Politik | 31.07.2026, 15:14 Uhr

Mädchen für MINT begeistern

Ada-Lovelace-Projekt fördert Mädchen in MINT am Campus Remagen

v.l. Prof. Dr. Martina Brück (Prodekanin des FB MIT, ehemalige ALP-Projektverantwortliche in Remagen), Christiana Hoerster (Projektleitung ALP Remagen), ALP-Mentorin Adriana Bethke, ALP-Mentorin Lea Poweleit, Ilona von Oppeln (Projektleitung ALP Höhr-Grenzhausen/Koblenz), ALP-Mentorin Katharina Maria Günther, Prof. Dr. Karl Stoffel, Präsident der HS, ALP-Mentorin Masa Zein, Ministerin Sabine Bätzing-Lichtenthäler (MASFFJ RLP), Prof. Dr. Babette Dellen (Projektverantwortliche ALP Remagen), Susanne Müller (MdL RLP), Prof.Dr. Claudia Quaiser-Pohl (Wissenschaftliche Leitung des ALP), Annika Werger (Wissenschaftl. Mitarbeiterin der zentralen Koordinierungsstelle des ALP)
142

Remagen. Wie lassen sich mehr Mädchen und junge Frauen für Mathematik, Informatik, Naturwissenschaften und Technik (MINT) begeistern? Antworten auf diese Frage erhielt Ministerin Sabine Bätzing-Lichtenthäler bei ihrem Besuch des Ada-Lovelace-Projekts (ALP) am Campus Remagen der Hochschule Koblenz. Im Rahmen ihrer Sommerreise informierte sie sich über die Arbeit des rheinland-pfälzischen Kompetenzzentrums für Frauen in MINT und besuchte den Ferienkurs „VR Girls Create & Escape“. Dort entwickelten und programmierten Schülerinnen im Alter von 11 bis 18 Jahren eigene virtuelle Escape Rooms.

Die Ministerin nahm sich Zeit für Gespräche mit den Schülerinnen und Mentorinnen, beobachtete den Workshop und testete selbst einen von den Teilnehmerinnen entwickelten Escape Room, der mithilfe einer VR-Brille erlebbar gemacht wurde.

In ihrem Grußwort stellte sie klar: „Wir brauchen Menschen, die mit Leidenschaft MINT-Fächern nachgehen, in ihnen lernen, forschen, lehren und entwickeln. Kurz gesagt: Wir brauchen viel mehr Mädchen und Frauen in MINT!“

Der Besuch verdeutlichte, wie frühzeitige Förderung, praktische Erfahrungen und weibliche Vorbilder dazu beitragen können, mehr junge Frauen für technische und naturwissenschaftliche Bildungs- und Berufswege zu gewinnen. „Angesichts des steigenden Fachkräftebedarfs in vielen MINT-Berufen haben solche Angebote eine hohe gesellschaftliche Bedeutung“, betonte Hochschulpräsident Prof. Dr. Karl Stoffel.

Während ihres Besuchs erhielt die Ministerin zudem Einblicke in mehrere Forschungslabore des Campus Remagen, die regelmäßig in die Arbeit des Ada-Lovelace-Projekts eingebunden werden. Im Medizintechnik-Labor zeigte ALP-Mentorin Annika Schlag den Schülerinnen, wie sich Vitalparameter messen lassen. Im Wearable-Labor von Prof. Dr. Lukas Scheef wurden innovative Methoden der Körperdatenerhebung vorgestellt, darunter Mikronadel-Systeme für medizinische Anwendungen. Dort forscht mit der Promovierenden Melina Schmitz auch eine ehemalige ALP-Mentorin. Ergänzt wurde der Rundgang durch Einblicke in die Forschung zur KI-basierten Ganganalyse.

Seit fast drei Jahrzehnten zählt das Ada-Lovelace-Projekt zu den erfolgreichsten Initiativen zur Förderung von Mädchen und Frauen in MINT-Fächern in Rheinland-Pfalz. Als landesweites Kompetenzzentrum für Frauen in MINT ist es an Hochschulstandorten im gesamten Land vertreten. Allein 2025 wurden über 3.000 Schülerinnen mit Workshops, Projekttagen, Ferienkursen und Schulkooperationen erreicht. Begleitet werden die Teilnehmerinnen von Mentorinnen, die selbst MINT-Fächer studieren und als authentische Vorbilder wirken.

