Politik | 23.02.2026, 09:29 Uhr

Führerscheinausbildung im Fokus: MdB Harald Orthey sucht Dialog mit Fahrschulen

Harald Orthey MdB (Bildmitte) im Dialog mit den Fahrschulen.

Hachenburg. Die Diskussion um eine Reform der Führerscheinausbildung gewinnt an Fahrt. Besonders im ländlichen Raum, wo Mobilität ohne Auto kaum möglich ist, verfolgen Bürgerinnen und Bürger die Überlegungen des Bundesverkehrsministeriums mit großem Interesse. Nachdem Bundesverkehrsminister Patrick Schnieder erste Reformansätze vorgestellt hatte, suchte der heimische CDU-Bundestagsabgeordnete Harald Orthey das Gespräch mit Fahrschullehrern aus der Region, um deren Einschätzungen und Sorgen aufzunehmen.

Ein zentraler Punkt der geplanten Reformen ist die Entlastung der Fahrschüler. Derzeit liegen die durchschnittlichen Kosten für den Pkw-Führerschein der Klasse B bei rund 3.400 Euro. Die Regierungskoalition hat sich vorgenommen, diese Belastung zu reduzieren. Minister Schnieder setzt dabei vor allem auf stärkere Digitalisierung, Bürokratieabbau und eine deutliche Reduzierung der Prüfungsfragen. Die Qualität der Ausbildung soll dabei unverändert hoch bleiben.

Kritische Stimmen aus der Praxis

In der Hachenburger Fahrschule Fred Müller kamen Fahrlehrerinnen und Fahrlehrer des Fahrlehrerverbandes Rheinland unter Vorsitz von Joachim Einig mit MdB Orthey ins Gespräch. Dabei wurde deutlich: Die Branche steht Reformen offen gegenüber, sieht aber auch Risiken.

  • Online-Lernen könne den persönlichen Unterricht nicht vollständig ersetzen, so die einhellige Meinung. Motivation und individuelle Betreuung seien digital nur eingeschränkt möglich.
  • Fahrsimulatoren könnten praktische Fahrstunden ergänzen, aber nicht ersetzen.
  • Besonders skeptisch äußerten sich die Fahrlehrer zur geplanten „Laien-Ausbildung“, bei der private Begleitpersonen eine größere Rolle spielen sollen.

Zustimmung gab es hingegen für die geplante Überarbeitung der theoretischen Prüfungsfragen, mit dem Ziel einer deutlichen Reduzierung der Anzahl.

Bei den Sonderfahrten könnten sich die Fahrschulen mehr Flexibilität vorstellen. Gleichzeitig betonten sie, dass jede Änderung die Verkehrssicherheit im Blick behalten müsse. Ein weiterer wichtiger Punkt: Die Ausbildungszeit müsse überschaubar bleiben, um Lernfortschritte nicht zu gefährden. Hier wünschen sich die Fahrlehrer mehr Unterstützung durch die Eltern.

Positiv hervorgehoben wurde zudem der Wunsch nach einer schnelleren Bearbeitung der Führerscheinanträge. Viele Führerscheinstellen seien durch die gesetzlich vorgeschriebene Neuausstellung alter Führerscheine stark ausgelastet.

Orthey: „Kritische Punkte nehme ich mit nach Berlin“

MdB Harald Orthey zeigte sich dankbar für den offenen Austausch. Er kündigte an, die vorgebrachten Bedenken und Anregungen in die weiteren Beratungen in Berlin einzubringen. Gleichzeitig freue er sich darüber, dass die Experten aus der Praxis einige Reformansätze ausdrücklich unterstützen.

„Gut vorbereitet ist halb geschafft“ – dieser Satz gelte für die Fahrschüler ebenso wie für die politische Arbeit, so Orthey. Der Dialog mit den Betroffenen sei ein wichtiger Schritt, um eine praxisnahe und zukunftsfähige Führerscheinausbildung zu gestalten. Pressemitteilung MdB Harald Orthey

Harald Orthey MdB (Bildmitte) im Dialog mit den Fahrschulen.

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