Politik | 26.08.2026, 12:52 Uhr

Parkleitsystem jetzt etablieren

FDP fordert modernes Parkleitsystem für Neuwieder Innenstadt und bessere Parkplatzorganisation

Symbolbild: Digitales Parkleitsystem mit Anzeige verfügbarer Stellplätze.

Neuwied. Die Parkplatzsituation in der Neuwieder Innenstadt spitzt sich aus Sicht des FDP-Stadtverbandes zunehmend zu. Einzelhandel und Anwohner beklagen die schwierige Parksituation und fühlen sich mit ihren Anliegen nicht ausreichend gehört. Gleichzeitig fallen durch verschiedene Baumaßnahmen immer mehr Stellplätze weg.

Nach dem Marktplatz und der Schlossstraße werden im Zuge des Ausbaus der Deichstraße nun weitere 65 Parkplätze entfallen. Die FDP sieht darin die Gefahr, dass der ohnehin belastende Parkplatzsuchverkehr weiter zunimmt.

„Wir müssen endlich die Reihenfolge ändern“, erklärt Stefan Puderbach, Vorsitzender des FDP-Stadtverbandes Neuwied. „Es kann nicht richtig sein, zunächst Parkplätze wegfallen zu lassen und anschließend darüber nachzudenken, wie man den dadurch entstehenden Suchverkehr in den Griff bekommt. Wir brauchen das moderne Parkleitsystem jetzt – bevor weitere Stellplätze verschwinden.“

Die FDP Neuwied hatte bereits ein modernes Parkleitsystem gefordert. Ein solches System könne Autofahrer gezielt zu freien Parkmöglichkeiten führen, unnötige Runden durch die Innenstadt vermeiden und den vorhandenen Parkraum effizienter nutzen.

„Wir wollen keine ideologische Diskussion über das Auto, sondern pragmatische Lösungen“, betont Oliver Spielmann, Mitglied der FDP Neuwied. „Der Einzelhandel ist auf eine gute Erreichbarkeit angewiesen. Wer mehrfach durch die Innenstadt fahren muss, um einen Parkplatz zu finden, verliert Zeit und Nerven. Das schadet am Ende auch den Geschäften. Wir müssen den vorhandenen Parkraum besser organisieren, statt ihn immer weiter zu reduzieren.“

Auch die besonderen Anforderungen der Innenstadt müssen nach Ansicht der FDP stärker berücksichtigt werden. Neben Geschäften und Gastronomie befinden sich dort zahlreiche Arztpraxen. Gerade für ältere Menschen, Patienten mit eingeschränkter Mobilität oder Personen, die lediglich einen kurzen Arzttermin wahrnehmen, sind kurze Wege wichtig.

Dr. Peter Hess, stellvertretender Vorsitzender des FDP-Stadtverbandes Neuwied, fordert deshalb eine gezielte Betrachtung der Kurzzeitparkmöglichkeiten: „Wir brauchen an den richtigen Stellen ausreichend Möglichkeiten für Kurzzeitparker. Gerade im Umfeld von Arztpraxen muss die Standortwahl eine Rolle spielen. Ein Patient, der nur kurz zum Arzt muss, kann nicht erst mehrere Straßen entfernt einen Parkplatz suchen. Hier muss die Stadt mit den Betroffenen sprechen und praktikable Lösungen entwickeln.“

FDP fordert klare Prioritäten

FDP fordert klare Prioritäten

Der FDP-Stadtverband Neuwied fordert deshalb, das geplante moderne Parkleitsystem vor weiteren Maßnahmen zum Abbau von Stellplätzen umzusetzen.

„Wenn künftig weitere Straßen oder Plätze umgebaut werden, muss vorher klar sein, wie der verbleibende Parkraum organisiert wird“, so Puderbach. „Wir brauchen eine vernünftige Gesamtstrategie für die Innenstadt. Erst intelligent steuern und den vorhandenen Parkraum optimal nutzen, dann über weitere Veränderungen entscheiden.“

Für die FDP bedeutet eine moderne Innenstadtpolitik dabei nicht, den Autoverkehr gegen Aufenthaltsqualität auszuspielen. Vielmehr müssten unterschiedliche Interessen zusammengebracht werden: Anwohner, Einzelhandel, Gastronomie, Ärzte, Patienten, Besucher und Fußgänger.

„Eine attraktive Innenstadt muss erreichbar sein“, erklärt Spielmann. „Wir wollen weniger unnötigen Suchverkehr, weniger Frust und eine bessere Nutzung der vorhandenen Stellplätze. Genau dafür ist ein modernes Parkleitsystem da.“

Dr. Peter Hess ergänzt: „Die Bürger müssen bei solchen Veränderungen mitgenommen werden. Wenn Anwohner und Einzelhandel den Eindruck haben, dass ihre Erfahrungen nicht berücksichtigt werden, darf man sich über zunehmenden Unmut nicht wundern. Wir erwarten deshalb eine offene Diskussion über die zukünftige Parkplatzsituation in der Innenstadt.“

Die FDP Neuwied fordert daher:

\u2022 Umsetzung des modernen Parkleitsystems mit hoher Priorität.

\u2022 Optimale digitale Steuerung und Auslastung des vorhandenen Parkraums.

\u2022 Transparente Prüfung der Auswirkungen, bevor bei weiteren Baumaßnahmen zusätzliche Stellplätze entfallen.

\u2022 Erhalt beziehungsweise gezielte Schaffung geeigneter Kurzzeitparkplätze im Umfeld von Arztpraxen und anderen wichtigen Einrichtungen.

\u2022 Frühzeitige und verbindliche Einbindung von Einzelhandel und Anwohnern in die weitere Planung.

Stefan Puderbach abschließend: „Neuwied braucht eine Innenstadt, die lebendig, attraktiv und gut erreichbar ist. Parkplatzabbau allein ist keine moderne Verkehrspolitik. Moderne Verkehrspolitik bedeutet, vorhandenen Raum intelligent zu nutzen und den Suchverkehr zu reduzieren. Deshalb muss das Parkleitsystem jetzt Priorität haben – und nicht erst dann, wenn weitere 65 oder noch mehr Stellplätze verschwunden sind.“

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Symbolbild: Digitales Parkleitsystem mit Anzeige verfügbarer Stellplätze. Foto: KI-generiert

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