Prof. Dr. Babette Dellen, Projektverantwortliche am Campus Remagen, betont die gesellschaftliche Bedeutung dieser Arbeit: „Das Ada-Lovelace-Projekt erreicht junge Frauen genau dann, wenn Weichen gestellt werden – in der Schule, bei der Berufsorientierung, beim Blick auf die eigene Zukunft. Wir zeigen ihnen, dass MINT-Fächer und Berufe ein Ort für sie sind – und dass sie dort gebraucht werden. Wenn Schülerinnen hier im Labor stehen und selbst messen, programmieren und ausprobieren, verändert das ihren Blick auf Technik und Wissenschaft. Genau das wollen wir erreichen.“

Für Christiana Hoerster, Leiterin des ALP am Campus Remagen, liegt eine besondere Stärke des Programms in den studentischen Mentorinnen: „Unsere Mentorinnen studieren MINT-Fächer genau hier an diesem Campus und arbeiten auch als studentische Hilfskräfte in unseren Laboren. Für die Schülerinnen sind sie keine fernen Vorbilder, sondern junge Frauen, die ihren Weg in MINT gerade gehen – und genau das macht sie so glaubwürdig.“

Die wissenschaftliche Leitung des Projekts, Prof. Dr. Claudia Quaiser-Pohl von der Universität Koblenz, verweist auf die positiven Effekte solcher Vorbilder: „Aus der Forschung wissen wir, dass die Begegnung mit weiblichen Vorbildern die MINT-Aspirationen von Mädchen messbar erhöhen kann – besonders dann, wenn diese Vorbilder als relevant und erreichbar wahrgenommen werden. Das Ada-Lovelace-Projekt setzt genau hier an.“

Wie nachhaltig die Wirkung sein kann, zeigt das Beispiel von Katharina-Maria Günther. Die heutige Mentorin und Mitentwicklerin des Ferienkurses nahm selbst als Schülerin an Angeboten in Remagen teil: „Es macht mir riesigen Spaß, die Begeisterung der Mädchen für das Programmieren zu wecken. Da ich früher selbst als Schülerin an Kursen in Remagen teilgenommen habe, weiß ich, wie viel Selbstvertrauen diese Erfahrung schenkt. Diesen Aha-Effekt heute als Mentorin zu begleiten, ist das Schönste an meiner Arbeit.“

Das Ada-Lovelace-Projekt wird durch den Europäischen Sozialfonds Plus (ESF+), das Ministerium für Wissenschaft, Weiterbildung und Gesundheit sowie das Ministerium für Arbeit, Soziales, Frauen, Familie und Jugend des Landes Rheinland-Pfalz gefördert.

Über die Hochschule Koblenz

Die Hochschule Koblenz ist mit 8.700+ Studierenden an den Standorten Koblenz, Remagen und Höhr-Grenzhausen die größte Hochschule für angewandte Wissenschaften in Rheinland-Pfalz. Sie bietet mehr als 80 praxisorientierte Bachelor-, Master- und Fernstudiengänge sowie duale Studiengänge in 6 Themenfeldern: Bauwesen & Architektur, Ingenieurwesen & Technik, Mathematik, Informatik & Künstliche Intelligenz, Wirtschaft, Freie Kunst und Sozialwissenschaften. Mit engen Kooperationen, anwendungsnaher Forschung und einer internationalen Ausrichtung bereitet die Hochschule Koblenz ihre Studierenden optimal auf die Herausforderungen einer globalisierten Arbeitswelt vor. Die hohe Zufriedenheit der Studierenden bestätigt der StudyCheck Award 2026: Die Hochschule Koblenz zählt zu den Top 50 Hochschulen in Deutschland und belegt Platz 1 unter den öffentlichen Hochschulen in Rheinland-Pfalz.

Über das Ada-Lovelace-Projekt (ALP)

Das ALP ist das rheinland-pfälzische Kompetenzzentrum für Frauen in MINT. Ziel ist es, Mädchen und junge Frauen für Mathematik, Informatik, Naturwissenschaften und Technik zu begeistern und sie bei ihrer Studien- und Berufswahl zu unterstützen. An der Hochschule Koblenz ist das Projekt an allen drei Standorten vertreten. Studentische Mentorinnen aus unterschiedlichen MINT-Studiengängen gestalten Workshops, Ferienprogramme und Schulprojekte und vermitteln technische Themen praxisnah, auf Augenhöhe und mit direktem Bezug zur Hochschul- und Berufswelt. Das Projekt wird gefördert durch den Europäischen Sozialfonds Plus (ESF+), das Ministerium für Wissenschaft, Weiterbildung und Gesundheit sowie das Ministerium für Arbeit, Soziales, Frauen, Familie und Jugend des Landes Rheinland-Pfalz.

