Politik | 20.08.2019

Als letzter Gemeinderat der VG Unkel konstituierte sich vorige Woche das Erpeler Gremium

Altbürgermeisterin Cilly Adenauer vereidigte ihren Nachfolger Günter Hirzmann

Henrik Gerlach zum ersten Beigeordneten gewählt

Da Marita Zinkel ein Opfer der „Bahnpünktlichkeit“ geworden war, traten Günter Hirzmann und Henrik Gerlach mit Johanna Lenz zum Gruppenbild mit nur einer Dame an. Foto: DL

Erpel. Ungewöhnliche viele Besucher konnte die scheidende Bürgermeisterin von Erpel, Cilly Adenauer, zur konstituierenden Sitzung des Gemeinderates im Bürgersaal begrüßen, darunter auch ihre beiden Vorgänger Heinrich Schwarz und Edgar Neustein. Sie alle wollten sich nicht die Vereidigung des neuen Orts-Chefs, Günter Hirzmann, und die Wahl seiner Stellvertreter entgehen lassen, die nach der Verpflichtung der Ratsmitglieder auf der Tagesordnung standen.

„Lassen Sie stets die Menschen Maßstab für Ihre Entscheidungen sein bei der unparteilichen Wahrnehmung Ihres Amtes“, gab Cilly Adenauer den 20 Ratsmitgliedern auf den Weg, darunter immerhin 13 Neulinge, bevor sie ihren Nachfolger vereidigte und ihm die Ernennungsurkunde aushändigte. „Du bist zwar durch das Fegefeuer der Direktwahl gegangen, ein Paradies darfst du jetzt aber nicht erwarten“, warnte sie Günter Hirzmann. Dafür aber eine der interessantesten Funktionen mit äußerst vielseitigen Aufgaben. Der Christdemokrat habe sich verantwortungsbewusst auf dieses Amt vorbereitet und sei für seine Menschlichkeit und Hilfsbereitschaft im Ort bekannt. „Ich wünsche dir ein starkes Nervenkostüm für dein zeitaufwendiges Amt und bin sicher, dass du mit Verhandlungsgeschick und Durchsetzungsvermögen im Interesse der Gemeinde und der Bürger Erfolg haben wirst“, so die Alt-Bürgermeisterin.

„Ich sehe mich etwas anders, eher als einen Konsens-Suchenden, Überzeugenden. Außerdem müssen meine Ideen nicht unbedingt immer die besten sein“, erwiderte Günter Hirzmann und forderte die Mitglieder des Gemeinderates dazu auf, mit ihm konstruktiv zusammenzuarbeiten und gemeinsam für Erpel kreativ zu werden. Konsensorientiert sei auch Cilly Adenauer während ihrer zehnjährigen Amtszeit immer gewesen, lobte die ehemalige Beigeordnete Gisela Stahl die Altbürgermeisterin, die immens viel für den Ort geleistet habe von der Erweiterung des Kindergartens über Straßenausbau und -sanierungen, die Rückübertragung der Brückentürme bis hin zum gemeinsamen Bauhof mit Bruchhausen sowie die Sanierung und der Grundschule. Ein Lob, dem sich abgesehen von den neuen Fraktion von „Demokratie vor Ort Erpel“ (DvOE) auch die SPD-Fraktion sowie die Kita-Leiterin, Britta Baumann-Peikert, anschlossen.

Diskussionen bei Beigeordnetenwahl

„Der 1. Beigeordnete vertritt den Bürgermeister. Insofern übt er eine sehr wichtige Funktion aus und sollte über umfassende Kenntnisse und Erfahrungen auch hinsichtlich des VG-Rates verfügen“, eröffnete der CDU-Fraktionsvorsitzende, Werner Henneker, den nächsten Tagesordnungspunkt. Mit 41,7 Prozent der Stimmen sei seine Partei in Erpel als stärkste aus den Kommunalwahlen Ende Mai hervorgegangen und beanspruche entsprechend diesen Posten für eines ihrer Mitglieder. „Wir nominieren Henrik Gerlach, der jahrelange, kommunalpolitische Erfahrungen gesammelt hat und der als Jurist auch über Rechtskenntnisse verfügt“, erklärte Werner Henneker.

Allerdings ist auch die DvOE wie die CDU mit acht Mandaten im Erpeler Gemeinderat vertreten. „Und unsere Bürgermeisterkandidatin, Monika Schlüter, hat die Wahl nur äußerst knapp mit gerade einmal 79 Stimmen verloren“, erinnerte der Fraktionsvorsitzenden, Johannes Hogeback, und brachte für das Amt des 1. Beigeordneten Johanna Lenz ins Gespräch, die im Gegensatz zu dem Christdemokraten allerdings kein Ratsmitglied ist. Die DvOE hatte sich ganz bewusst für eine Kandidatin entschieden, die für einen Neustart auch in der Beziehung zwischen den Fraktionen steht. Entsprechend hatte Monika Schlüter auch auf einen Kandidatur verzichtet.

