IHK-Austausch mit CDU-Landesabgeordneten Jürgen Schmied
Unternehmen im Landkreis Neuwied erwarten mehr Tempo von der Landespolitik
aus Neuwied
Neuwied. Ende Juli begrüßte die IHK-Regionalgeschäftsstelle Neuwied den neuen CDU-Landtagsabgeordneten Jürgen Schmied zu einem politischen Austausch. Gemeinsam mit IHK-Beiratsmitglied Klaus Berthold, Inhaber und Geschäftsführer der HB Protective Wear aus Thalhausen, Arne Rössel, Hauptgeschäftsführer der IHK Koblenz, sowie Kristina Kutting, IHK-Regionalgeschäftsführerin Altenkirchen und Neuwied, standen die wirtschaftliche Entwicklung im Landkreis Neuwied, die Erwartungen der regionalen Wirtschaft an die neue Landesregierung sowie zentrale Infrastrukturprojekte im Mittelpunkt.
Die IHK stellte die Ergebnisse der Konjunkturumfrage für den Frühsommer 2026 für den Landkreis Neuwied vor. Mit rund 12.200 Mitgliedsunternehmen und einem breiten Branchenmix zählt der Landkreis zu den wirtschaftsstarken Regionen in Rheinland-Pfalz. Gleichzeitig zeigt die Umfrage eine eingetrübte wirtschaftliche Stimmung: 77 Prozent der Unternehmen bewerten ihre Geschäftslage aktuell als gut oder befriedigend, der Ausblick auf die kommenden zwölf Monate fällt jedoch zurückhaltender aus.
Vor diesem Hintergrund formulierte die IHK ihre Erwartungen an die neue Landesregierung. Im Mittelpunkt stehen schnellere Planungs- und Genehmigungsverfahren, ein konsequenter Bürokratieabbau, wettbewerbsfähige Energiepreise sowie eine leistungsfähige Infrastruktur.
„Die Unternehmen im Landkreis Neuwied verfügen über eine starke industrielle Basis und eine hohe Innovationskraft. Gleichzeitig belasten hohe Kosten, komplexe Vorgaben und langwierige Verfahren viele Betriebe. Die Landespolitik muss jetzt die Rahmenbedingungen verbessern, damit Unternehmen investieren, Arbeitsplätze sichern und ihre Wettbewerbsfähigkeit erhalten können“, sagte Arne Rössel, Hauptgeschäftsführer der IHK Koblenz.
Wie groß die Belastung durch zusätzliche Regulierung ist, verdeutlichte Klaus Berthold am Beispiel der neuen europäischen Verpackungsverordnung (Packaging and Packaging Waste Regulation – PPWR). Die damit verbundenen Dokumentations- und Nachweispflichten stellten insbesondere mittelständische Unternehmen vor zusätzliche Herausforderungen.
„Das Ziel, Ressourcen zu schonen, ist richtig. Die Umsetzung neuer Regelungen muss jedoch stärker an der Praxis der Unternehmen ausgerichtet werden. Zusätzliche Bürokratie bindet Zeit und Ressourcen, die dann für Innovationen, Investitionen und Fachkräftesicherung fehlen“, sagte Berthold.
Ein weiterer Schwerpunkt des Gesprächs war die geplante Ortsumgehung der B256 in Straßenhaus. Da Jürgen Schmied Mitglied des Ausschusses für Verkehr und Mobilität des Landtags ist, erneuerte die IHK ihre Forderung nach einer zügigen Umsetzung des Projekts.
„Die Ortsumgehung ist ein wichtiger Baustein für die Standortqualität im Raum Neuwied. Sie verbessert die Erreichbarkeit für Unternehmen und Beschäftigte und entlastet eine wichtige Verkehrsachse zwischen Neuwied und der A3. Entscheidend ist, dass die Planungen nun konsequent vorangetrieben werden“, betonte Kristina Kutting.
Jürgen Schmied zeigte sich interessiert an den Einschätzungen der regionalen Wirtschaft und sagte zu, die angesprochenen Themen in seine parlamentarische Arbeit mitzunehmen. Beide Seiten vereinbarten, den Austausch über die wirtschaftlichen Herausforderungen und die Entwicklung des Standorts Neuwied fortzusetzen.
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von links: IHK-Regionalgeschäftsführerin Neuwied Kristina Kutting, MdL Jürgen Schmied, Mitglied des IHK-Regionalbeirats Klaus Berthold, Hauptgeschäftsführer IHK Koblenz Arne Rössel Foto: Nadine Hehl, IHK Koblenz