Yvonne Dommermuth

v.l. Prof. Dr. Martina Brück (Prodekanin des FB MIT, ehemalige ALP-Projektverantwortliche in Remagen), Christiana Hoerster (Projektleitung ALP Remagen), ALP-Mentorin Adriana Bethke, ALP-Mentorin Lea Poweleit, Ilona von Oppeln (Projektleitung ALP Höhr-Grenzhausen/Koblenz), ALP-Mentorin Katharina Maria Günther, Prof. Dr. Karl Stoffel, Präsident der HS, ALP-Mentorin Masa Zein, Ministerin Sabine Bätzing-Lichtenthäler (MASFFJ RLP), Prof. Dr. Babette Dellen (Projektverantwortliche ALP Remagen), Susanne Müller (MdL RLP), Prof.Dr. Claudia Quaiser-Pohl (Wissenschaftliche Leitung des ALP), Annika Werger (Wissenschaftl. Mitarbeiterin der zentralen Koordinierungsstelle des ALP) Foto: Hochschul Koblenz/S. Dröppelmann

BLICK aktuell bei Google bevorzugen
Erhalte mehr Inhalte von uns in deinen Google-Suchergebnissen.
Täglich exklusive Inhalte
Täglich exklusive Inhalte

Das digitale Magazin für Rhein, Ahr und Eifel — jeden Tag eine neue Ausgabe, optimiert fürs Smartphone.

  • 30 Tage gratis – inkl. E-Paper
  • Neue Ausgabe jeden Tag
  • Für unterwegs gemacht
Heutige Ausgabe lesen
Blick aktuell
Regio MAGAZIN

Bildergalerien
Anzeige Haushaltsauflösungen und Ankauf
Innovatives aus der VG Weißenthurm
Innovatives aus der VG Weißenthurm
Schleuter Gebäudetechnik
Koblenz Kreativ 2026
Vorabrechnung, Nr. AF2026.000438.0, Oktober 2026
Rund ums Haus Daueranzeige
Innovatives aus Weißenthurm
Empfohlene Artikel
IHK-Regionalgeschäftsführerin Andrea Stenz, SPD-Landtagsabgeordnete Susanne Müller und IHK-Hauptgeschäftsführer Arne Rössel setzten den politischen Dialog fort.
19

Ahrweiler. Nach der gemeinsamen Podiumsdiskussion der regionalen Wirtschaft mit den Landtagskandidatinnen und -kandidaten vor der Landtagswahl setzt die IHK Koblenz den wirtschaftspolitischen Dialog mit Vertreterinnen und Vertretern der Regierungsfraktionen fort. Im Rahmen eines Austauschs mit der SPD-Landtagsabgeordneten Susanne Müller standen aktuelle Herausforderungen und Zukunftsthemen für den Wirtschaftsstandort Landkreis Ahrweiler im Mittelpunkt.

Weiterlesen

Mechthild Heil MdB (CDU)
162

Kreis Ahrweiler. Mit Kritik reagiert die CDU-Bundestagsabgeordnete Mechthild Heil auf den erneuten Vorstoß von Landrätin Cornelia Weigand, Bundeskanzler Friedrich Merz mit einem offenen Brief zur alleinigen Finanzierung der geplanten Hochwasserrückhaltebecken im Ahrtal zu bewegen. „Der Hochwasserschutz im Ahrtal ist viel zu wichtig, um ihn für politische Alleingänge und öffentliche Inszenierungen zu missbrauchen.

Weiterlesen

Weitere Artikel
Symbolbild. Foto: Adobe Stock.
1610

Großer Feuerwehreinsatz in der Nähe des ehemaligen Krankenhauses:

Brand in Remagen: Großer Feuerwehreinsatz mit Drehleiter

Remagen. Ein größerer Feuerwehreinsatz hat sich in der Straße Hinterhausen in Remagen im Bereich des ehemaligen Krankenhauses ereignet. Die Feuerwehr rückte mit mehreren Einsatzkräften und einer Drehleiter zu einem Mehrfamilienhaus aus. Nach ersten Informationen war Essen auf einem Herd angebrannt und hatte den Einsatz ausgelöst.

Weiterlesen

Die B267 in Altenahr.  Foto: ROB
2215

Die Sperrung bedeutet Einschränkungen im ÖPNV

Altenahr: Vollsperrung der B 267 ab 19. Oktober

Altenahr. Ab Montag, 19. Oktober 2026, muss die B 267 in Altenahr auf Höhe des Bahnübergangs an der Altenburger Straße voll gesperrt werden. Grund hierfür ist die Herstellung einer Außenanlage. Die Sperrung wird voraussichtlich bis einschließlich 6. November dauern. Die Umleitung erfolgt aus Fahrtrichtung Altenburg kommend über die B 257 und den Roßberg, aus Fahrtrichtung Altenahr kommend erfolgt die Umleitung entgegengesetzt, das heißt über den Roßberg und die B 257.

Weiterlesen