Politik | 25.06.2026

Gelungene Integration fördern

Integration und Einbürgerung im Landkreis Neuwied sachlich fördern

Logo Bündnis90/Die Grünen

Neuwied. Integration gelingt nicht durch Misstrauen, sondern durch Chancen

Mit Verwunderung nimmt die Kreistagsfraktion Bündnis 90/Die Grünen die jüngsten Äußerungen von Landrat Achim Hallerbach zur Einbürgerungspolitik zur Kenntnis.

Noch bei Einbürgerungsfeiern wird zu Recht betont, dass die neuen Staatsbürgerinnen und Staatsbürger in Deutschland angekommen sind, Verantwortung übernehmen und unsere Gesellschaft bereichern. Die Einbürgerung wird dabei als sichtbares Zeichen einer gelungenen Integration gewürdigt. Diese Wertschätzung teilen wir ausdrücklich.

Umso befremdlicher ist es, wenn in aktuellen Stellungnahmen nun vor allem über verschärfte Anforderungen und vermeintliche Defizite von Migrantinnen und Migranten gesprochen wird. Dadurch entsteht der Eindruck, als seien Menschen mit Einbürgerungswunsch in erster Linie ein Problem, das stärker kontrolliert werden müsse.

Für die Kreistagsfraktion Bündnis 90/Die Grünen greift diese Sichtweise zu kurz. Selbstverständlich erwarten auch wir die Bereitschaft zur Integration, die Anerkennung unserer freiheitlich-demokratischen Grundordnung, Sprachkenntnisse und die Bereitschaft, Verantwortung für das eigene Leben zu übernehmen. Wer deutscher Staatsbürger werden möchte, muss sich zu den Werten unseres Landes bekennen.

Genauso klar ist jedoch: Integration ist keine Einbahnstraße. Wer von Menschen verlangt, sich in unsere Gesellschaft einzubringen, muss ihnen auch die notwendigen Möglichkeiten dazu eröffnen. Genau daran mangelt es vielerorts.

Zu lange Wartezeiten auf Sprach- und Integrationskurse, fehlende Kinderbetreuung, komplizierte Verwaltungsverfahren, Hürden beim Zugang zum Arbeitsmarkt und ein chronischer Personalmangel in den zuständigen Behörden erschweren Integration oftmals mehr als mangelnder Wille der Betroffenen.

Wer heute vor allem über strengere Kriterien spricht, sollte auch erklären, warum gleichzeitig Sprachkurse gekürzt, Integrationsangebote zurückgefahren und Kommunen mit den Herausforderungen vielfach allein gelassen werden. Die aktuelle Debatte verschiebt die Verantwortung zu oft auf die Betroffenen, statt die Versäumnisse staatlicher Integrationspolitik in den Blick zu nehmen.

Deshalb erwarten wir von den politisch Verantwortlichen auf allen Ebenen, dass sie sich nicht auf Forderungen nach weiteren Verschärfungen beschränken. Notwendig wäre vielmehr, gegenüber Bund und Land deutlich mehr Unterstützung für Kommunen einzufordern: mehr Sprachförderung, mehr Integrationsangebote, schnellere Verfahren und eine bessere finanzielle Ausstattung der zuständigen Stellen.

Wer Integration ernsthaft fördern will, darf Menschen nicht unter Generalverdacht stellen. Er muss die Voraussetzungen schaffen, damit Integration gelingen kann.

Gerade in einem Landkreis wie Neuwied, in dem viele Menschen mit Einwanderungsgeschichte als Fachkräfte in Unternehmen, Pflegeeinrichtungen, Handwerksbetrieben, Krankenhäusern und öffentlichen Einrichtungen tätig sind, sollten wir den gesellschaftlichen Zusammenhalt stärken statt Misstrauen zu säen.

Einbürgerung ist kein Problem, das gelöst werden muss. Sie ist Ausdruck einer gelungenen Integration und ein Bekenntnis zu unserem demokratischen Gemeinwesen. Wer die deutsche Staatsangehörigkeit erwerben möchte, muss unsere Werte achten und unsere Gesetze respektieren. Unsere Aufgabe als Gesellschaft ist es, diesen Weg einzufordern, aber auch zu ermöglichen.

