Allgemeine Berichte | 23.04.2026, 09:11 Uhr

Ein echter Europäer im Westerwald

Der majestätische Rotmilan war Theme im Buchfinkenland

Fasziniert folgten die Gäste dem kurzweiligen Vortrag von Simon Ostermann zum Rotmilan.
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Horbach/Buchfinkenland. Der Rotmilan ist nicht nur der markanteste unter unseren heimischen Greifvögeln, er ist er auch ein echter Europäer! Dies deshalb, da der Rotmilan fast ausschließlich auf unserem Kontinent brütet, wobei die mit Abstand größten Bestände in Deutschland zu finden sind. Daraus erwächst für uns eine besondere Verantwortung für diesen „König der Lüfte“ – auch bei uns im Westerwald! Das wurde deutlich bei einer Veranstaltung des Zweckverband Naturpark Nassau mit dem Westerwald-Verein Buchfinkenland.

Für den einladenden Zweigverein des Westerwald-Vereins freute sich Vorstandsmitglied Uli Schmidt bei der Begrüßung über viele Interessierte, darunter auch zahlreiche Bewohner/innen der gastgebenden Senioreneinrichtung. Dies zeige das große Interesse an dem sich auch im Buchfinkenland heimisch fühlenden majestätischen Greifvogel.

In seinen ebenso fachlich fundierten wie interessanten Ausführungen schilderte Simon Ostermann, wissenschaftlicher Mitarbeiter beim Zweckverband Naturpark Nassau, zunächst wie man den Rotmilan als „Deutschlands heimlichen Wappenvogel“ auch bei schlechten Beobachtungsbedingungen sicher bestimmt. Auch auf die Entwicklung und die Lebensweise des Greifvogels wurde eingegangen, von der Jungenaufzucht in hohen Bäumen am Rande störungsarmer Wälder bis hin zur geschickten Jagd in der offenen Landschaft. Unterlegt wurde der Vortrag mit eindrucksvollen kurzen Filmen und Fotos.

„Der Rotmilan profitiert von einer strukturreichen Kulturlandschaft, insbesondere von landwirtschaftlich weniger intensiv bewirtschafteten Wiesen und Weiden, die in Kombination mit Hecken, Feldgehölzen und Gewässern reichlich Nahrung in Form von Nagern, aber auch Reptilien, Vögeln, Fischen und sogar Aas bieten“, so Ostermann. „Er ist ein vielseitiger Jäger, der im Frühjahr auch auf unbewachsenen Felder zu Fuß nach Regenwürmern sucht. Zur Erntezeit hingegen zieht es die Tiere oftmals zu den arbeitenden Landmaschinen, wo sie beispielsweise zu Tode gekommene Mäuse auflesen“.

Der Vortrag schloss mit einem Exkurs zum Rotmilan in der aktuellen Forschung. Mit moderne GPS-Sendern ausgestattete Tiere ermöglichen heute faszinierende Einblicke in die Ökologie der imposanten Greifvögel. Wissenschaftler gehen dabei vielfältigen Fragestellungen nach und untersuchen das Zugverhalten der Tiere ebenso wie die Auswirkungen des Windenergieausbaus oder unterschiedlicher Formen der Landnutzung auf die Bestände in Deutschland und Europa.

Nach dem kurzweiligen Vortrag bestand Gelegenheit, bei einer anschließenden Beobachtung nach dem geschickten Flugakrobaten mit tief gegabeltem, rostrotem Schwanz Ausschau zu halten. Da war die Höhe über dem benachbarten Wildpark Westerwald ein guter Standort. Schnell erkannt wurden ein Mäusebussard, zwei Kolkraben und sogar ein seltener Schwarzstorch – und nach einigem Warten kreisten dann endlich auch einige stattliche Rotmilane über dem Wildpark und den angrenzenden Feldern. „Hätten die Vorfahren unsere Kleinregion nicht schon nach dem Buchfink benannt, so könnten wir jetzt auch das Rotmilanland sein“, so eine Teilnehmerin am Ende der Veranstaltung.

Pressemitteilung Westerwald-Verein Buchfinkenland

Der Rotmilian.

Der Rotmilian. Foto: Simon Ostermann

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Fasziniert folgten die Gäste dem kurzweiligen Vortrag von Simon Ostermann zum Rotmilan. Foto: Uli Schmidt

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