Allgemeine Berichte | 10.04.2026, 08:58 Uhr

Versuchslabor für nachhaltiges Bauen

Neues Sanitärhaus: Gewinn für Forschung und Wildpark

Freuten sich an der Baustelle im Wildpark über ein sehr gelungenes Modellprojekt (vlnr): Henrieke Böß (Wildpark-Geschäftsführerin), Tanja Stephan(Wildpark-Mitgesellschafterin) und Holger Kappler (Geschäftsführer Holzbau Kappler und Wildpark-Mitgesellschafter:
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Gackenbach/Buchfinkenland. Tierparks verbinden Tradition und Moderne, was besonders auch für den Wildpark Westerwald im Buchfinkenland gilt. Traditionell können hier Besucher heimische Wildtiere naturnah erleben. Dort, ganz im Süden des Westerwaldes, wird in reizvoller Landschaft aber auch auf Innovation und Forschung gesetzt. Dies wird aktuell durch die Realisierung eines Pilotprojektes in Form eines modellhaften Sanitärgebäudes deutlich.

Als Teil des Forschungsprojektes „Re-Use Holzbau“ entsteht dort ein Sanitärhaus aus wiederverwendbaren Holzbauteilen. Verantwortlich dafür ist die Rheinland-Pfälzische Technische Universität Kaiserslautern-Landau (RPTU) in Kooperation mit Partnern aus Wissenschaft und regionaler Wirtschaft. Das Projekt trägt dadurch nicht nur zur dringend benötigten Infrastruktur im erfolgreich wiederbelebten Wildpark bei, sondern ist zugleich ein reales Versuchslabor für nachhaltiges Bauen.

Als örtlichem Partner wird das für die Bauwirtschaft richtungsweisende Gebäude maßgeblich umgesetzt mit der Firma Holzbau Kappler im Gelbachtal als Teil der bundesweit tätigen ZimmerMeisterHaus-Gruppe. Als deren Präsident stellt Holger Kappler, der auch Geschäftsführer des ausführenden Unternehmens ist, fest: „Wir können unsere langjährige Erfahrung in der industriellen Vorfertigung von Holzbauelementen optimal einbringen und mit der Forschung neue Lösungen für den praktischen Einsatz entwickeln“. Als Geschäftsführerin des Wildparks dankte Henrieke Böß der Firma Kilian und Roth in Holler für die fachgerechte Ausführung der notwendigen Tiefbauarbeiten.

Zielsetzung des mit erheblichem planerischen, organisatorischen und baulichem Aufwand verbundenen Forschungsprojektes ist die Frage, wie Wand-, Decken- und Dachelemente aus bestehenden Gebäuden so zurückgebaut werden, dass sie möglichst unverändert und mit geringstem CO2-Fußbadruck beim Bau neuer Gebäude weiterverwendet werden können. Dabei verfügt das neue Toilettengebäude im Wildpark mit Damen- und Herren-WCs sowie einem barrierefreien WC mit Wickeltisch unter Einsatz wiederverwendeter Bauelemente über eine nachhaltige funktionale Ausstattung.

Beachtenswert ist auch die Tatsache, dass das Projekt einer vollkommen neuen Denkweise beim Bauen folgt: nicht mehr das Gebäude bestimmt die zu verwendenden Bauteile, sondern die vorhandenen und wiederverwertbaren Bauteile prägen den Gebäudeentwurf. Langfristig sollen dann Gebäude künftig so geplant werden, dass dabei verbaute Teile später problemlos wiederverwendet werden können. Und das in der Bauwirtschaft der Zukunft mit erheblich verringerten CO2-Emissionen, Abfallvermeidung und Schonung knapper Ressourcen.

Einbezogen in das Projekt sind auch Landesforsten sowie das Klimabündnis Bauen Rheinland-Pfalz. Als Mitgesellschafterin der neuen Wildpark Westerwald gGmbH dankte Tanja Stepahn allen am Projekt beteiligten Wissenschaftlern, Organisationen, Planern und Handwerkern für das ebenso wichtige wie ökologisch sinnvolle Projekt: „Hier an der Talstation des Parks können wir so eine dringend benötigte sanitäre Einrichtung für unsere vielen Besucherinnen und Besucher schaffen, aber auch auf ideale Weise Forschung, Nachhaltigkeit und Gemeinwohl mit Einsatz von Fördermitteln verbinden.

Pressemitteilung Wildpark Westerwald

„Re-Use Holzbau“ ist das Stichwort beim Bau der neuen Sanitäranlage im Wildpark.

„Re-Use Holzbau“ ist das Stichwort beim Bau der neuen Sanitäranlage im Wildpark. Foto: Uli Schmidt

Die Bautafel gibt vor Ort Aufschluss über das besondere Projekt

Die Bautafel gibt vor Ort Aufschluss über das besondere Projekt Foto: Uli Schmidt

Freuten sich an der Baustelle im Wildpark über ein sehr gelungenes Modellprojekt (vlnr): Henrieke Böß (Wildpark-Geschäftsführerin), Tanja Stephan(Wildpark-Mitgesellschafterin) und Holger Kappler (Geschäftsführer Holzbau Kappler und Wildpark-Mitgesellschafter: Foto: Uli Schmidt

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