Politik | 02.09.2016

Deutliche Verbesserung zum Vorjahr und viele offene Stellen

Arbeitslosigkeit steigt vor dem Ferienende noch einmal leicht an

Koblenz. Zum Ende der Sommerferien blickt die Agentur für Arbeit noch einmal zurück auf die Zeit, die zumindest für die meisten Kinder und Jugendlichen die schönste des Jahres ist. Auf dem Arbeitsmarkt steigt die Zahl der arbeitslosen Menschen dagegen in den Sommermonaten regelmäßig an. So waren im Landkreis Ahrweiler Ende August mit 2.501 genau 51 Menschen mehr arbeitslos gemeldet als vier Wochen zuvor. Diesem moderaten Anstieg steht allerdings eine sehr günstige langfristige Entwicklung gegenüber: Vor einem Jahr zählten die Statistiker in der Region nämlich noch 422 arbeitslose Frauen und Männer mehr. Dementsprechend stieg die Arbeitslosenquote seit Juli um 0,1 auf 3,7 Prozent an, liegt aber deutliche 0,7 Prozentpunkte unter dem Vorjahreswert.

Er sei zuversichtlich, dass der rein saisonbedingte Anstieg der Arbeitslosigkeit während der letzten Wochen nun wieder zurückgehen werde, betont Frank Schmidt, der Leiter der Agentur Koblenz-Mayen. „Spätestens im Oktober, wenn auch die künftigen Studenten aus der Statistik verschwunden sind, wird die im Bundes- und Landesvergleich ohnehin relativ geringe Arbeitslosigkeit in der Region noch einmal deutlich sinken.“ Dafür spricht auch die nach wie vor rege Fachkräftenachfrage. Trotz Ferien gingen in den letzten vier Wochen beim Arbeitsgeberservice 247 Stellenangebote aus dem Ahrkreis ein. Insgesamt registriert die Arbeitsagentur damit 756 offene Stellen an Rhein und Ahr – 146 mehr als vor einem Jahr.

Der saisonbedingte Anstieg der Arbeitslosigkeit betraf im August nur den Rechtskreis des Sozialgesetzbuches (SGB) III – also jene Menschen, die meist noch nicht länger als ein Jahr arbeitslos sind und zur Gemeinschaft der Arbeitslosenversicherung gehören. Bei ihnen stieg der Wert um 82 auf 1.073 an. Im Rechtskreis SGB II - dem jene Arbeitslosen zugeordnet sind, die von den Jobcentern betreut werden und auf Grundsicherung angewiesen sind - sank die Arbeitslosigkeit dagegen in den letzten vier Wochen um 31 auf nun 1.428 ab. Vor einem Jahr waren in beiden Rechtskreisen mehr Menschen arbeitslos gemeldet: Im SGB III 116 und im SGB II 306.

Kurz vor Beginn der meisten Ausbildungsverhältnisse registriert die Arbeitsagentur im Landkreis Ahrweiler 121 junge Menschen, die zumindest auf dem Papier noch nach einer Lehrstelle suchen. Allerdings, weiß Frank Schmidt aus langjähriger Erfahrung, wird ein Teil dieser Jugendlichen schlicht vergessen haben, sich zeitnah abzumelden und tatsächlich längst einen Ausbildungsplatz gefunden haben. Andere haben sich entschieden, doch lieber zu studieren oder erst mal ein Freiwilliges Soziales Jahr zu absolvieren. „Um das genau herauszufinden, haben die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Berufsberatung damit begonnen, die vermeintlich unversorgten Bewerber abzutelefonieren und nach ihrem tatsächlichen Status zu befragen.“

Zuverlässiger ist laut Agenturchef die Zahl der Betriebe, die noch offene Ausbildungsstellen beklagen. Laut Statistik sind das im Landkreis Ahrweiler derzeit immerhin 181. Damit kommen statistisch betrachtet eineinhalb Stellen auf jeden Bewerber. „Das macht sehr deutlich, wie schwer es heute für Arbeitgeber ist, den gewünschten Nachwuchs zu finden.“ Ein Trend, der schon seit einigen Jahren zu beobachten sei und sich angesichts rückläufiger Schülerzahlen so schnell auch nicht umkehren lasse. „Wenn überhaupt.“ Umso wichtiger sei es, dass die Betriebe kompromissbereit seien, wenn es um die Ansprüche gehe, die sie an ihren Nachwuchs stellen. „Natürlich muss ein junger Mensch grundsätzlich überhaupt in der Lage sein, eine Ausbildung zu schaffen. Aber womöglich sind die Zeugnisse, die er vorweisen kann in dieser Hinsicht gar nicht so aussagekräftig. Mit ein wenig Unterstützung – vom Arbeitgeber, aber auch von uns – ist schon aus manchem mäßigen Schüler ein zuverlässiger Mitarbeiter geworden.“

In jedem Fall gehe die Vermittlung auch nach dem offiziellen Ausbildungsstart Anfang September weiter. „Solange der Stoff der Berufsschule noch aufzuholen ist, bringen wir Jugendliche und Betriebe zusammen. Es lohnt sich also auch jetzt noch, mit unserer Hilfe nach einer Lehrstelle oder nach Auszubildenden zu suchen.“

Pressemitteilung Agentur für

Arbeit Koblenz-Mayen

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