„Wir haben beide Kandidaten kontaktiert, damit sie sich vorstellen konnten, was bei Johanna Lenz nur schriftlich möglich war“ erinnerte der SPD-Fraktionsvorsitzende Martin Diedenhofen. Dies sei allerdings nicht der Grund, weshalb seine Fraktion für Henrik Gerlach votieren werde, erklärte er, womit das Wahlergebnis schon vor der Auszählung mit zwölf zu acht Stimmen für den Christdemokraten im Grund bereits feststand. „Wir unterstützen die Wahl von Johanna Lenz zur weiteren Beigeordneten“, erklärte anschließend Werner Henneker, nach deren erneuten Nominierung durch Johannes Hogeback. Da auch die SPD zunächst keinen anderen Kandidaten ins Rennen schickte, wurde Johanna Lenz bei einer Stimmenthaltung unisono gewählt. Zu einer Stichwahl kam es dann jedoch erneut bei dem dritten Beigeordneten-Posten, den die DvOE ebenfalls für sich beanspruchte. Mit Karl-Dieter Wambach nominierte sie immerhin das Ratsmitglied, das im Mai mit 1281 Stimmen von den meisten Erpelern in den Rat gewählt worden war. Ganz ohne Vertreter in dem Spitzentrio um den Bürgermeister wollte allerdings auch die mit vier Mitgliedern kleinste Fraktion nicht bleiben. „Wir nominieren Marita Zinkel, die auf zwölf Jahre Ratserfahrung zurückblicken kann, darunter die letzten Legislaturperiode als dritte Beigeordnete des VG-Bürgermeisters“, begründete Martin Diedenhofen die Kandidatur, die von der CDU-Fraktion mitgetragen wurde. Entsprechend ging diese Wahl wie schon die des Ersten Beigeordneten mit zwölf zu acht Stimmen in diesem Fall für die SPD-Kandidatin aus, die noch nicht direkt vereidigt werden konnte, da sie ein Opfer der „Bahn-Pünktlichkeit geworden“ und nicht rechtzeitig in Erpel angekommen war. Auch Marita Zinkel wurde wie Johanna Lenz nicht in den Gemeinderat gewählt und besitzt damit kein Stimmrecht. DL

Da Marita Zinkel ein Opfer der „Bahnpünktlichkeit“ geworden war, traten Günter Hirzmann und Henrik Gerlach mit Johanna Lenz zum Gruppenbild mit nur einer Dame an. Foto: DL

Artikel melden

? Vielen Dank! Ihre Meldung wurde erfolgreich versendet.
? Es gab einen Fehler beim Versenden. Bitte versuchen Sie es später erneut.
Bildergalerien
Dauerauftrag
Heimat aktiv erleben
Heimat aktiv AW
Andernach schmeckt
Innovatives aus der VG Weißenthurm
Titelanzeige
Empfohlene Artikel
Die Straße „Am Gartenschwimmbad“ wird für 2,1 Millionen Euro fit für den Verkehr zum Are-Gymnasium und zum neuen Hallen- und Freizeitbad gemacht.  Foto: GS
252

Bad Neuenahr-Ahrweiler. Der Rat der Kreisstadt hat die Vorplanung zur flutbedingten Wiederherstellung der Straße „Am Gartenschwimmbad“ freigegeben und die Aufbau- und Entwicklungsgesellschaft (AuEG) mit der weiteren Umsetzung beauftragt. Bestandteil der Maßnahme ist die Wiederherstellung der Verkehrsanlagen einschließlich einzelner Entwässerungseinrichtungen.

Weiterlesen

: Blick auf den trockengelegten Mühlenteich mit dem Mühlrad am Herderweg.  Foto: GS
69

Bad Neuenahr-Ahrweiler. Kein Stadtrat in Bad Neuenahr-Ahrweiler ohne das Thema Wiederaufbau. So wurde in der jüngsten Sitzung am Montagabend erneut die Aufbau- und Entwicklungsgesellschaft (AuEG) einstimmig mit entsprechenden Maßnahmen beauftragt. Ein Blick in die Details.

Weiterlesen

Noch ist der Ahrradweg in Sinzig ein Provisorium – temporär eben.  Foto:GS
188

Sinzig. Eigentlich ist beim Ahrradweg in Sinzig noch alles in der Schwebe. Der Weg erstreckt sich im Bereich der Barbarossastadt von der Ahrmündungsbrücke bis hin nach Bad Bodendorf zur Ehlinger Ley. Derzeit wurde der Ahrradweg im Bereich Eisenbahnbrücke bis Spessartsteg und vom Ehrenfriedhof in Bad Bodendorf bis zur Ehlinger Ley temporär hergestellt. Temporär deshalb, da zum Zeitpunkt der Planung noch nicht festlag, wo die endgültige Trasse verlaufen soll.

Weiterlesen

Weitere Artikel
Foto: Kaikoro – Adobe Stock
736

Ortskundige Verkehrsteilnehmende sollten das Gebiet weiträumig umfahren

A3: Rechter Fahrstreifen wegen Bergungsarbeiten gesperrt

Dierdorf/Wittgert. Auf der A3 in Richtung Köln ist zurzeit der rechte Fahrstreifen wegen Bergungsarbeiten gesperrt. Dies meldet der ADAC. Die Sperrung befindet sich zwischen Dierdorf und dem Rastplatz Welschehahn. Ortskundige Verkehrsteilnehmende sollten das Gebiet weiträumig umfahren. BA

Weiterlesen

So wird es vom 04. bis 06.09.2026 auf dem Flugplatzgelände aussehen. 50000 Besucherinnen und Besucher werden erwartet
1672

Kruft. Rund 15 interessierte Bürgerinnen und Bürger folgten der Einladung zu einer Informationsveranstaltung im Vorfeld der Jalsa Salana, die vom 04. bis 06.09.2026 auf dem Flugplatzgelände in Mendig stattfindet. Im Mittelpunkt standen Fragen zur Verkehrsführung zu den Auswirkungen der Veranstaltung auf die Anwohnerinnen und Anwohner.

Von Andreas Lung aus Kruft

Weiterlesen