1:1 Temel Uzun (34.), 2:1 Artur Kurogjan (88.). (SK)

Der gefährliche Temel Uzun (links) lief Majdi Mahmud in der ersten Halbzeit ein ums andere Mal davon. Foto: SK

Der gefährliche Temel Uzun (links) lief Majdi Mahmud in der ersten Halbzeit ein ums andere Mal davon. Foto: SK Foto: Stefan Schmitz

Nach dem Abpfiff kannte das Glück bei den Spielern des TuS Mayen keine Grenzen. Foto: SK

Nach dem Abpfiff kannte das Glück bei den Spielern des TuS Mayen keine Grenzen. Foto: SK Foto: Stefan Schmitz

Trainer Marc Steil musste einige Bierduschen über sich ergehen lassen. (SK)

Trainer Marc Steil musste einige Bierduschen über sich ergehen lassen. (SK) Foto: Stefan Schmitz

Beim TuS Mayen gab es nach dem Aufstieg in die Rheinlandliga kein Halten mehr. Foto: SK Foto: Stefan Schmitz

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