Heimatverein Meckenheim e.V.
Historische Spurensuche in Bonn
Meckenheim. 20 Mitglieder des Heimatvereins Meckenheim erlebten unter fachkundiger Leitung eine historische Führung durch Bonn, die sich mit den Spuren französischer Besetzungen des Rheinlandes beschäftigte. Schon immer haben zwischen den Nationen diesseits und jenseits des Rheines lebhafte Beziehungen bestanden, sehr oft kriegerischer, oft aber auch kultureller Art. Zeugnisse davon lassen sich in Bonn und seiner Umgebung noch heute finden. Nicht nur das „Pumpernickel“ bzw. die „ Fisematentchen“ als sprachliche Relikte können hier Zeugnis ablegen, auch das „Franzosenkraut“ erfreut bis heute nicht des Gärtners Herz, und viele Verordnungen in Verwaltung und territorialer Einteilung haben bis in die jetzige Zeit Bestand. Der napoleonische „Code Civil“ war Grundlage vieler Gesetze. Anhand von Zitaten, u.a. von E.M. Arndt, erfuhr man von der Ablehnung, ja dem Hass, der allem französischen zu der Zeit entgegengebracht wurde. Aber, obwohl die Universität geschlossen wurde, weil Professoren sich weigerten, der politischen Linie zu folgen, wurde die erste öffentliche Schule in Bonn gegründet, und trotz weitverbreiteter Ablehnung der Besatzungsmacht sind im langjährigen Neben- und Miteinander freundschaftliche und familiäre Beziehungen entstanden, die hüben und drüben noch heute verbinden. Man freut sich über französisch-deutsche Partnerschaften, die ihren Ursprung in vergangenen Jahrhunderten haben, so die Rückgabe der St. Michaelsglocke an die Kirche in Schwarzrheindorf, aus der die Partnerschaft Bonn-Mirecourt in Lothringen entstand. Es waren zwei außerordentlich lehrreiche, auch zum Nachdenken anregende Stunden, die die Gruppe verbringen durfte. Das Wetter hatte dann auch nach anfänglichem Regenguss ein Einsehen und man konnte diesen Nachhilfeunterricht in Geschichte genießen.