Weitere Themen

Logo Bündnis90/Die Grünen Foto: Bündnis90/Die Grünen

Artikel melden

? Vielen Dank! Ihre Meldung wurde erfolgreich versendet.
? Es gab einen Fehler beim Versenden. Bitte versuchen Sie es später erneut.
Bildergalerien
Dauerauftrag 2025
Anzeigensponsoring Sommerbunt - o.B.
Heimat aktiv erleben
Heimat aktiv erleben
Tag der Architektur im Steigenberger Hotel Bad Neuenahr
Tag der Architektur im Steigenberger Hotel Bad Neuenahr , 27. – 28.06.26
Empfohlene Artikel
Besuch aus Neuwied: Lana Horstmann im Austausch mit Gästen aus ihrem Wahlkreis im Mainzer Landtag.
106

Neuwied. Auf Einladung der Landtagsabgeordneten Lana Horstmann besuchte eine Gruppe von Gästen aus Neuwied den rheinland-pfälzischen Landtag in Mainz. Die Besucherinnen und Besucher erhielten dabei einen umfassenden Einblick in die parlamentarische Arbeit und die Abläufe des Landesparlaments.

Weiterlesen

Eine Woche vor der Eröffnung: Mitglieder der Fraktionen von CDU, Bündnis 90/ die Grünen, BSW, FWG und FDP zeigen sich mit Eigentümer Lars Löhmar beeindruckt von der Gestaltung und dem Konzept des „Tante Enso“ Marktes in Oberbieber und der Gemeinschaftsleistung der Menschen im Stadtteil zur Sicherung der Nahversorgung
151

Oberbieber. Eine Woche vor der Eröffnung des neuen Tante-Enso-Marktes haben sich Mitglieder des Neuwieder Bündnis aus CDU, Bündnis 90/Die Grünen, FWG, BSW und FDP gemeinsam mit den Eigentümern Lars und Rolf Löhmar das Ergebnis der umfangreichen Sanierungsmaßnahmen in Oberbieber angeschaut und das Konzept des neuen Marktes erläutern lassen.

Weiterlesen

Einladung zum CDU Frühschoppen im Bieber-Garten an der Aubach in Niederbieber.
24

Niederbieber. Der CDU‑Ortsverband Niederbieber‑Segendorf lädt am Sonntag, 21. Juni, von 11 bis 14 Uhr herzlich zu einem gemütlichen Frühschoppen in den Bieber-Garten am Aubach in Niederbieber ein. In entspannter Atmosphäre soll der Tag gemeinsam mit den Freunden der CDU genossen werden, wobei auf strahlenden Sonnenschein gehofft wird.

Weiterlesen

Weitere Artikel
Die B267 in Rech.  Foto: ROB
4123

Der Grund: Die Deutsche Bahn saniert

Ahrtal: Vollsperrung der B267 und Zugausfall ab 29.06.

Rech/Mayschoß. Die Bundesstraße 267 zwischen Rech und Mayschoß wird von Montag, 29. Juni, bis einschließlich Montag, 13. Juli 2026, für den Verkehr voll gesperrt. Grund hierfür sind Sanierungs- und Böschungsarbeiten der Deutschen Bahn. Die Vollsperrung ist notwendig, da die eingesetzten Arbeitsmaschinen beide Fahrstreifen in Anspruch nehmen und eine sichere Vorbeifahrt für Verkehrsteilnehmende nicht gewährleistet werden kann.

Weiterlesen

Aufgrund fehlender finanzieller Mittel muss das Taschenlampenkonzert in Koblenz entfallen.
2120

Finanzielle Mittel reichen nicht aus

Taschenlampenkonzert in Koblenz muss abgesagt werden

Bonn/Koblenz. Der Bunter Kreis Rheinland freut sich sehr, dass das diesjährige Benefizkonzert in Bonn am 12. September 2026 wieder wie geplant stattfinden kann. Dank der großartigen Unterstützung zahlreicher Sponsoren, engagierter Helferinnen und Helfer sowie vieler treuer Unterstützerinnen und Unterstützer ist die Durchführung dieser besonderen Veranstaltung gesichert. Der Verein spricht allen Beteiligten dafür seinen herzlichen Dank aus.

Weiterlesen