Allgemeine Berichte | 05.06.2013

Mayener Schützenfest 2013

„Über Heimatliebe und Brauchtreue“

Im Rahmen der Eröffnung stellt Hans Schüller die Chronik über die 732-jährige Geschichte des Schützenwesens vor

Nach dem Marsch durch die Innenstadt, Ankunft der Schützen am Schützenhaus.JO

Mayen. Einer guten Tradition folgend nahmen die Mayener Schützen an Fronleichnam zuerst an der heiligen Messe und danach an der Prozession teil. Es folgte ein Marsch von der Clemens-Kirche aus durch die Innenstadt hin zur Schützenhalle. Bei der darauf folgenden Eröffnung des Schützenfestes konnte Schützenhauptmann Jürgen Kreusch Gäste aus der Geistlichkeit, Politik, Wirtschaft sowie den Zünften und Vereinen begrüßen. Namentlich willkommen hieß er Präses Dechant Matthias Veit und Bürgermeister Rolf Schumacher, denen er eröffnete, dass auf sie die schwierige Aufgabe des Fassanstiches zukommen werde. Diese Aufgabe meisterten die Herren später mit Bravour. Weiter begrüßte der Brudermeister Oberstleutnant Faust, der in Vertretung des Standortältesten der General-Delius-Kaserne anwesend war und zahlreiche Damen und Herren des Stadtrates sowie Brudermeister Heinz Schäfer von der St. Matthias-Bruderschaft, wobei er anmerkte, dass diesem am Tag zuvor die Goldene Verdienstplakette der Stadt Mayen verliehen worden ist.

Grußworte an die Bruderschaft

Nach der Begrüßung sprachen Matthias Veit und Rolf Schumacher Grußworte. Der Dechant merkte dabei zunächst scherzhaft an, dass die Geistlichkeit immer dort dabei sei, wo es Essen und etwas zu trinken gibt. Danach sprach er ernster werdend die Reform 2020 in der katholischen Kirche an und stellte fest: „Das wird noch nicht das Ende der Fahnenstange sein; weitere Reformen werden folgen. Die lange Tradition des Schützenwesens seit 1280 zeigt mir aber andererseits, dass etwas lange gut gehen kann. Von daher lehrt die Erfahrung, dass Gemeinschaft wichtig ist und man sich nicht verrückt machen lassen darf; man muss die Dinge auf sich zukommen lassen und mit ruhiger Hand agieren.“ Bürgermeister Rolf Schumacher begann sein Grußwort mit einem Dank an Dechant Matthias Veit für den schönen und würdigen Gottesdienst vor der Fronleichnam-Prozession. Dann kam er auf die neue Chronik über die Schützentradition von 1280 bis 2012 in Mayen zu sprechen: „Es ist mir eine große Freude, diese Chronik heute in den Händen zu halten“, erklärte er und ergänzte: „Wir haben hier eine eindrucksvolle Schrift vor uns, die von Experten verfasst worden ist. Die St. Sebastianus Schützengesellschaft ist der mit großem Abstand älteste Verein in Mayen. Ich danke Ihnen dafür, dass Sie die Liebe zur Heimat bewahrt und die christlichen Werte stets hochgehalten haben. Danken möchte ich Ihnen auch dafür, dass Sie als Schützenverein in vielfältiger Weise ehrenamtlich aktiv sind.“ Der Bürgermeister beendete sein Grußwort mit einem nachdenkenswerten Spruch: „Der Heimat die Liebe, die Treue dem Brauch, so dachten die Väter, so denken wir auch!“

