Alternatives Konzept für Hotel und Wohnbebauung an den „Brückentürmen“ vorgestellt
Statt Wohnungen für wohlhabende Bürger sollen zu weit überwiegendem Teil Wohnungen zu günstigen Preisen entstehen
Remagen. Ein alternatives Konzept zum Hotel an der Rheinbrücke mit teuren Wohnungen für wohlhabende Bürger wurde in der Remagener „Kulturwerkstatt“ vorgestellt.
Für das „Filetgrundstück“ am Rhein, direkt neben dem Friedensmuseum, hatte es im August vergangenen Jahres vom Bau-, Verkehrs- und Umweltausschuss und im September vom Stadtrat Zustimmung für ein Hotel sowie auf dem Grundstück hochpreisige Wohnungen gegeben. Für dieses Projekt gibt es nicht nur Befürworter.
Die beiden Stadtratsmitglieder Rolf Plewa (SPD) und Antonio Lopez (Grüne) konnten sich diesem Projekt nicht anschließen und hatten den Frankfurter Investorengruppe „Wohnvoll“ eingeladen.
Geschäftsführer Markus Rübenkamp und Nicole Eckhardt der Firma präsentierten vor knapp 60 interessierten Bürgern das Alternativkonzept. Dieses Konzept sieht eine ganz andere Planung vor. Neben einem „Seniorenhotel“ mit rund 100 Zimmern auf fünf Stockwerken, das nicht die Höhe der Brückentürme erreichen soll, könnten nach diesen Plänen rund 200 Ein- und Zweizimmerwohnungen entstehen. Oder auch größere Wohnungen für Wohngemeinschaften.
Rund 170 der Wohnungen sollen für Menschen mit „Wohnberechtigungsschein“ sein, so die Voraussetzung. Die Wohnungen sollen barrierefrei sein und im Erdgeschoss über Terrassen verfügen. Die Wohnungen sollen in einem u-förmigen Komplex untergebracht werden, mit Öffnung zu einer Freitreppe Richtung Rhein.
„Wir sind für geförderten Wohnungsraum für Senioren unterwegs. Wir betreiben unsere Projekte selbst. Wir wollen aktive Bewohner und Wohngemeinschaften im Haus fördern. Das Hotel mit Café – und Restaurant wird von den Bewohnern aber auch von Gästen außerhalb genutzt werden, also zum Beispiel von Touristen“, betonte Rübenkamp.
Rund 30 der 200 Wohnungen sollen freiverkäuflich angeboten werden, auch für Nicht-Senioren. Eine Standortanalyse habe ergeben, dass es Bedarf an sozial gefördertem Wohnungsbau gebe. Auf Nachfrage aus dem Publikum wurden die Kosten für den Wohnraum für Menschen mit „Wohnberechtigungsschein“ auf etwa acht bis zehn Euro pro Quadratmeter angegeben. Das Projektgebiet am Rhein sei dem Unternehmen schon seit 2022 bekannt, erläuterte Rübenkamp. Die Grundstücksgröße von 24.000 Quadratmetern passe sehr gut in den Plan, ebenso der zur Zeit angegebene Preis von 2,1 Millionen Euro. Ein Gesprächstermin mit dem Bürgermeister für eine Vorstellung des Projekts sei trotz Wunsch leider nicht zustande gekommen“, monierte Markus Rübenkamp.
Das Unternehmen Wohnvoll ist spezialisiert für Wohnprojekte für „Aktive ab 65 Jahren“. Fast deutschlandweit, in sieben Bundesländern, ist das Unternehmen aktiv, 19 Projekte sind in Planungen, vier bereits fertiggestellt.
Was den Interessierten bei der Vorstellung des Alternativkonzepts in der „Kulturwerkstatt“ noch wichtig war, war, dass die ehemaligen Brückentürme, in denen das Friedensmuseum beheimatet ist, nicht durch das Hotel in den Schatten gestellt werden. Weiterhin wünschten sich die Bürger von „Wohnvoll“ eine visualisierte Ansicht des Projektes, um sich ein besseres Bild machen zu können. Rübenkamp sagte das zu, verwies aber darauf, dass man schon eine Aussicht auf Anhörung haben müsse, um zusätzliche Planungskosten einzusetzen.
Was Plewa und Lopez als Begründung für die Vorstellung des Alternativkonzeptes eingangs der Versammlung kritisch anführten, war, dass nur ein Anbieter, die Firma Wahl, in jüngster Zeit vor dem Ratsbeschluss gehört worden sei. Die Vorstellung des Alternativkonzepts sei im Stadtrat abgelehnt worden. Dennoch wollen die beiden Ratsmitglieder versuchen, über ihre Fraktionen nach der Sechsmonatsfrist erneut eine Diskussion im Stadtrat zu eröffnen.
Denn schließlich habe Bürgermeister Björn Ingendahl innerhalb der Beratungen in den Gremien gesagt, dass es „um den Einstieg in das Verfahren geht, aber es ist noch nichts in Stein gemeißelt“. AB
