Bluesfreunde Neuwied präsentierten Climax Blues Band und Innes Sibun
10. Blues Summit: Zwei Bands begeistern Publikum beim Jubiläums-Summit
aus Neuwied
Neuwied. Zwei Bands begeistern Publikum beim Jubiläums-Summit
Perfekte Wahl: Bluesfreunde Neuwied präsentierten Climax Blues Band und Innes Sibun
Der 10. Blues Summit hielt alles, was er im Vorfeld versprochen hatte: ein ausverkaufter Saal im food hotel, ein begeistertes Publikum und fantastische Musik von Meistern ihres Faches. Mit der Climax Blues Band (CBB) und Innes Sibun hatten die Bluesfreunde Neuwied zu ihrem Jubiläums-Summit erneut Hochkaräter verpflichtet. Beide Bands nahmen eine lange Anreise in Kauf, um sich dem Neuwieder Publikum zu präsentieren. Doch von Ermüdungserscheinungen keine Spur; im Gegenteil: Die Musiker brannten von Beginn ihrer jeweiligen Auftritte ein Feuerwerk ab, das Zuhörerinnen und Zuhörer immer wieder zu Begeisterungsstürmen hinriss.
Dementsprechend positiv zogen die Bluesfreunde Neuwied, die in diesem Jahr auch ihr zehnjähriges Bestehen feiern, ein mehr als positives Fazit des Abends. „Mit der Climax Blues Band haben wir eine Combo mit international hohem Ansehen verpflichtet. Das hat sich ausgezahlt“, bilanziert Jürgen Teutloff, BFN-Vorsitzender und zusammen mit Bernd Sorger und Karlheinz Kroke Mann der ersten Stunde. „Wir haben dafür etwas tiefer in die Tasche gegriffen als sonst, aber dank unserer Sponsoren war das dieses Mal möglich. Dafür danken wir herzlichst.“
Innes Sibun, der hagere und langmähnige Gitarrist aus England, setzte mit seiner international besetzten Band vor allem auf Eigenkompositionen, ließ aber auch Klassiker des Blues und Soul in sein Set einfließen. So waren der durch B.B. King bekannte Slow-Blues „The Thrill is gone“ und das das Set abschließende aufmüpfige „Killing Floor“ (Howlin‘ Wolf), echte Publikumsfavoriten. Sibun bewies eindrucksvoll, warum er zu den besten Gitarristen des Genres zählt und bereits mit Buddy Guy und Johnny Winter auf der Bühne stand. Mit atemberaubender Geschwindigkeit huschten seine Finger übers Griffbrett seiner grünen, schon mehrfach reparierten Gibson SG. In Songs wie „Ain’t nobody’s business“ zeigte auch der aus Schweden stammende Keyboarder Anders Olinder sein Können an den Tasten. Bei fetzigen Rock-Titeln wie „It takes time“ oder „You can’t miss what you never had“ sorgten der irische Drummer Kevin O’Rourke und der junge Bassist Tom Kuras für ordentlich Druck. Kurz: Ein Auftritt der keine Wünsche offenließ. Kein Wunder, dass nach der Show der Merchandising Stand des sympathischen Engländers stark belagert war.
Die CBB, die natürlich auch ihren Welthit „Couldn’t get it right“ präsentierten, überzeugten mit hoher Musikalität und zogen das Publikum mit ihrem Opener „Seventh Son“ direkt in ihren Bann. Das Sextett, das auf eine mehr als 50-jährige Karriere zurückblicken kann, spannte den Bogen vom typischen Chicago Blues über Bluesrock und Soul-beeinflussten Rock bis zu Pop-affinen Stücken. Dabei wusste Sänger (und Trompeter) Scott Ralph, dessen Stimme vor allem bei den Balladen zuweilen an Rod Stewart erinnerte, zu überzeugen. Kein Wunder, der Mann hat schließlich schon für Robbie Williams und Michael Bublé gearbeitet. Häufig im Mittelpunkt stand Saxofonist Chris Aldridge, der mit intensiv dargebotenen Soli auf seinem Tenorhorn reichlich Applaus einheimste.
Hervorzuheben sind auch Keyboarder George Glover, der seit 1981 für die CBB in die Tasten greift, und Gitarrist Dan Machin, der meist einen toughen, klaren Sound bevorzugte. Alle Vorzüge der Band kamen in Songs wie „Louisiana Blues“ und „Chasing Changes“ zum Vorschein: fein gesetzte Bläserriffs, abwechslungsreiche Rhythmen und unisono gespielte Melodienlinien von Saxofon, Trompete und Gitarre. Für den federnden Rhythmusteppich sorgten derweil Drummer Roy Adams und Bassist Neil Simpson. Dass die Band auch Swing beherrscht, zeigte sie eindrucksvoll im Evergreen „Let the good times roll.“ Für die obligatorische Jam Session gesellte sich Innes Siburn zur CBB. Bei „Everyday I got the Blues“ hielt es keinen mehr auf den Sitzen. Fazit: Blues ist keine Trauermusik, er ist mitreißend.
Die Climax Blues Band blickt auf eine lange Karriere zurück, spielt jedoch frisch wie eh und je. Foto: Dennis Schreiber
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