Ehrung und Chronikvorstellung

Die Schützenfest-Eröffnung nahm Jürgen Kreusch zum Anlass, auch Ehrungen für eine langjährige Mitgliedschaft in der Schützengesellschaft vorzunehmen: 10 Jahre Mitglied sind Bernd und Margret Linsel, Sebastian Mika und Thorsten Conrad; noch länger dabei sind Erwin Waehe (25 Jahre); Hans Schmitz (40 Jahre) und Karlo Langenfeld (50 Jahre); für eine 60-jährige Mitgliedschaft geehrt und zum Schützenehrenoberleutnant ernannt wurde Winfried Kanitz. Nachdem Schützenehrenoberst Günter Langenfeld einige Erläuterungen zu den acht ausgestellten Kettenorden mit insgesamt 204 Plaketten gegeben hatte, erfolgte die Vorstellung der bereits von Bürgermeister Rolf Schumacher erwähnten Chronik. Schützenhauptmann Jürgen Kreusch zitierte zunächst aus dem Vorwort zu diesem Werk: „Der Chronist Hans Schüller hat mit Liebe zum Detail und viel Herzblut akribisch recherchiert um Ihnen und uns die Entstehung und Entwicklung des Schützenwesens und insbesondere die Geschichte der St. Sebastianus-Schützengesellschaft Mayen nahe zu bringen. Wer seine Ausführungen liest, wird schnell erkennen, dass er unzählige Stunden in die Erstellung dieses Werkes investiert haben muss. Seine sachliche Kompetenz, aber auch sein Idealismus zur Geschichte der Stadt Mayen sowie seine Verbindung zu den historischen Schützen kommen in jeder Zeile zum Ausdruck. Die Texte werden eindrucksvoll durch 310 historische Zeichnungen und Fotografien ergänzt.“ Jürgen Kreusch dankte Hans Schüller für seine Arbeit und sein Engagement; noch ein Hinweis: Neben Hans Schüller haben Walter Fischer, Peter Steffens, August Breil, Viktor Kaifer, Horst Thoren und der Brudermeister selbst Beiträge zu dieser außergewöhnlichen Chronik geleistet. Hans Schüller wies bei seinem Vortrag zunächst darauf hin, dass er sich sehr für die Stadtgeschichte interessiere und eine besondere Beziehung zu den Schützen habe, weil sein Vater jahrelang Geschäftsführer dieser Gesellschaft gewesen ist. „Besonders hervorheben möchte ich, dass bei den Schützen das Besinnen auf die eigene Geschichte Tradition hat“, so Schüller weiter, „in diesem Zusammenhang muss allerdings auch gesagt werden, dass die Geschichte der Mayener Schützen noch nicht zu Ende erforscht ist. Erwähnenswert ist zudem, dass das gesellige Moment immer dazugehörte; ein Schützenverein ohne Schützenfest ist daher unvorstellbar. Wichtig ist auch die Feststellung, dass die Schützenvereine von Anfang an demokratisch organisiert waren; insoweit wurden bei den Schützen demokratische Strukturen praktiziert, lange bevor die Demokratie als Staatsform in die politische Landschaft Einzug hielt.“ Abschließend betonte Hans Schüller, die Tatsache, dass auch andere Autoren Beiträge geleistet haben, sei mit ein Grund dafür, dass ein lebendiges Buch entstanden sei. Am Ende seiner Ausführungen hob Hans Schüller hervor, um die derzeitige Identität zu begreifen, seien Geschichtsforschungen unverzichtbar. Bleibt am Schluss noch darauf hinzuweisen, dass die Schießwettbewerbe am Nachmittag folgende Ergebnisse brachten: Vogelkönig: Michael Josten, Scheibenkönigin: Petra Zimmer, Vogelprinz: Michael Schüller, Schützenprinz: Jannik Klein und Jugendprinzessin: Chantale Theisen.

Es ist geschafft, der Gerstensaft kann fließen: Von links: Jürgen Kreusch, Dechant Matthias Veit und Bürgermeister Rolf Schumacher.JO

Es ist geschafft, der Gerstensaft kann fließen: Von links: Jürgen Kreusch, Dechant Matthias Veit und Bürgermeister Rolf Schumacher.Foto: JO

Die Protagonisten bei der Schützenfest-Eröffnung: Günter Langenfeld, Hans Schüller, Winfried Kanitz, Jürgen Kreusch und Fritz Stein.JO

Die Protagonisten bei der Schützenfest-Eröffnung: Günter Langenfeld, Hans Schüller, Winfried Kanitz, Jürgen Kreusch und Fritz Stein.Foto: JO

Aus der Chronik: Antritt einer Schützengruppe.privat

Aus der Chronik: Antritt einer Schützengruppe.Foto: privat

Nach dem Marsch durch die Innenstadt, Ankunft der Schützen am Schützenhaus.Foto: JO

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