Allgemeine Berichte | 01.03.2013, 15:16 Uhr

16. Bundes-Wildfruchttagung in Klein-Altendorf

Vielseitige Vitaminlieferanten

Wildfrüchte bieten zahlreiche Verarbeitungsmöglichkeiten - Züchtungen ermöglichen Anbau in Plantagen

Aus dem In- und Ausland waren Teilnehmer zur Bundes-Wildfruchttagung gekommen. privat
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Klein-Altendorf. Der Gruppenleiter des Kompetenzzentrums Gartenbau im DLR Rheinpfalz Martin Balmer eröffnete kürzlich im Kompetenzzentrum Gartenbau in Klein-Altendorf die 16. Bundes-Wildfruchttagung. Im gut besuchten Tagungsraum begrüßte er Teilnehmer und Referenten aus dem In- und Ausland.

Als Wildfrüchte oder seltenes Obst wurden ursprünglich alle Früchte bezeichnet, die vom Menschen nur wenig züchterisch bearbeitet wurden und deren Früchte für den Menschen genießbar sind. Heutzutage sind schon viele Wildfrüchte züchterisch bearbeitet worden, wie zum Beispiel die Kulturformen von Quitte (Cydonia oblonga) und Mispel (Mespilus germanica). Außerdem werden auch Wildfrüchte wie die Schlehe (Prunus spinosa) durch selektive Auslesen aus der Natur für die obstbauliche Nutzung und somit für einen plantagenmäßigen Anbau bearbeitet.

Holunder besitzt unter den Wildfrüchten den höchsten Stellenwert. Von den etwa 140 Hektar Holunderplantagen in Rheinland-Pfalz befinden sich rund 80 Hektar im Koblenzer Anbaugebiet, berichtete Jürgen Zimmer vom Dienstleistungszentrum ländlicher Raum Rheinpfalz, Kompetenzzentrum Gartenbau in Klein-Altendorf. Wildfrüchte bieten vielseitige Verarbeitungsmöglichkeiten. Neben der Bedeutung bei der Herstellung von Konfitüren, Kompott, Trockenfrüchten, Farbstoffen, Getränken usw. ist der gesundheitliche Aspekt von Wildfrüchten nicht zu unterschätzen. Holundersaft beispielsweise gilt als Vitaminspender und lindert Erkältungskrankheiten.

Am Kompetenzzentrum Gartenbau wurden seit 2003 zehn Holundersorten im Rahmen eines Bundessortenversuchs, der neben dem Standort Klein-Altendorf auch auf vier weiteren Standorten in Erfurt, Kassel, Veitshöchheim und in Marquardt aufgepflanzt wurde, auf ihre Anbaueignung überprüft. Neben der Standardsorte „Haschberg“ wurden weitere Sorten aus Österreich sowie Dänemark und Deutschland geprüft. Dabei zeigte sich, dass die Sorte Haidegg 13, die rund sieben bis zehn Tage vor Haschberg reift, eine interessante Alternative zu Haschberg darstellt.

Die neuesten Erkenntnisse zu Holunder und Sanddorn aus Mecklenburg-Vorpommern stellte Dr. Friedrich Höhne von der Landesforschungsanstalt Mecklenburg-Vorpommern in Gülzow vor. In Mecklenburg-Vorpommern hat die Sanddornkultur historisch bedingt einen hohen Stellenwert. Zurzeit werden in Mecklenburg-Vorpommern 220 Hektar und in Brandenburg 300 Hektar angebaut. Die Sanddornfrüchte bieten die Grundlage für eine vielseitige Verarbeitung. Neben Säften, Marmeladen und Gelees können aus Sanddorn auch Essig und Sanddorngummibärchen hergestellt werden.

Die Goji-Beere stellte Klaus Umbach von der Gärtnerei Umbach aus Heilbronn vor. Die Goji-Beere, die auch Wolfsbeere genannt wird, ist die Frucht des Gemeinen Bocksdorns und ist in einem Gebiet von Südosteuropa bis China beheimatet. Auch in Ostdeutschland kommt der Gemeine Bocksdorn verwildert vor. Die Früchte zeichnen sich besonders wegen der Vielzahl an wertvollen bioaktiven Inhaltsstoffen aus. In seiner Gärtnerei wird die Goij-Beere seit einigen Jahren, erst versuchsweise, dann im größeren Stil angebaut.

Holunder ist die obstbaulich am stärksten genutzte Wildfrucht.

Holunder ist die obstbaulich am stärksten genutzte Wildfrucht.

Aus dem In- und Ausland waren Teilnehmer zur Bundes-Wildfruchttagung gekommen. Fotos: privat

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