FWM: Hitzeschutz wird endlich Thema!
Stadtrat bringt Klimaanpassung in Mayen konkret voran
aus Mayen
Mayen. Die Freien Wähler Mayen (FWM) haben gemeinsam mit der Fraktion Bündnis 90/Die Grünen den Antrag zur Entwicklung eines kommunalen Hitzeschutzplans in den Mayener Stadtrat eingebracht. Nach ausführlicher Diskussion wurde der Antrag mit präzisierenden und vereinfachenden Änderungen gemeinsam beschlossen. Damit ist ein wichtiger erster Schritt für einen systematischen Hitzeschutz und eine vorausschauende Klimaanpassung in Mayen getan.
Ziel des Hitzeschutzplans ist es, geeignete Maßnahmen zum Schutz der Bevölkerung vor gesundheitlichen Gefahren durch Hitze zu bündeln, konkrete Handlungsmöglichkeiten aufzuzeigen und die Bürgerinnen und Bürger darüber zu informieren. Für die Freien Wähler Mayen ist klar: Die zunehmende Hitzebelastung ist längst auch in Mayen spürbar.
Stark versiegelte Flächen, fehlende Schattenplätze und zu wenig Begrünung beeinträchtigen insbesondere im Stadtkern die Aufenthaltsqualität. Eine attraktive Innenstadt ist jedoch mehr als ein Ort zum Einkaufen. Sie ist auch Raum für Begegnung, Aufenthalt und Lebensqualität. Mehr Grün, Bäume und Sträucher können dazu beitragen, die Auswirkungen von Hitze im urbanen Raum zu mindern und die Aufenthaltsqualität zu verbessern. Begrünte und beschattete Bereiche schaffen attraktive Aufenthaltsorte und können damit einen wichtigen Beitrag zu einer klimaangepassten Innenstadt leisten.
Jetzt müssen konkrete Maßnahmen folgen
Die FWM begrüßen deshalb, dass mit dem beschlossenen Hitzeschutzplan nun konkrete Maßnahmen angegangen werden können. Als Orientierung können unter anderem der Hitzeaktionsplan des Landes Rheinland-Pfalz und die entsprechenden Empfehlungen zur kommunalen Hitzeaktionsplanung dienen. „Mit dem Beschluss des Stadtrates ist ein wichtiger Schritt gemacht. Entscheidend ist jetzt aber, dass aus dem Beschluss auch schnell sichtbare Veränderungen in unserer Stadt entstehen. Wir brauchen mehr Schatten, mehr Grün, kühle Aufenthaltsmöglichkeiten und einen unkomplizierten Zugang zu Trinkwasser. Klimaanpassung darf kein abstrakter Begriff bleiben – sie muss für die Menschen in Mayen im Alltag spürbar werden“, erklärt Michael Helsper, stellvertretender Fraktionsvorsitzender der Freien Wähler Mayen.
Aus Sicht der FWM sollten nun möglichst schnell und unbürokratisch konkrete Maßnahmen umgesetzt werden. Dazu gehören zusätzliche kühle Räume und Zonen, beispielsweise durch die Nutzung geeigneter Kirchengebäude. Auch öffentliche Trinkwasserangebote müssen ausgebaut werden. Der Stadtrat hat hierzu bereits mindestens drei Wasserspender am Marktplatz, an der Nette-Terrasse und im Freizeitzentrum beschlossen.
Ein weiterer Schwerpunkt muss auf mehr Begrünung im gesamten Innenstadtbereich und insbesondere auf dem Marktplatz gelegt werden. Denkbar sind beispielsweise mobile grüne Ruheoasen, Pflanzkübel und zusätzliche schattenspendende Elemente.
Fördermöglichkeiten konsequent nutzen
Eine wichtige Chance für die weitere Entwicklung der Innenstadt bietet das Landesförderprogramm „Innenstadt-Impulse“. Die Stadt Mayen nimmt 2026 erneut an dem Förderprogramm teil. Das Land ermöglicht dabei eine Förderung von bis zu 500.000 Euro bei einer Förderquote von 90 Prozent.
Die Freien Wähler der FWM erwarten, dass die vorhandenen Fördermöglichkeiten konsequent genutzt werden, um Klimaanpassung und attraktive Innenstadtgestaltung miteinander zu verbinden. Dazu gehören aus unserer Sicht insbesondere mehr Grün, zusätzliche Aufenthaltsbereiche, eine klimaangepasste Gestaltung öffentlicher Räume sowie eine fachlich fundierte Planung.
Gerade nach den Erfahrungen bei der Planung der Baumbepflanzung im Bereich Wasserpförtchen sollte die Stadt dabei frühzeitig externe Fachberatung einbinden. Ziel muss ein langfristiges und durchdachtes Konzept für eine klimaangepasste Innenstadt sein – nicht eine Aneinanderreihung einzelner, voneinander unabhängiger Maßnahmen.
Bürgerinnen und Bürger stärker einbinden
Ein solches Konzept kann aus Sicht der FWM nur gemeinsam mit den Menschen in Mayen entwickelt werden. Der erfolgreiche Workshop „Mayen gemeinsam gestalten“ sollte deshalb zu einer regelmäßigen Plattform weiterentwickelt werden. Interessierte Bürgerinnen und Bürger könnten dort ihre Ideen einbringen und aktiv an der ökologischen und gestalterischen Weiterentwicklung der Innenstadt mitwirken.
Auch bei der Information über Klimawandel, Klimaschutz und Klimaanpassung besteht aus Sicht der FWM noch Entwicklungspotenzial. Wissen über die Folgen des menschengemachten Klimawandels und über konkrete Möglichkeiten zur Anpassung sollte stärker in der Stadtgesellschaft vermittelt werden. Wäre dies nicht auch eine interessante Zukunftsaufgabe für die Volkshochschule Mayen als zentrale Bildungsinstitution unserer Stadt?
Klimaanpassung als langfristige Aufgabe
Für die Freien Wähler Mayen steht fest: Mit dem Hitzeschutzplan darf die Entwicklung nicht abgeschlossen sein. Klimaanpassung ist eine langfristige Aufgabe, die bei künftigen Investitions- und Planungsentscheidungen stärker berücksichtigt werden muss.
Klimaneutralität, Klimaresilienz und naturbasierte Lösungen sollten dabei wichtige Leitbegriffe sein. Auch die aktuellen Planungen und Fördermöglichkeiten zur Weiterentwicklung der Mayener Innenstadt bieten Ansatzpunkte, Klimaanpassung und eine attraktive Stadtentwicklung miteinander zu verbinden.
Der jetzt eingeschlagene Weg muss deshalb konsequent weitergegangen werden. Für die FWM bedeutet Klimaanpassung nicht nur die Reaktion auf zunehmende Hitzebelastungen. Sie ist zugleich eine Chance, Mayen als lebenswerte, attraktive und zukunftsfähige Stadt weiterzuentwickeln.
Pressemitteilung FWM: 14.10.2026
Mayen braucht eine vorausschauende Klimaanpassung: Mehr Grün, Schatten, Trinkwasserangebote und attraktive Aufenthaltsbereiche sollen die Innenstadt auch bei zunehmender Hitzebelastung lebenswert erhalten. Foto: Hans-Georg Schönberg