Lions Club übergab für die neue Neuwieder Touristinfo einen Defibrillator
Einen Lebensretter gespendet
Neuwied. In der neuen Neuwieder Touristinfo auf dem Luisenplatz hängt jetzt ein Gerät, das Stromstöße abgibt. Na und? Ist das denn wichtig? Und wie, denn mit diesem Gerät können eventuell Menschen mit Herztod wieder zum Leben erweckt werden. Nein, es ist nichts aus einem Science-Fiction-Film sondern es handelt sich um einen Externen automatischen Defibrillator (AED). Für den plötzlichen Herztod, an dem jährlich in Deutschland etwa 100 000 Menschen sterben, ist am häufigsten Kammerflimmern verantwortlich. Dies kann nur durch einen Elektroschock gestoppt werden, der allerdings sofort und ohne Zeitverlust erfolgen muss. So kommt der Notarzt fast immer zu spät. Aus diesem Grund existieren in Deutschland bereits mehrere Frühdefibrillationsprojekte, bei denen Einrichtungen wie zum Beispiel der Frankfurter Flughafen flächendeckend mit halbautomatischen Defibrillatoren ausgestattet wurden und Mitarbeiter vor Ort eine Schulung sowohl im Umgang mit den Geräten als auch in Erste-Hilfe-Maßnahmen erhalten haben. Und dem steht Neuwied inzwischen kaum nach, denn in der City gibt es jetzt fünf Standorte, wo die lebensrettenden automatischen Defibrillatoren hängen. Der Letzte wurde jetzt in der neuen Touristinfo auf dem Luisenplatz von Mitgliedern des Lions Clubs Neuwied Andernach an Oberbürgermeister Nikolaus Roth übergeben. „Das Gerät gehört zu den modernsten auf dem Markt“, erläuterte Dr. Axel Bolsinger, Past Präsident des Lions Clubs Neuwied-Andernach, der die Spende unter anderem aus Erlösen des Lions-Büchermarktes an den Neuwieder Markttagen finanziert hat.
Einsatz von Laienhelfern wichtig
Lions Club-Mitglied Dr. Burkhard Hügl, Chefarzt der Kardiologie im Neuwieder Marienhausklinikum (St. Elisabeth-Krankenhaus), hat die Anschaffung des AEDs fachlich begleitet und erläuterte: „Vollautomatisch führt das Gerät durch den Rettungsprozess, leitet den Laienhelfer an, stellt die Diagnose und löst die rettenden Stromstöße aus, die das stillstehende Herz wieder in den Rhythmus bringen. Es besteht keinerlei Verletzungsgefahr für Patient oder Helfer.“
Ferner wies der Kardiologe darauf hin, wie wichtig beim Herztod der sofortige Einsatz von Laienhelfern ist: „Mit Soforthilfe ist die Überlebenschance zweieinhalb Mal so groß als ohne, denn sie sinkt jede Minute um zehn Prozent. So gibt es nach zehn Minuten Herztod überhaupt keine Überlebenschance mehr.“ So sollen auch Laienhelfer motiviert werden, bei Menschen mit Herztod aktiv zu werden. Oberbürgermeister Nikolaus Roth, der sich für die Lions Club-Spende bedankte, wies darauf hin, dass städtische Mitarbeiter und natürlich auch die in der Touristinfo entsprechend geschult wurden.
