Die ursprünglich aus Südamerika stammenden Nagetiere haben hier keine natürlichen Feinde, so dass sie sich sehr stark vermehren können.
Rheinauensee in Bonn: Nutria-Bestand muss reduziert werden
Bonn. Um die hohe Nutria-Population rund um den Rheinauensee zu verringern, werden in den kommenden Frühlings- und Sommermonaten wieder Jäger in der linksrheinischen Rheinaue im Einsatz sein. Das ist notwendig, um zu verhindern, dass sich die Nagetiere immer weiter ausbreiten und dem Ökosystem schaden.
Eine kontinuierliche Bejagung der Nutrias soll helfen, die Populationsgröße am Rheinauensee möglichst auf niedrigem Niveau zu halten. Nachdem 2022 und 2023 bereits in der Rheinaue gejagt worden war, wurden im Herbst 2023 weniger als zehn Tiere gezählt. Bei systematischen Zählungen im Jahr 2025 wurden wieder mehr als 80 Tiere nachgewiesen, so dass die Stadt erneut tätig werden muss. Mit der Bejagung der Nutrias setzt die Stadt die gesetzliche Verpflichtung aus der EU-Verordnung und dem Bundesnaturschutzgesetz zur Eindämmung der Verbreitung invasiver Arten um.
Nutrias zählen zu den invasiven Arten
Die auch als Biberratten bezeichneten Nutrias gehören in Deutschland und der Europäischen Union zu den sogenannten invasiven Arten. Die ursprünglich aus Südamerika stammenden Nagetiere haben hier keine natürlichen Feinde, so dass sie sich sehr stark vermehren können. An vielen Gewässern in Deutschland ist die Nutria-Population so stark gewachsen, dass die Tiere große Schäden anrichten und heimische Tier- und Pflanzenarten gefährden.Auch am Rheinauensee in Bonn haben sich die Nutrias in den vergangenen Jahren etabliert. Für die Errichtung ihrer Bauten durchgraben sie Uferbereiche und richten hier große Schäden an. Die Tiere fressen Baumrinde ab, was zum Absterben einzelner Bäume führen kann. Besonders problematisch ist, dass sie die nützlichen Unterwasserpflanzen im Rheinauensee abfressen. Die sogenannten Makroalgen wurden im Rahmen einer aufwändigen und kostenintensiven Seesanierung eigens gepflanzt und spielen für die Stabilität des sensiblen Ökosystems eine wichtige Rolle. Die Tiere dürfen nicht gefüttert werden!
Die Stadt appelliert dringend an alle Bürger*innen, mitzuhelfen, die Nutria-Population einzudämmen, indem sie sich an das Fütterungsverbot halten: Das Füttern ist im Sinne des Tierschutzes nicht sinnvoll und kann mit einem Bußgeld geahndet werden. BA
